Neurodermitis - Atopisches Ekzem - Diagnose

Die Neurodermitis ist eine chronische Hauterkrankung, die sich Hauttrockenheit, Ekzembildung und Juckreiz auszeichnet. Hier finden Sie alles zum Thema - inklusive kostenloser Expertenrat.


Diagnose

Für das atopische Ekzem gibt es keinen spezifischen Marker, das heißt keine einzelne Veränderung im Hautbefund, bei der feingeweblichen Untersuchung oder bei der Blutuntersuchung, die für sich alleine das Vorliegen eines atopischen Ekzems beweisen würde. Daher kann die Erkrankung nur aufgrund eines Bündels von Merkmalen bei der körperlichen Untersuchung erkannt werden. Die Diagnose eines atopischen Ekzems kann nur gestellt werden, wenn mindestens drei diagnostische Kriterien Erster Ordnung und gleichzeitig mindestens drei diagnostische Kriterien Zweiter Ordnung erfüllt sind.

Diagnostische Kriterien Erster Ordnung

Diagnostische Kriterien Erster Ordnung des atopischen Ekzems sind:

  • Ekzeme an Stellen, die für das atopische Ekzem typisch sind (Ellenbeugen, Kniekehlen, Nacken, Hals und Gesicht)
  • starker Juckreiz, chronischer Verlauf (länger als sechs Monate) und wiederholte Rückfälligkeit der Erkrankung
  • die Erkrankung eines oder mehrer Menschen in der Familie an atopischem Ekzem, Heuschnupfen oder Bronchialasthma
Diagnostische Kriterien Zweiter Ordnung

Diagnostische Kriterien Zweiter Ordnung (so genannte Atopie-Stigmata) sind bestimmte körperliche Auffälligkeiten, die bei Menschen mit atopischer Disposition statistisch häufiger vorkommen als in der Normalbevölkerung. Diese Merkmale sind nicht ursächlich durch ein atopisches Ekzem bedingt und können auch bei Hautgesunden vorkommen. Das Vorliegen oder Fehlen einzelner oder mehrerer atopischer Stigmata kann eine atopische Disposition weder beweisen noch ausschließen.

  • Menschen mit atopischer Disposition leiden häufiger als andere Personen an Juckreiz, wenn sie Wolle direkt auf der Haut tragen. Auch bei starkem Schwitzen kann Juckreiz auftreten.
  • Das Gesicht eines Menschen mit atopischer Disposition wirkt häufig blass; unter Umständen sind die Augen von dunklen Augenringen umgeben.
  • Insbesondere bei jüngeren Patienten kann eine doppelte Lidfalte am Unterlid bestehen. Diese Falte kommt bei etwa 60 Prozent aller Menschen mit atopischer Disposition, aber nur bei etwa 20 Prozent der Normalbevölkerung vor.
  • Zusätzlich kann der seitliche Anteil der Augenbrauen ausgedünnt wirken.
  • Aufgrund der Trockenheit kann die Haut einer Person mit atopischer Disposition faltig wirken.
  • Eine verstärkte Handlinienzeichnung an den Handflächen kann hinzukommen.
  • Mit der Neigung zur Verengung der Blutgefäße im Bereich der Haut hängt der so genannte weiße Dermographismus zusammen. Dermographismus (derma = Haut, graphein = zeichnen) bedeutet wörtlich "Hautzeichnung". Festes Streichen auf der Haut mit der Spitze eines Gegenstandes (zum Beispiel einer Büroklammer) führt in der Regel zur Erweiterung der Blutgefäße und zu einer streifenförmigen Rötung der Haut. Diese rote Linie wird bei den meisten Menschen mit atopischer Disposition (aber auch bei manchen Hautgesunden) nach etwa 15 bis 60 Sekunden aufgrund einer Engstellung der Gefäße durch einen weißen Streifen ersetzt.

Quelle: bsmo Redaktion; Springer Professional Medicine
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