Dickdarmkrebs - Rektumkarzinom - Diagnose
Diagnose
Verschiedene Untersuchungsverfahren stehen zur Feststellung oder zum Ausschluss einer Dickdarmkrebserkrankung zur Verfügung. Zuverlässige Ergebnisse liefert allein die komplette Dickdarmspiegelung.
Allgemeine Untersuchung
Mehr als die Hälfte der Darmkrebsgeschwüre, 57 Prozent, finden sich in den unteren Darmabschnitten, also im Sigmadarm und im Mastdarm (Rektum). In zwei Prozent aller Fälle bestehen mehrere Krebsgeschwülste im Darm.
Die jährlich empfohlenen Krebsvorsorgeuntersuchungen beinhalten die Laboruntersuchung von Stuhlproben auf unsichtbare Blutbeimengungen sowie das Abtasten des Enddarmes mit dem Finger durch den Arzt. Bereits damit könnte ein großer Anteil an Darmkrebszeichen erkannt werden. Leider liegt die Bereitschaft der Bevölkerung zur regelmäßigen Inanspruchnahme dieser Untersuchung im Bereich von 40 Prozent bei Frauen und nur zehn Prozent bei den Männern.
Besteht durch die Vorsorgeuntersuchung oder aufgrund von Krankheitszeichen der Verdacht auf das Vorliegen einer Darmkrebserkrankung, so kann durch eine Reihe weiterer Untersuchungen Klarheit gewonnen werden:
Eine weitere körperliche Untersuchung soll auf jeden Fall durchgeführt werden, allerdings finden sich hier oft wenig Auffälligkeiten. Erst große Geschwülste oder Tochterabsiedlungen in Leber und Lymphknoten lassen sich durch die Bauchdecke tasten.
Die Blutuntersuchung, bei der neben den üblichen Messungen auch nach besonderen Tumormarkern gesucht wird. Tumormarker sind spezielle Substanzen, die von einigen Krebsarten gebildet und vermehrt ins Blut abgegeben werden. Eine Erhöhung ihrer Werte kann, muss jedoch nicht auf bestimmte Krebsarten hinweisen.
Spiegelungsuntersuchungen
Mittels verschiedener optischer Geräte lässt sich der Dickdarm in seiner gesamten Länge einsehen. Dabei können auch Gewebeproben zur mikroskopischen Untersuchung entnommen werden. Darüber hinaus können auch Darmpolypen mit speziellen Instrumenten abgetragen werden. Dazu muss zuvor der Darm durch verschiedene Abführmaßnahmen entleert und gereinigt worden sein.
Bei der Rektoskopie oder Proktoskopie führt der Arzt ein Rohr in den Enddarm ein und kann durch dieses die Schleimhaut betrachten oder Gewebeproben entnehmen.
Bei der Sigmoidoskopie wird mit einem beweglichen Endoskop der untere Darmabschnitt bis zum Sigmadarm untersucht. Man kann hierbei den Abschnitt vom Darmausgang bis etwa 40 Zentimeter aufwärts beurteilen, in dem sich über die Hälfte (57 Prozent) aller Dickdarmkrebsgeschwüre bilden.
Aber umgekehrt gilt auch: Fast die Hälfte aller Dickdarmkrebsgeschwüre wird bei einer Sigmoidoskopie nicht gefunden, da sie sich jenseits des einsehbaren Darmabschnitts befinden!
Nur bei einer vollständigen Darmspiegelung (Koloskopie) wird schließlich der gesamte Dickdarm untersucht. Zur Entfaltung der Darmwand wird dabei Luft über das Endoskop eingefüllt. Diese Untersuchung wird manchmal als unangenehm empfunden, meistens aber vom Patienten gut ertragen. Diese Untersuchung bietet zudem die Chance, Polypen oder andere Gewebsveränderungen sofort mittels geeigneter Instrumente zu entfernen und anschließend mikroskopisch zu untersuchen. Eine Weiterentwicklung solcher Veränderungen zum Darmkrebs wird damit zuverlässig verhindert.
Die verschiedenen Untersuchungsmethoden des Dickdarms können beinahe alle Karzinome in diesem Organ aufspüren.
Weitere Untersuchungsverfahren
Ist eine Darmspiegelung nicht oder nicht zufrieden stellend durchführbar, so kann der Darm auch im so genannten Doppelkontrastverfahren geröntgt werden. Über den Enddarm wird der Dickdarm mit einem Kontrastmittel sowie mit Luft gefüllt und kann so im Röntgenbild beurteilt werden.
Mittels dieser Untersuchungen kann ein Dickdarmkrebs sehr zuverlässig festgestellt, näher beschrieben oder auch ausgeschlossen werden. Liegt tatsächlich eine bösartige Geschwulst vor, so ist durch zusätzliche Untersuchungen zu klären, ob diese bereits die Lymphknoten in ihrer Umgebung befallen hat oder sogar Tochtergeschwülste in anderen Organen bildet:
- Mit der Ultraschalluntersuchung, die schmerzfrei und ohne Strahlenbelastung abläuft, lassen sich Tochtergeschwülste in der Leber als auch Lymphknotenvergrößerungen in der Bauchhöhle nachweisen.
- Computertomographische Aufnahmen der Bauchhöhle können weitere Ergebnisse liefern.
- Zum Nachweis oder Ausschluss von Tochtergeschwülsten in der Lunge wird der Brustkorb geröntgt.
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