Verstopfung - Obstipation - Diagnose
Diagnose
Verschiedene Untersuchungen können klären, ob organische Krankheiten Ursache für die Verstopfung sind.
Manchem ist es vielleicht peinlich, über das Problem Verstopfung zu reden, mancher zögert einen Arztbesuch möglicherweise aus Angst vor unangenehmen Untersuchungen heraus, doch man kann es nur immer wieder betonen:
Zögern Sie einen Arztbesuch nicht zu lange heraus, wenn Ihre Verstopfung länger anhält!
Gehen Sie sofort zum Arzt, wenn eine akute Verstopfung mit Schmerzen oder Fieber auftritt!
Klinische Untersuchung
Wichtige Hinweise liefern dem Arzt das Gespräch mit dem Patienten und die genaue körperliche Untersuchung. Der Arzt wird zunächst fragen, wann die Verstopfung begonnen hat, wie lange sie andauert und welche Medikamente eingenommen werden. Danach erfolgt eine körperliche Untersuchung durch Abklopfen des Bauches und Abhorchen nach auffälligen Geräuschen mit dem Stethoskop.
Weitere Untersuchungen zum Ausschluss organischer Ursachen
Untersuchung auf Blut im Stuhl
Wenn nötig, wird der Arzt eine Stuhluntersuchung veranlassen, um zum Beispiel Blut im Stuhl nachzuweisen. Mit diesen Untersuchungen versucht man herauszufinden, ob die Verstopfung Symptom einer zugrunde liegenden Krankheit, zum Beispiel Divertikulose oder Darmkrebs ist. Wird Blut im Stuhl nachgewiesen, spricht dies für eine Entzündung oder einen Tumor im Darm als Ursache der Verstopfung.
Ultraschalluntersuchung
Bei der Ultraschalluntersuchung des Bauches wird ohne Strahlenbelastung und ohne Beeinträchtigung des Patienten der Bauch mit Ultraschallwellen untersucht. Dabei können unter guten Bedingungen die inneren Organe des Bauchraums auf einem Bildschirm dargestellt werden. Krankhafte Veränderungen können auf diese Weise erkannt werden, zum Beispiel eine Darmverengung aufgrund einer Entzündung.
Leidet ein Patient unter Verstopfung, sind die Untersuchungsbedingungen für den Ultraschall häufig eher schlecht, das heißt durch Gas im Darm werden die Ultraschallbilder für den Arzt nur noch bedingt auswertbar.
Darmspiegelung
Die Darmspiegelung oder Endoskopie (endo = innen, skopein = schauen) gibt dem Untersucher die Möglichkeit, sich die Darmschleimhaut direkt anzusehen und sie zu beurteilen. Um Veränderungen des Darms wie Polypen, Verengungen oder Krebsgeschwüre genau zu erkennen, ist die Darmspiegelung normalerweise die beste Möglichkeit. Bei der so genannten Rektoskopie intestinum rectum = gerader Mastdarm) wird lediglich der Mastdarm untersucht. Die Koloskopie betrachtet auch die höheren Abschnitte des Dickdarms.
Zur Vorbereitung der Untersuchung muss der Darm entleert werden. Für die Rektoskopie genügt ein einfacher Minieinlauf, für die Koloskopie muss der Darm vollständig gereinigt sein. Der Patient trinkt dazu zirka zwei Stunden vor der Untersuchung etwa zwei bis drei Liter einer Spüllösung.
Wann wird eine Darmspiegelung bei Verstopfung durchgeführt?
- Änderung der Symptome bei chronischer Verstopfung
- unklarer Gewichtsverlust
- Zeichen von Blutverlust (teerschwarzer Stuhl, Blässe der Schleimhäute, Blutauflagerungen auf dem Stuhl)
- Alter über 40 Jahre bei Beginn der Verstopfung
- Dickdarmkrebs in der Familie
- Bauchschmerzen
- tastbare Verhärtungen im Bauch
Durch Röntgenaufnahmen mit einem Kontrastmittel kann die Lage des Dickdarms im Bauchraum, sowie seine Arbeitsweise untersucht werden. Auch für diese Untersuchung muss der Darm gut entleert werden. Als Kontrastmittel wird meistens ein Bariumbrei eingesetzt. Unter Röntgendurchleuchtung kann auch eine Gefäßuntersuchung durchgeführt werden, wenn Gefäßprobleme wie Blutungen, Verletzungen, Gerinnsel oder Tumoren vermutet werden.
Zusätzliche Spezialuntersuchungen
Bei besonderen Fragestellungen kann eine Computertomographie (CT) oder eine Magnetresonanztomographie (MR) durchgeführt werden.
Manchmal ist es auch sinnvoll, die Diagnostik einer Verstopfung durch eine frauenärztliche, nervenärztliche oder urologische Untersuchung zu vervollständigen.
Kolonpassagetest
Diese Untersuchung wird selten durchgeführt. Mit dem Test kann man die Dickdarmtätigkeit und den Ausscheidungsrhythmus bestimmen. Der Patient muss bei dem Test an sechs aufeinander folgenden Tagen täglich morgens zur gleichen Zeit so genannte Marker, das sind Kapseln, die mit Bariumsulfat gefüllt sind, schlucken. Am siebten Tag wird zur gleichen Zeit eine Röntgenaufnahme des Bauches gemacht. Auf diese Art und Weise kann man feststellen, wie viel Kapseln sich in den verschiedenen Dickdarmabschnitten befinden. Die Passagezeit in Stunden, also wie lange der Stuhl für seine Wanderung durch den Darm braucht, kann dann rechnerisch bestimmt werden. Als obere tolerierbare Grenze gelten 64 Stunden. Bei einer Verstopfung werden Passagezeiten bis zu 120 Stunden beobachtet.
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