Haarausfall, hormonell bedingt - Diagnose

Alopecia androgenetica ist eine Form des Haarausfalls, die durch eine veranlagungsbedingt erhöhte Empfindlichkeit der Haarfollikel gegenüber männlichen Sexualhormonen (Androgenen) bedingt ist. Hier finden Sie alles zum Thema.


Diagnose

Neben einer genauen Befragung des Patienten zu seinen eigenen Symptomen wird der Arzt auch wissen wollen, ob andere Familienmitglieder vom Haarausfall betroffen sind. Dann kann eine Haarwurzeluntersuchung (Trichogramm) folgen. Wichtig ist außerdem die Abgrenzung zu einem Haarausfall anderer Ursache wie zum Beispiel einer Schilddrüsenüberfunktion oder der Folge eines Infektes.

Der Hautarzt wird eine Person, die sich mit den Anzeichen einer Alopecia androgenetica vorstellt, zunächst fragen, ob auch nahe Verwandte betroffen sind. Eine familiäre Häufung spricht unter Umständen für das Vorliegen einer Alopecia androgenetica aufgrund einer veranlagungsbedingt erhöhten Empfindlichkeit der Haarfollikel gegenüber männlichen Geschlechtshormonen. Zur Sicherung der Diagnose wird der Hautarzt unter Umständen eine Haarwurzeluntersuchung (Trichogramm) durchführen. Hierzu wird in der Scheitelregion und am Hinterkopf je ein kleines Haarbüschel ausgezupft und unter dem Mikroskop untersucht. Im Falle einer Alopecia androgenetica findet sich in der Regel am Hinterkopf ein normales Verhältnis zwischen wachsenden und ruhenden Haaren, während sich in der Scheitelregion mehr Haarwurzeln in der Ruhephase (Telogenphase) befinden als gewöhnlich.

Da der Befund einer Alopecia androgenetica bei der Frau in der Regel nicht so typisch ist wie beim Mann, kann bei der Frau die Diagnose der Alopecia androgenetica nicht so einfach gestellt werden. Daher wird der Hautarzt insbesondere Frauen zusätzlich fragen, ob mehrere Wochen bis Monate vor dem Bemerken der Haarlichtung ein fieberhafter Infekt bestanden hat und ob Medikamente eingenommen werden. Ein Infekt kann nämlich mit einer Verzögerung von etwa drei Monaten zu vermehrtem Haarausfall führen, der einige Wochen anhält und zu keiner bleibenden Haarlichtung (Alopezie) führt. Eine Behandlung ist in diesem Fall nicht erforderlich. Auch die Anwendung bestimmter Medikamente wie zum Beispiel Heparin (ein Wirkstoff zur Blutverdünnung) kann das Schütterwerden des Kopfhaars begünstigen.
Um die Alopecia androgenetica der Frau zusätzlich von einer Haarlichtung aufgrund anderer Ursachen wie Eisenmangel oder einer Überfunktion der Schilddrüse abzugrenzen, kann bei entsprechendem Verdacht Blut zur Beurteilung entnommen werden. Die Blutspiegelbestimmung männlicher Geschlechtshormone (Androgene) hingegen wird nur in seltenen Ausnahmefällen durchgeführt, da die Aussagekraft des Ergebnisses begrenzt ist.

So haben die meisten Patientinnen mit Alopecia androgenetica normale Hormonwerte; bei diesen Frauen ist eine genetische Veranlagung für die Entstehung der Haarlichtung maßgeblich. Umgekehrt führt eine Erhöhung der Androgenspiegel nicht notwendigerweise zur Ausbildung einer Alopecia androgenetica.

Nur dann, wenn zum Beispiel aufgrund gleichzeitig bestehender schwerer Akne, übermäßiger Körperbehaarung beziehungsweise von der Patientin berichteter Zyklusstörungen der dringende Verdacht auf das Vorliegen einer hormonellen Störung besteht, wird der Hautarzt eine Bestimmung der Hormonspiegel und gegebenenfalls eine Untersuchung durch den Gynäkologen veranlassen.

Quelle: Springer Medizin
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