Altersbedingte Makula-Degeneration

Bei der altersbedingten Makula-Degeneration kommt es zu Veränderungen an der Netzhaut (Retina) des Auges, die eine zunehmende Verschlechterung der Sehkraft bis hin zur Erblindung nach sich ziehen können.

Bei der altersbedingten Makula-Degeneration (AMD) handelt es sich um eine degenerative (“Rückbildung, Verfall“) Erkrankung, die das funktionelle Netzhautzentrum, die sogenannte Makula lutea („gelber Fleck“), und damit den Bereich des schärfsten Sehens betrifft. Ausgangspunkt ist eine Überlastung des retinalen Pigmentepithels, der Trennschicht zwischen Netzhaut und Aderhaut, in deren Folge es zur Ansammlung von Stoffwechselprodukten (Drusen), Entzündungsreaktionen, Störungen der Durchlässigkeit der sogenannten Bruch-Membran (Grenzschicht zwischen dem Pigmentepithel der Netzhaut und der Gefäßschicht der Aderhaut), dem Einwachsen von Blutgefäßen aus der Aderhaut unter die Netzhaut sowie dem Austritt von Flüssigkeit und Blut aus diesen Gefäßen kommen kann. Diese Veränderungen gehen mit einem Funktionsverlust des erkrankten Gewebes und einer Abnahme der Sehkraft auf einen Visus-Wert von unter 0,6 einher. Die AMD ist die zweithäufigste Erblindungsursache bei 45- bis 64-Jährigen und die häufigste Erblindungsursache im Sinne des Gesetzes nach dem 65. Lebensjahr. Unterschieden werden die trockene und die feuchte Form der altersbedingten Makula-Degeneration. Bei der trockenen, nicht mit Gefäßneubildungen verbundenen und zu einer Gewebsmangelernährung führenden (atrophischen) AMD, der mit Abstand häufigsten Form, steht die degenerative Rückbildung der Netzhaut im Vordergrund. Die Erkrankung schreitet meist nur langsam voran, sodass sich die Sehschärfe allmählich verschlechtert. Bei der feuchten (exsudativen), gefäßneubildenden AMD geht die Sehkraft hingegen sehr schnell zurück. Diese Form der AMD ist durch das Einwachsen von Blutgefäßen aus der Aderhaut unter die Netzhaut und den Austritt von Flüssigkeit und Blut aus den Gefäßen gekennzeichnet.

Autorin: Kathrin Sommer

Glossar: Epithel: Drüsen- und Deckgewebe, z.B. im Bereich der Netzhaut (hier als sogenanntes retinales Pigmentepithel)

Quelle: Albert J. Augustin: „Augenheilkunde“, 3. Auflage, Springer: Berlin, Heidelberg, 2007Grehn, F.: Augenheilkunde. 29. Auflage, Springer: Berlin, Heidelberg, 2006Meyer, C.H.: Anti-VEGF-Therapie bei der Behandlung der AMD. Ophthalmologe 2008, 105(2):123-124Höhn, F. et al.: Kombinierte intravitreale Injektion von Bevacizumab und SF6-Gas bei AMD-assoziierter, submakulärer Hämorrhagie. Ophthalmologe 2009, DOI:10.1007/s00347-009-2004-3

Dr. Günter Gerhardt: Tipp des Tages vom 26.09.2008

aeltere_frau_alt_gesicht

Neues Medikament gegen AMD

Wissenschaftler haben ein neues Medikament entwickelt, das nicht nur eine Verschlimmerung der Erkrankung verhindert, sondern gleichzeitig die Sehstärke wieder verbessert. mehr

Müde Augen

frau_auge_nah

31 Prozent der Berufstätigen leiden darunter

Der PC- unentbehrlich und Schuld an manch müder Stunde. Denn der ständige Blick auf den Bildschirm legt das Auge gewissermaßen trocken und lässt es so ermüden. mehr

Herzinsuffizienz

mann_auge_gesicht

Diabetesbedingte Netzhauterkrankung ist Risikofaktor

US-amerikanische Forscher fanden heraus, dass Diabetiker, deren Augen durch die sogenannte diabetische Retinopathie geschädigt sind, ein erhöhtes Risiko für Herzinsuffizienz haben. mehr
Diese Seite bookmarken bei:
A A A
Anzeige
Ärzte Zeitung - DIE Tageszeitung für die Praxis

Täglich Neue Forschungsergebnisse zu medizinischen Themen: Vorbeugen, Erkennen, Behandeln.
www.aerztezeitung.de

Twitter

Twitter

Folgen Sie uns auf Twitter!

Bekommen Sie täglich News in Ihrem Twitter-Feed und nehmen Sie Kontakt mit uns auf.

Hier geht's zu unserer Twitter-Seite

Umfrage: Gesundheit im Internet

frau_laptop_computer_6051832

Wo geht die Reise hin?

Welche medizinischen Dienste sind für Sie im Internet besonders wichtig? Welches Vertrauen haben Sie in die Onlineangebote? Welche Services möchten Sie noch stärker nutzen?
Diese und weitere Fragen soll jetzt eine wissenschaftliche Studie klären.

Nehmen Sie an der Studie teil!

Kooperationspartner

Wissen & Gesundheit

Wissen & Gesundheit

Das Magazin für mehr Lebensqualität.

online bestellen