Haargesundheit

Haarausfall bei Frauen

Volles glänzendes Haar zählt für viele zum weiblichen Schönheitsideal, denn es ist eng mit den Attributen Attraktivität, Jugend und Gesundheit verknüpft. Schwindet die Haarpracht, fühlen sich Frauen in ihrer Weiblichkeit tief getroffen. Je nach Ursache gibt es unterschiedliche Präparate aus der Apotheke, die den Betroffenen den Leidensdruck nehmen.

Anders als bei Männern ist bei Frauen Haarausfall gesellschaftlich nicht akzeptiertund Betroffene leiden immens unter dem Haarverlust. Nicht nur die Haare gehen, auch ihr Selbstvertrauen schwindet nach und nach. Verzweifelt sucht so manch eine Frau Hilfe in der Apotheke.

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Normaler Haarerneuerungszyklus

Der Körper produziert in der Regel täglich insgesamt etwa 30 Meter Kopfhaar. Das Wachstum der Haare unterliegt dabei einem Lebenszyklus, der aus drei Phasen besteht. Die Wachstumsphase (Anagenphase), in der die Haarlänge kontinuierlich zunimmt, dauert etwa zwei bis sechs Jahre. Sie ist durch eine hohe metabolische Aktivität der Haarwurzelzellen gekennzeichnet und ist deshalb sehr störungsempfindlich. Verschiedene innere (z. B. Stress) und äußere Noxen (z. B. Medikamente) können die Wachstumsphase abrupt beenden. Anschließend an die Anagenphase durchlebt das Haar die etwa zwei bis vierwöchige Katagenphase, während der die Haarwurzel die Zellteilung einstellt. Das Haar löst sich aus seiner Verankerung und schiebt sich in Richtung Kopfhautoberfläche. Danach tritt das Haar in die Ruhephase (Telogenphase) ein, die nach zwei bis vier Monaten durch das Nachstoßen eines neuen Haares mit dem Ausfallen des alten endet.

Nicht jeder Haarverlust ist Haarausfall

Jedes Haar folgt seinem eigenen Rhythmus mit sich abwechselnden Lebenszyklen. Die einzelnen Haare befinden sich also zeitgleich in verschiedenen Phasen. Auf natürliche Weise verliert jeder Mensch 80 bis 100 Haare am Tag. Erst wenn der Haarverlust über einen längeren Zeitraum diese Werte überschreitet, spricht man von Haarausfall. Normalerweise befinden sich circa 80 bis 90 Prozent der Haare in der Anagen-, ein bis zwei Prozent in der Katagen- und etwa zehn bis 20 Prozent in der Telogenphase. Bei Haarausfall ist der Anteil der Haare in der Anagenphase erniedrigt und der Anteil der Haare in der Telogenphase erhöht.

Verschiedene Ursachen sind möglich

Haarausfall ist nicht gleich Haarausfall. Bei einigen ist er nur vorübergehend, bei anderen ist eine dauerhafte Ausdünnung festzustellen. Es gibt unterschiedliche Formen des Haarausfalls, und er kann viele Gründe haben. Bei der Ursachenforschung muss auch erfragt werden, was vor zwei bis vier Monaten möglicherweise zum abrupten Ende der Wachstumsphase geführthaben kann (z. B. ein fieberhafter Infekt, einseitige Diät). In der Regel nicht besorgniserregend ist saisonal bedingter Haarausfall. Zyklisch zeigt er sich in den Monaten August bis Oktober. Man geht davon aus, dass eine verstärkte Sonneneinstrahlung zum vorzeitigen Ende der Wachstumsphase führt. Unproblematisch ist auch ein durch Hormonschwankungen verursachtes Schwinden der Haare nach der Schwangerschaft. Andere Formen wie kreisrunder Haarausfall oder Haarverlust, der mit einer Kopfhauterkrankung assoziiert ist, gehören hingegen in die Hand eines Dermatologen.

Diffuser Haarausfall

Eine häufige Form des Haarausfalls ist der diffuse Haarausfall, bei dem die Haare vermehrt über die gesamte Kopfhaut verteilt ausfallen. Verschiedene Gründe wie beispielsweise Infektionen, Schilddrüsenfunktionsstörungen, Stress, bestimmte Medikamente oder Mangelerscheinungen durch Fehlernährung stören die Wachstumsvorgänge in den Haarfollikeln. Lässt sich die Ursache beheben, kann man dadurch den Haarausfall stoppen. Unterstützend und auch bei nicht zuidentifizierenden Auslösern ist es sinnvoll, eine Kombinationvon Aufbaustoffen wie Cystin, Thiaminnitrat (Vitamin B1), Calciumpantothenat (Vitamin B5), Hefe und Keratin einzunehmen. Diese Nährstoffe regen die Haarzellen zur Zellneubildung an und bringen wieder mehr Haare in die Wachstumsphase.

Erblich bedingter Haarausfall

Mehr als die Hälfte der Frauen mit Haarausfall leidet an einer hormonell bedingten Form. Sie beruht auf einer genetisch bedingten Überempfindlichkeit der Haarfollikel gegenüber Dihydrotestosteron (DHT). Dieser Metabolit des Testosterons kann die Haarwurzel schädigen. Anders als bei Männern bilden sich bei Frauen keine Geheimratsecken aus und sie entwickeln keine Glatze. Die Haare schwinden hingegen vorrangig im Mittelscheitelbereich.

Tipps und Tricks

Ein guter Haarschnitt kann bei schwindendem Haar und kahlen Stellen für Fülle sorgen. Auch mit Tönungen oder Strähnchen können Ausdünnungen optisch kaschiert werden. Wenn die Kopfhaut dennoch durchschimmert, schützen Abpudern mit einem Lidschatten in der Haarfarbe oder spezielle Haarverdichtungssprays vor kritischen Blicken. Fachmännisch durchgeführte Haarbehandlungen führen nicht zu Haarausfall.


Quelle: Das PTA Magazin, Ausgabe 09/2009
Autor: Springer Medizin
Stand: Nov 30, 2009


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