Zahnpflege

Der Zahnschmelz ist das härteste Material des menschlichen Körpers. Trotzdem ist er alles andere als unverwüstlich. Er ist äußerst anfällig gegenüber Säuren, die ihn an seiner Oberfläche regelrecht auflösen und ihm dadurch seine Widerstandsfähigkeit nehmen.


Beschwerden

Säuren sind in vielen Speisen und Getränken enthalten. Aber noch viel mehr werden sie von im Zahnbelag (Plaque-Biofilm) lebenden Bakterien gebildet. Grund genug, darüber nachzudenken, obwohl die gewohnte tägliche Zahnpflege ausreichend ist, und welche Maßnahmen sie noch verbessern können.

Im Anfangsstadium bereitet der Verlust von Zahnschmelz keine Beschwerden. Zunächst entsteht eine weiche Stelle, die sich allmählich bräunlich färbt und aus der später ein kleines Loch wird. Letztendlich kann die Karies in die schmerzempfindlichen Bereiche des Zahnes eindringen: schlimmstenfalls in das Zahnmark, das in der Umgangssprache Zahnnerv genannt wird. Spätestens jetzt machen sich heftige, pochende Zahnschmerzen bemerkbar. Spürbare Vorboten können Schmerzen bei Kälte- oder Wärmereizen sein.

Kariesprophylaxe

Die beste Kariesprophylaxe besteht aus einer mehrmals täglichen, gründlichen Mundhygiene, einer ausreichenden Versorgung der Zähne mit Fluorid, einer zahngesunden Ernährung und regelmäßigen Zahnarztbesuchen.

So ist es richtig!

Zähneputzen nach dem Essen ist korrekt, jedoch nicht unmittelbar nach dem Genuss von säurehaltigen Speisen und Getränken. Sie entziehen dem Zahnschmelz Mineralstoffe, wodurch dieser vorübergehend an Härte verliert und unter dem mechanischen Einfluss der Zahnbürste leidet. Etwa eine halbe Stunde später hat sich der Zahnschmelz wieder regeneriert, und das Zähneputzen ist sinnvoll.

So nicht!

Kariesauslösende Bakterien sind nicht von Geburt an im Mund vorhanden. Sie werden in den ersten Lebensmonaten und -jahren durch Eltern oder Geschwister übertragen. Daher sollte eine Mutter niemals den Schnuller ihres Babys in den Mund nehmen, auch das gemeinsame Benutzen von Besteck sollte unterbleiben.

Quelle: Rote Liste online (www.rote-liste.de)
Lennecke/Hagel/Przondziono: Selbstmedikation, Deutscher Apotheker Verlag, Stuttgart (2004)
Stiftung Warentest: Handbuch Selbstmedikation, Berlin (2002)
Schaefer/Spielmann/Vetter: Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit, Elsevier GmbH, 7. Auflage 2006
Nees-Delaval, B.: Wir werden Eltern, Falken-Verlag (1998)
Wernig, C. (Hrsg.): Medizin für Apotheker. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart, 2. Auflage (1997)
Bruhn/Frey/Wagner: Das Kind in der Apotheke. Deutscher Apotheker Verlag, Stuttgart (2006)
www.dgk.de

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