Durchfall, Diarrhö
Beschwerden
Ein länger andauernder Durchfall kann eine ernste Ursache wie zum Beispiel eine Nahrungsmittelallergie oder eine Darmerkrankung haben. In diesen Fällen kann nur der Arzt helfen. Kinder verkraften Durchfälle meist schlechter als Erwachsene, auch wenn sie nur von kurzer Dauer sind. Säuglinge und Kleinkinder mit Durchfällen müssen in jedem Fall einem Arzt vorgestellt werden.
Durchfall (Diarrhö) ist ein Symptom, das durch sehr häufige (mehr als dreimal tägliche) breiige bis dünnflüssige Darmentleerungen gekennzeichnet ist. Die Ursachen können vielfältig sein: sie reichen von einer Magen-Darm-Infektion („Darmgrippe“) bis hin zu ernsten Darmerkrankungen.Nicht selten ist Durchfall auch die Folge einer Nahrungsmittelallergie oder - unverträglichkeit. So tritt beispielsweise die Zöliakie bzw. Sprue (eine lebenslange Überempfindlichkeit gegen das Kleber-Eiweiß Gluten, das in einheimischen Getreidearten wie z.B. Weizen, Dinkel, Roggen, Hafer oder Gerste vorkommt) in der Bevölkerung mit einer Häufigkeit von 1:300 bis 1:2000 auf. Die Lactose-Unverträglichkeit (Unverträglichkeit von Milchzucker aufgrund eines fehlenden Darm-Enzyms) ist unter Mittel- und Nordeuropäern mit einer Häufigkeit zwischen 5 und 20 Prozent verbreitet.
Beschwerden bei Durchfall
Bis zu drei breiige bis dünnflüssige Stühle am Tag sind normal. Alles, was darüber hinaus geht, wird als Durchfall bezeichnet. Je nachdem, wie lange die Beschwerden anhalten, unterscheidet man drei Arten:
- akuter Durchfall: 3 bis 14 Tage
- anhaltender Durchfall: länger als 14 Tage
- chronischer Durchfall: mindestens 4 Wochen
Akuter Durchfall dauert meist nur 3 Tage
Ein akuter Durchfall wird häufig durch eine Infektion mit Bakterien oder Viren verursacht. Bevor die Darmbeschwerden auftreten, kommt es in den meisten Fällen zu plötzlicher Übelkeit und Erbrechen.
- Typisch für einen durch Bakterien hervorgerufenen Durchfall sind Schmerzen und Krämpfe im Unterbauch, blutig-schleimiger Stuhl und häufig Fieber.
- Bei einem durch Viren verursachten Durchfall ist der Stuhl dagegen meist wässrig, die Schmerzen sind auf den Oberbauch beschränkt, Fieber ist selten.
Nach zwei bis drei Tagen ist ein infektiös verursachter Durchfall meist abgeklungen. Allgemeine Beschwerden wie Appetitmangel, leichte Bauchschmerzen oder körperliche Schwäche können jedoch noch einige Tage länger anhalten.
Vorsicht bei blutigem Stuhlgang!
Wenn der Durchfall länger als drei Tage anhält oder zusätzliche Symptome wie
- blutiger Stuhl
- Schläfrigkeit, Teilnahmslosigkeit
- schlechter Allgemeinzustand
beobachtet werden, ist dringend ein Arztbesuch erforderlich, denn dann kann eine schwerwiegende Erkrankung wie z.B. eine Darmerkrankung oder eine Nahrungsmittelallergie die Ursache sein.
Bruhn/Frey/Wagner: Das Kind in der Apotheke. Deutscher Apotheker Verlag, Stuttgart (2006)
Wernig, C. (Hrsg.): Medizin für Apotheker. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart, 2. Auflage (1997)
Schaefer/Spielmann/Vetter: Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit, Elsevier GmbH, 7. Auflage 2006
Lennecke/Hagel/Przondziono: Selbstmedikation, Deutscher Apotheker Verlag, Stuttgart (2004)
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