Husten

Husten ist ein sinnvoller und schützender Reflex, um die Atemwege zu reinigen. Hier finden Sie alles zum Thema.

Husten ist ein sinnvoller und schützender Reflex, um die Atemwege zu reinigen. Der Hustenreflex läuft unwillkürlich (automatisch, ungewollt) ab und lässt sich nur schwer unterdrücken. Nach einer tiefen Einatmung baut sich bei geschlossener Stimmritze durch die Anspannung der Atemmuskulatur ein sehr hoher Druck auf. Bei plötzlicher Öffnung der Stimmritze wird dann in der Ausatmung die Atemluft explosionsartig herausgeschleudert, so dass Schleim und Fremdkörper aus dem Atemtrakt hinaus befördert werden. Dabei erreicht die ausströmende Atemluft Geschwindigkeiten bis zu 1.000 km/h.

Husten entsteht meist durch eine Irritation der Schleimhaut im Atemtrakt. Aber auch Reizungen im Brustkorb, im Magen-Darm-Trakt oder in den Ohren lösen den Hustenreflex aus. Die auslösenden Reize können mechanisch, entzündlich, chemisch oder thermisch (Kälte) sein. Mechanische Reize sind Schleim, Staub oder Fremdkörper, aber auch Zug oder Druck auf die Bronchien. Als chemische Reize sind vor allem Zigarettenrauch oder reizende Gase (wie zum Beispiel Rauchgas) zu nennen. Der Husten beim Asthma bronchiale beruht auf entzündlichen Mechanismen. Hier kommt es durch körpereigene Botenstoffe, die an Entzündungsprozessen beteiligt sind, zur Auslösung von Husten.

Unterschieden wird zwischen trockenem Reizhusten (unproduktiver Husten) und Husten, bei dem Schleim ausgehustet wird (produktiver Husten). Unproduktiv ist der Husten, wenn kein Schleim in den Atemwegen vorhanden ist, der Hustenstoß nicht effektiv ist oder das Sekret so zäh, dass es nicht abgehustet werden kann. Bei produktivem Husten kann je nach Farbe und Konsistenz zwischen weißlichem, grünlichem, bräunlichem, gelblichem und schleimigem, zähem, eitrigem, wässrigem, schaumigem oder blutigem (Bluthusten) Auswurf unterschieden werden.

Abhängig von der ursächlichen Erkrankung wird der Husten vom Patienten ganz unterschiedlich beschrieben: quälend, schmerzhaft, bellend oder heiser. Husten kann auch zu bestimmten Tageszeiten bevorzugt auftreten, zum Beispiel morgens oder nachts. Er kann auch an bestimmte Begleitumstände gekoppelt sein, wie zum Beispiel an Belastung, Nahrungsaufnahme oder Lagewechsel. Manchmal ist der Husten anfallsartig oder tritt zusammen mit Geräuschen bei der Ausatmung auf.

Abhängig von der Dauer des Hustens wird zwischen akutem und chronischen Husten unterschieden. Husten, der länger als drei Wochen besteht, wird als chronisch bezeichnet.

Quelle: bsmo Redaktion, Springer Professional Medicine

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