Rückenschmerzen - Behandlung

Rückenschmerzen sind ein Symptom für viele Erkrankungen: Verspannungen der Muskulatur, Bandscheibenvorfall, aber auch innere Krankheiten wie Herzinfarkt oder Nierenerkrankungen.


Behandlung

Rückenschmerzen sollten schnellstmöglich behandelt werden, auch wenn der Grund dafür noch nicht feststeht. Unterbleibt eine Behandlung, so nehmen die Betroffenen häufig eine Schonhaltung ein, um Schmerzen zu vermeiden. Daraus folgt oft eine Fehlhaltung und damit eine Verschlimmerung und Chronifizierung der Beschwerden.

Rückenschmerzen können äußerlich oder innerlich behandelt werden.Innerlich kommen zum Einsatz:

  • Schmerzmittel in Form von Tabletten, Zäpfchen oder Saft
  • Mittel mit pflanzlichen Wirkstoffen in Form von Tabletten, Kapseln oder Lösungen

Äußerlich kommen zur Anwendung:

  • Salben mit durchblutungsfördernden oder schmerzstillenden Wirkstoffen
  • Bäder mit durchblutungsfördernden Wirkstoffen
  • Pflaster mit durchblutungsfördernden Wirkstoffen
  • Massagen mit durchblutungsfördernden Ölen

Hausmittel und Selbsthilfe

Unter den modernen Lebens- und Arbeitsbedingungen bewegen sich viele Menschen zu wenig, was Rückenbeschwerden begünstigt. Regelmäßige körperliche Aktivität ist daher der beste Weg, um Rückenschmerzen gar nicht erst entstehen zu lassen.

Bewegungsmangel ist eine der häufigsten Ursachen für Rückenschmerzen. Daher sollten Menschen, die zu Rückenbeschwerden neigen versuchen, ihren Alltag körperlich aktiver zu gestalten.Sind Rückenschmerzen aufgetreten, sind, ist eine normale körperliche Belastung nicht schädlich. Abzuraten ist dagegen von körperlicher Schonung oder sogar Bettruhe.

Folgende Maßnahmen sind zur Vorbeugung von Rückenschmerzen sinnvoll:

  • Kräftigung der Muskulatur des Rückens durch Sport, gegebenenfalls Besuch einer „Rückenschule“ (Kurs, in dem Übungen zur Kräftigung der Muskulatur sowie Rücken-schonende Bewegungsabläufe, z.B. beim Heben und Tragen von Lasten, erlernt werden). Kurse werden von Krankenkassen, Volkshochschulen, Fitness-Studios und teilweise sogar von Arbeitgebern angeboten.
  • Bevorzugen von Schuhen mit flachem Absätzen, da häufiges Gehen auf hohen Absätzen die Statik der Wirbelsäule verändert und zu einer Überlastung der Bandscheiben führt.
  • Verwendung einer Matratze mit hohem Liegekomfort, damit sich die Rückenmuskulatur beim Schlafen ausreichend entspannen kann.
  • Bei überwiegend sitzender beruflicher Tätigkeit Einlegen regelmäßiger Bewegungspausen
  • Vermeiden von Unterkühlungen, da sie leicht zu Muskelverkrampfungen führen.

Folgende Maßnahmen sind sinnvoll, wenn Rückenschmerzen auftreten:

  • keine Schonung, sondern leichte Bewegung (Spaziergänge, Fahrrad fahren, Rückenschwimmen in warmem Wasser)
  • bei Autositz, Bett und Bürostuhl auf Qualität achten
  • Falsche Verhaltensweisen beim Heben, Tragen, Liegen, Bücken, Sitzen und Stehen müssen korrigiert werden.
  • Wärmeanwendungen in Form von Heizkissen, Kompressen, Wärmflasche, Leibwickel, Rotlicht
  • warmes Vollbad (36-39°C, 15-20 min), evtl. mit Zusatz von rezeptfreien Badezusätzen aus der Apotheke (siehe Rezeptfreie Medikamente)
  • Saunabesuch
  • Stufenlagerung zur Entlastung der Bandscheiben: der Betroffene liegt dabei flach auf dem Boden, die Unterschenkel werden auf einem Hocker oder Stuhl so abgelegt, dass zwei rechte Winkel entstehen: in der Leistenbeuge zwischen Rücken und Oberschenkel und im Knie zwischen Ober und Unterschenkel
  • Bei Stress und seelischen Anspannungen helfen gezielte Entspannungstechniken, vor allem Progressive Muskelentspannung nach Jacobson, aber auch Autogenes Training und Yoga

Quelle: Rote Liste online
Lennecke/Hagel/Przondziono: Selbstmedikation, Deutscher Apotheker Verlag, Stuttgart (2004)
Stiftung Warentest: Handbuch Selbstmedikation, Berlin (2002)
Schaefer/Spielmann/Vetter: Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit, Elsevier GmbH, 7. Auflage 2006
Nees-Delaval, B.: Wir werden Eltern, Falken-Verlag (1998)
Wernig, C. (Hrsg.): Medizin für Apotheker. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart, 2. Auflage (1997)
Bruhn/Frey/Wagner: Das Kind in der Apotheke. Deutscher Apotheker Verlag, Stuttgart (2006)
www.dgk.de
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