Übergewicht - Adipositas - Behandlung

Unter Übergewicht versteht man ein zu hohes Körpergewicht in Bezug auf die Körpergröße. Starkes Übergewicht wird als Fettleibigkeit (Adipositas) bezeichnet. Übergewicht und Adipositas erhöhen das Risiko für viele Erkrankungen und vermindern die Lebenserwartung.


Behandlung

Um das Körpergewicht zu reduzieren, gibt es prinzipiell zwei Strategien:

  1. die Aufnahme von Energie durch Ernährungsumstellung reduzieren
  2. den Energieverbrauch durch mehr körperliche Bewegung erhöhen

Am effektivsten ist das gleichzeitige Verfolgen beider Strategien. Zur Unterstützung des Abnehmens können rezeptfreie Medikamente angewendet werden, die z.B. das Hungergefühl dämpfen. Als Einstieg und Motivation ist ebenfalls eine Kurzdiät (z.B. Fomula-Diät) zu empfehlen. Wegen des Jo-Jo-Effekt erreichen die Betroffenen jedoch bei diesen Maßnahmen nach kurzer Zeit wieder ihr ursprüngliches Gewicht, wenn sich keine langfristigen Maßnahmen zur Gewichtsreduktion anschließen.

Soll eine Gewichtreduktion langfristig sein, müssen folgende Grundsätze beachtet werden:

  • die täglich zugeführte Kalorienmenge sollte 1200-1500 kcal nicht unterschreiten
  • die wöchentliche Gewichtsreduktion liegt bei maximal 0,5 bis 1 kg
  • die aufgenommene Flüssigkeitsmenge (kalorienfreie Getränke wie Tee, Mineralwasser) liegt bei mindestens 2,5l täglich
  • der Umfang an körperlicher Bewegung muss erhöht werden.

Abnehmen mit ärztlicher Unterstützung

Adipositas (BMI ≥ 30) ist eine behandlungsbedürftige Krankheit. Auch bei Übergewicht (BMI zwischen 25 und 29,9) kann eine ärztliche Behandlung sinnvoll sein, z.B. bei:

  • gleichzeitigem Vorliegen von Übergewichts-bedingten Gesundheitsstörungen (z.B. Diabetes Typ 2, hoher Blutdruck)
  • Fettansatz am Bauch über dem Grenzwert (siehe Beschwerden)
  • Vorliegen von Erkrankungen, die durch Übergewicht verschlimmert werden
  • hohem psychischer Leidensdruck

Bei einer vom Arzt geleiteten Adipositas Behandlung wird zunächst eine Basistherapie durchgeführt. Sie besteht aus:

  • Ernährungstherapie
  • Bewegungstherapie
  • Verhaltenstherapie

Falls damit keine ausreichender Erfolg erzielt werden kann, kommen in Betracht:

  • eine begleitende medikamentöse Therapie
  • eine chirurgische Behandlung

Ernährungstherapie

Die Ernährungstherapie hat in der Regel eine tägliche Verminderung der aufgenommenen Energie um 500 bis 800 Kilokalorien zum Ziel. Dies soll vor allem durch eine verminderte Aufnahme von Fett erreicht werden. Meist wird eine ausgewogene Mischkost empfohlen, mit der pro Tag zwischen 1200 und 2000 Kilokalorien aufgenommen werden.

Durch mehr Bewegung kann das Abnehmen unterstützt und – wenn die Aktivität beibehalten wird – das Gewicht auch langfristig gehalten werden. Für einen messbaren Erfolg ist ein zusätzlicher Energieverbrauch von mindestens 2500 Kilokalorien pro Woche erforderlich. Dies entspricht etwa 5 Stunden zusätzlicher körperlicher Aktivität pro Woche, zur Gewichts-Stabilisierung 3 bis 5 Stunden mit einem zusätzlichen Energieverbrauch von mindestens 1500 Kilokalorien wöchentlich.

Verhaltenstherapie

Mit einer Verhaltenstherapie kann das Durchhalten der Ernährungs- und Bewegungstherapie unterstützt werden. Eine Verhaltenstherapie umfasst z.B.:

  • das Führen von Ernährungs-Tagebüchern
  • das Einüben von Verhaltensänderungen beim Essen
  • ein Training zur Rückfallprophylaxe

Begleitende medikamentöse Therapie

Wird mit der Basistherapie keine zufriedenstellende Gewichtsreduktion erzielt, können vom Arzt begleitend dazu rezeptpflichtigen Medikamente verordnet werden. Diese wirken auf verschiedene Weise, z.B. durch

  • Hemmung der Fettaufnahme im Darm
  • Normalisierung des Hungergefühls
  • Verminderung der Neubildung von Fett in der Leber und im Fettgewebe

Chirurgische Behandlung

Bei Patienten mit einem BMI ab 35, bei denen alle herkömmlichen Behandlungsmethoden keinen Erfolg gezeigt haben und noch weitere Erkrankungen vorliegen, kann eine chirurgische Behandlung in darauf spezialisierten Einrichtungen in Betracht gezogen werden (z.B. Anlegen eines anpassbaren Magenbandes).Abnehmen mit ärztlicher Unterstützung

Quelle: Springer Medizin
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