Cellulite, Orangenhaut - Ursachen

Cellulite betrifft etwa acht von zehn Frauen über 20 Jahre und gilt als kosmetischer Makel. Dabei hat sie keinerlei Krankheitswert und war früher sogar ein Schönheitsmerkmal. Heutzutage sucht man dagegen eifrig nach Gegenmitteln.


Ursachen

Zellulite ist das äußerlich sichtbare Zeichen einer altersbedingten Veränderung der Bindegewebsstruktur im Unterhautfettgewebe. Diese Gewebsschicht der Haut besteht im Wesentlichen aus Fettgewebe, in das Nerven und Gefäße eingebettet sind. Sie wird von straffen Bindegewebszügen durchsetzt, die die Haut mehr oder weniger verschieblich mit tiefer gelegenen Strukturen verbinden. Bei Frauen verlaufen diese festeren Züge aus Bindegewebe (Bindegewebssepten) in der Regel senkrecht zur Hautoberfläche und „schnüren“ so einzelne Fettgewebspölsterchen ähnlich wie Honigwaben, die dann nur noch durch eine dünne und zartere Bindegewebsschicht von den oberen Hautschichten getrennt sind.

Schwellen die Fettzellen innerhalb dieser einzelnen Fettgewebssäulen nun an, kommt es zur sichtbaren Ausbeulung nach außen, während die vertikalen Septen ihre ursprüngliche Form und Länge behalten und so als Einziehungen erscheinen. Die obere Schicht des Bindegewebes dagegen ist nicht mehr stark genug, um die glatte Struktur nach außen gegen den Druck der anschwellenden Fettzellen aufrechtzuerhalten.

Anders sieht es dagegen im männlichen Unterhautgewebe aus: Hier sind die parallel zur Hautoberfläche verlaufenden Bindegewebssepten stärker ausgeprägt und halten die Konturen nach außen auch gegen einen zunehmenden Gewebedruck glatt und gestrafft. Dazu kommt, dass Männer insgesamt ca. zehn Prozent weniger Körperfett und hierbei vor allem weniger Unterhautfettgewebe besitzen.

Die Entwicklung einer Zellulite wird also durch zwei ineinandergreifende Mechanismen vorangetrieben: einerseits die nachlassende Straffheit der dünnen oberen Bindegewebsschichten und anderseits die Vergrößerung von Fettzellen durch Gewichtszunahme, Flüssigkeitseinlagerung, Einlagerung von Schadstoffen oder mangelndem Abtransport durch gestauten Lymphfluss. Auf diese beiden Mechanismen haben wiederum verschiedene Faktoren Einfluss:

  • Erbanlagen bestimmen die Beschaffenheit des Bindegewebes und auch teilweise die Menge an Fettgewebszellen. Bereits im Kindesalter lässt sich anhand der Anzahl und der Beschaffenheit von Bindegewebszügen im Unterhautgewebe vorhersagen, ob sich später eine Zellulite entwickeln wird oder nicht.
  • Weibliche Hormone sorgen für eine verstärkte Wassereinlagerung und Fettspeicherung gerade im Bereich von Oberschenkeln und Hüfte – den Zonen also, an denen Zellulite bevorzugt entsteht.
  • Störungen der Mikrozirkulation – also der Anbindung der Fettzellen sowohl an die Blut- und damit Sauerstoffzufuhr als auch an den Lymphabfluss –verschlechtern den Stoffwechsel der einzelnen Zellen, sodass Schadstoffe weniger gut abgebaut und abtransportiert werden können. Negativ wirken beispielsweise Bewegungsmangel oder eine starke Zunahme des Fettgewebes bei Übergewicht.
  • Durch eine zusätzliche Belastung mit Schadstoffen kommen oben erwähnte Mechanismen wie unzureichende Sauerstoffversorgung oder Lymphabflussstörungen doppelt zum Tragen. Für die Zellen der Haut heißt das: Jede gerauchte Zigarette, jedes Sahnetörtchen und jedes fehlende Vitamin rächen sich in Form tieferer Dellen an der Hautoberfläche.

Quelle: www.zellulite.eu
Cellulite als Thema der Westzeit des Radiosenders WDR2
„Die neue Beulenpest“; FAZ, 02.Juli 2007
Benninghoff, Drenckhahn: Anatomie, Makroskopische Anatomie, Histologie, Embryologie, Zellbiologie, Band 2; Urban & Fischer, 16. Auflage 2004
Frew K, Katz B: The efficacy of a Diode Laser with contact cooling and suction in the treatment of cellulite.
Fritsch: Dermatologie, Venerologie; Springer 2. Auflage 2004
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