Myopie / Kurzsichtigkeit - Ursachen

Kurzsichtigkeit (Myopie) ist eine Sehstörung, bei der Objekte in größerer Entfernung ohne Sehhilfe nicht mehr scharf wahrgenommen werden. Im Nahbereich hingegen kann die Sehkraft vollständig erhalten oder sogar überdurchschnittlich sein. Hier finden Sie alles zum Thema.


Ursachen

Kurzsichtigkeit ist in den meisten Fällen durch die Erbanlagen bedingt. Darüber hinaus gibt es jedoch auch Erkrankungen, die zur Entstehung von Kurzsichtigkeit führen können.

Dazu gehören die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Augapfelprellungen, wie sie in Folge eines Unfalls auftreten können, wenn Haltefasern der Linse geschädigt werden, zu hoher Augeninnendruck (Grüner Star) während der Kindheit sowie – vorübergehend – eine besondere Form der Linsentrübung im Alter, des „Grauen Stars“.

Ein bemerkenswertes Faktum, das für eine erbliche Veranlagung zur Kurzsichtigkeit spricht, ist, dass Kurzsichtige im Durchschnitt über einen um etwa 8 Punkte höheren Intelligenzquotienten verfügen. Wissenschaftler vermuten aufgrund dieser Beobachtung, dass die Erbanlagen, die für die Intelligenz bzw. die Kurzsichtigkeit verantwortlich sind, im Erbgut dicht beieinander liegen.

Aufgrund der starken Zunahme der Verbreitung von Kurzsichtigkeit in asiatischen Städten erscheint es in den letzten Jahren einigen Forschern jedoch denkbar, dass auch Umwelteinflüsse die Entstehung von Kurzsichtigkeit begünstigen könnten. Ob diese tatsächlich existieren und welcher Art sie gegebenenfalls wären, ist derzeit jedoch noch unklar.

Tierversuche haben ergeben, dass Kurzsichtigkeit die Folge einer dauerhaft unscharfen Abbildung auf der Netzhaut sein kann. Unabhängig von der zugrunde liegenden Abbildungsstörung (neben Kurzsichtigkeit kommen z.B. auch Weitsichtigkeit, nicht punktförmige Abbildung [Astigmatismus], Linsentrübung u.a. als Ursache in Frage) reagiert das tierische Auge auf unscharfe Netzhautbilder mit Längenwachstum. Dadurch kann ein Missverhältnis zwischen Augenlänge und Augenbrechkraft, wie es zur Kurzsichtigkeit führt, entstehen bzw. ein bereits vorhandenes Missverhältnis verstärkt werden. Es ist derzeit jedoch nicht klar, ob sich die Ergebnisse der Tierstudien auf den Menschen übertragen lassen.

Weder schlechte Lichtverhältnisse (Lesen bei Kerzenlicht o.ä.) noch häufiges und anhaltendes Nahsehen, wie es bei verschiedenen Berufen erforderlich sein kann, führen zu Kurzsichtigkeit. Auch eine bereits bestehende Kurzsichtigkeit wird durch sie nicht verstärkt.

Autor: Jan Groh

Quelle: http://www.augeninfo.de/patinfo/myopie.htm
Grehn F, Leydhecker W. Augenheilkunde (26. Auflage). Berlin, Heidelberg, New York, Barcelona, Budapest, Hong Kong, London, Mailand, Paris, Tokyo 1995
Clin Exp Optom. 2003 Sep;86(5):289-94 http://www.optometrists.asn.au
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