Bandverletzungen (z.B. Kreuzbänder, Sprunggelenk) - Ursachen
Ursachen
Die Ursache von Bandverletzungen sind in der Regel Zugbelastungen, die die Festigkeit des Bandes überschreiten. Sie entstehen zumeist durch Unfälle beim Sport, im Verkehr oder durch unachtsame Bewegungen, bei denen es zu Überstreckungen oder Überbeugungen in Gelenken kommt.
Knochenbrüche in Gelenknähe sind eine weitere häufige Ursache von Bandverletzungen. Einerseits können hierbei scharfkantige Knochenfragmente zu Schädigungen von Bändern führen. Andererseits kann das Gelenk beim Unfall ausgerenkt werden (Luxation), was automatisch eine Verletzung der Gelenk stabilisierenden Bänder bedeutet.
Entsprechend der Funktion der einzelnen Bänder gibt es in vielen Fällen typische Verletzungsabläufe, die den Arzt bereits auf Grundlage des Unfallhergangs bestimmte Verletzungsmuster vermuten lassen.
Bänder sind außerordentlich fest. Üblicherweise kommt es daher ausschließlich nach starken Krafteinwirkungen zu Bandverletzungen. Sind Bänder z.B. durch Stoffwechselstörungen oder frühere Verletzungen vorgeschädigt, kann es auch bei „normaler“ Belastung zu Schäden kommen. Verbreitet sind etwa Kalkeinlagerungen im Bandapparat, deren Ursache zumeist unbekannt ist. Auch längerfristiger Vitamin-D-Mangel kann die Festigkeit von Bändern herabsetzen.
Kreuzbänder
Ursache von Kreuzbandverletzungen sind überwiegend Verdrehungen des Gelenks, zumeist bei gebeugtem Knie, feststehendem Unterschenkel und sich drehendem Körper. Dieses Bewegungsmuster ist besonders oft bei so genannten „Stop-and-go“-Sportarten wie Tennis oder Squash und Ballsportarten wie Fußball, Handball oder Basketball anzutreffen. Beim Skifahren kommt es aufgrund der Hebelwirkung der Ski häufig gerade bei geringer Geschwindigkeit und langsamem Verletzungsgeschehen zu Kreuzbandrissen, weil die Sicherheitsbindungen den Fuß vor allem auf plötzliche Krafteinwirkung hin freigeben.
Bandrisse treten insbesondere bei ruckartigen Bewegungen oder bei Gewalteinwirkung auf das knienahe Ende des Schienbeins (Schienbeinkopf) auf, etwa in Folge eines Tritts oder des Anpralls des Knies auf das Armaturenbrett bei Autounfällen.
Auch Überstreckungen oder Überbeugungen können zu Kreuzbandrissen führen, sie sind als Verletzungsursache jedoch seltener anzutreffen.
Oberes Sprunggelenk
Die Form des Sprungbeinknochens bedingt, dass die Bänder des oberen Sprunggelenks besonders bei Streckung und gleichzeitiger Innen- bzw. Außendrehung des Fußes starken Kräften ausgesetzt und damit verletzungsanfällig sind.
Neben so genannten „Stop-and-go“-Sportarten wie Tennis oder Squash und Ballsportarten wie Fußball, Handball oder Basketball können auch alltägliche Bewegungen zu Verletzungen an den Bändern führen. So bedingen hohe Absätze eine generelle Streckstellung des Fußes. Knickt der Fuß in dieser Position seitlich weg, kann es daher leicht zu Verletzungen von Innen- oder Außenband kommen. Ebenso können Bandverletzungen auftreten, wenn der Fuß seitlich von einer Kante abrutscht, etwa vom Bürgersteig. Plateausohlen stellen in diesem Sinne eine „ständig mitgeführte Bürgersteigkante“ dar.
Autor: Jan Groh
Niethard FU, Pfeil J. Orthopädie (2. Auflage). Stuttgart 1992.
Nach Informationen der Uni-Düsseldorf
http://www.ncbi.nlm.nih.gov
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