Anorexie / Magersucht - Ursachen
Ursachen
Die Ursachen der Anorexia nervosa sind unbekannt. Untersuchungen an Zwillingen weisen darauf hin, dass sowohl erbliche (genetische) als auch Umweltfaktoren an der Entstehung der Krankheit beteiligt sind.
Obwohl ein ursächlicher Zusammenhang bisher nicht bewiesen ist, fällt auf, dass viele der Patienten über ein nur schwach entwickeltes Selbstbewusstsein verfügen, gleichzeitig aber zum Perfektionismus tendieren. In den Herkunftsfamilien der Patienten können öfters relative Kontaktarmut, hohe Leistungserwartungen und ein unharmonisches Verhältnis zwischen den Eltern beobachtet werden.
Von Bedeutung für die Krankheitsentstehung sind darüber hinaus kulturelle Schönheitsnormen sowie Einflüsse aus dem sozialen Umfeld der Betroffenen. Seit den 1960er Jahren gilt in westlichen Kulturen ein schlanker Körper als Schönheitsideal. Werbung und Medien geben hier ästhetische Richtwerte vor, die erheblichen subjektiven und sozialen Druck bewirken können, dem insbesondere Jugendliche durch Hungerleistungen zu entsprechen versuchen. Nicht zu unterschätzen sind auch auf Essverhalten oder Körpermaße gerichtete Bemerkungen aus dem sozialen Umfeld der Betroffenen. Diese können gerade bei Jugendlichen mit geringem Selbstbewusstsein zu erheblicher Verunsicherung führen. Gewichtsreduktion und soziale Belohnung werden dann unter Umständen subjektiv miteinander verknüpft und verstärken die Motivation, noch weiter abzunehmen.
In vielen Fällen haben insbesondere betroffene Jugendliche Schwierigkeiten, ihre sexuelle Rolle als Erwachsene und die mit ihr verbundenen Gestaltveränderungen anzunehmen. Die Gewichtsabnahme stellt in einem solchen Fall den Versuch dar, die kindliche Gestalt und oft auch die soziale Rolle des Kindes beizubehalten.
Autor: Jan Groh
www.bundesfachverbandessstoerungen.de/de/8/leitlinien_zur_behandlung_von_essstoerungen.html
http://www.dgk.de/web/dgk_content/de/magersucht.htm
http://www.anad-pathways.de/de/6/magersucht-anorexia-nervosa.html
Ther Umsch. 2006 Aug;63(8):545-9.
Ther Umsch. 2006 Aug;63(8):539-43
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