Rachenmandelwucherung - Adenoide - Ursachen

Die Vergrößerung (Hyperplasie) der Rachenmandel ist eine Volumenzunahme des lymphatischen Gewebes, aus dem die Rachenmandel zum größten Teil besteht.


Ursachen

Hormonelle und erbliche Einflüsse, vor allem aber der ständige Kontakt mit immer neuen Krankheitserregern im Kindesalter sind die Ursachen der Rachenmandelvergrößerung.

Eine Vergrößerung der Rachenmandel wird durch mehrere begünstigende Einflüsse hervorgerufen. Zum einen spielen hormonelle und konstitutionelle Einflüsse (Eigenschaften des individuellen Körperbaus) dabei eine Rolle. Vor allem aber ist das wiederholte Auftreten von räumlich begrenzten (lokalen) und den gesamten Organismus einbeziehenden (systemischen) bakteriellen und viralen Infekten eine entscheidende Ursache für die Vergrößerung der Rachenmandel.

Die Vergrößerung der Rachenmandel beginnt in den ersten Lebensjahren. Dies ist das Alter, in dem das Immunsystem der Kinder den meisten Infekten durch Bakterien und Viren ausgesetzt ist und dem Lymphgewebe der Rachenmandel eine entscheidende Bedeutung bei der Abwehr von immer neuen Krankheitserregern zukommt. Dabei erlernt das Abwehrsystem eine Immunität gegen die verschiedenen Erreger. Das lymphatische Gewebe der Rachenmandel befindet sich durch den ständigen Kontakt mit den Krankheitskeimen im Zustand einer dauerhaften (chronischen) Entzündung.

Außerdem besteht eine erbliche Veranlagung zur Rachenmandelvergrößerung, wodurch eine familiäre Häufung bedingt ist. Eine Überernährung begünstigt ebenfalls die Entstehung großer lymphatischer Organe.

Bei einer Spalterkrankung (Lippen-, Kiefer- oder Gaumenspalte) kann es beim Schlucken und Sprechen durch die Spaltbildung zu einem unvollständigen Verschluss zwischen Mundrachenraum und Nasenrachenraum kommen. Durch die funktionell wichtige, ausgleichende Vergrößerung der Rachenmandel wird bei der Sprachbildung und beim Schlucken oft ein vollständiger Abschluss zum Nasenrachenraum gewährleistet. In solchen Fällen muss eine operative Entfernung sorgfältig überdacht werden.

Quelle: Springer Medizin
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