Sonnenbrand - Dermatitis solaris - Ursachen

Unter einem Sonnenbrand oder Dermatitis solaris versteht man eine Entzündungsreaktion der Haut, die dann auftritt, wenn die Haut einer für sie zu intensiven Sonnenbestrahlung ausgesetzt ist


Ursachen

Ein Sonnenbrand entsteht, wenn die Haut einer für sie zu intensiven ultravioletten (UV-) Strahlung ausgesetzt ist. Die Strahlungsintensität hängt unter anderem von der Jahreszeit, von der Tageszeit, vom Breitengrad, von der Höhe über dem Meersspiegel sowie vom Maß der Reflexion der Strahlung durch Wasser, Sand oder Schnee ab. Je höher die Intensität der UV-Strahlung ist, desto kürzer ist die Bestrahlungsdauer, die einen Sonnenbrand auslöst. Der Hauttyp, das heißt der genetisch festgelegte Grad der Lichtempfindlichkeit, und das Ausmaß der Vorbräunung zum Zeitpunkt der UV-Exposition sind weitere Faktoren, die die Bestrahlungsdauer zur Auslösung eines Sonnenbrandes bestimmen.

Ultraviolette (UV-)Strahlung

Ultraviolette (UV-)Strahlung ist eine Form der elektromagnetischen Strahlung, die energiereicher (kurzwelliger) ist als das sichtbare Licht und daher vom menschlichen Auge nicht wahrgenommen werden kann. Man unterscheidet UV-A-, UV-B- und UV-C-Strahlung.






StrahlungsartEigenschaftenWirkungVorkommen
UV-A




energieärmer (langwelliger) als UV-B




-schnelle Bräunung
-vorzeitige Hautalterung (Falten, Pigmentverschiebungen)
erhöht das Risiko, Jahrzehnte später an Hautkrebs zu erkranken
als Teil der Strahlung der Sonne sowie im Solarium



UV-B


energiereicher (kurzwelliger) als UV-A


-langsame Bräunung
-Sonnenbrand
erhöht das Risiko, Jahrzehnte später an Hautkrebs zu erkranken
als Teil der Strahlung der Sonne


UV-C


energiereicher (kurzwelliger) als UV-A und UV-B

gelangt wegen der "Filterwirkung" der Erdatmosphäre praktisch nicht in die Nähe der Erdoberfläche
als Teil der Strahlung der Sonne


Individueller Hauttyp und Verhalten bei Sonne

Je höher die Intensität der UV-Strahlung ist, desto kürzer ist die Bestrahlungsdauer, die einen Sonnenbrand auslöst. Der Hauttyp, das heißt der genetisch festgelegte Grad der Lichtempfindlichkeit, und das Ausmaß der Vorbräunung zum Zeitpunkt der UV-Exposition, sind weitere Faktoren, die die Bestrahlungsdauer zur Auslösung eines Sonnenbrandes bestimmen. Nach der Hautreaktion auf die erste 30-minütige Sonnenexposition im Sommer werden sechs unterschiedliche Hauttypen unterschieden.









HauttypenCharakteristikaSonnenbrandschwelle ohne SchutzHautreaktion bei Sonne
Typ 1helle Haut, eventuell mit Sommersprossen, blaue Augen und blondes oder rotblondes HaarNach 10 Minuten in der prallen Sonne (im Sommer in Mitteleuropa);extrem hohes Sonnenbrandrisiko"immer rot, nie braun"
Typ 2helle Haut, eventuell mit Sommersprossen, blaue Augen und blondes oder rotblondes Haar; auch dunkelbraunes Haar und braune oder grüne Augen kommen vornach 10-20 Minuten der prallen Sonne (im Sommer in Mitteleuropa); hohe Neigung zum Sonnenbrand


"immer rot, manchmal braun"
Typ 3mäßig helle Haut und dunkelblondes bis dunkles Haar, entspricht dem Typ des eher dunkelhäutigen Mitteleuropäersnach 20-30 Minuten in der prallen Sonne (im Sommer in Mitteleuropa);geringes Sonnenbrandrisiko"manchmal rot, immer braun"
Typ 4eher dunkle Haut und dunkelbraune oder schwarze Haare; entspricht im wesentlichen dem mediterranen Typnach 45 Minuten in der prallen Sonne (im Sommer in Mitteleuropa);sehr geringes Sonnenbrandrisiko"nie rot, immer braun"
Typ 5Bewohner des Mittelmeerraume, Mexikaner und Indianer
so gut wie kein Sonnenbrandrisiko
Typ 6Schwarzekein Sonnenbrandrisiko

  • Bei Menschen mit Hauttyp I führt die erste 30-minütige Sonnenexposition im Sommer ohne Anwendung eines Lichtschutzmittels zu Hautrötung und/oder Sonnenbrand, aber nicht zur Bräunung. Diese Menschen werden an der Sonne "immer rot, nie braun". Aufgrund der ausbleibenden Pigmentierung haben diese Personen ein extrem hohes Sonnenbrandrisiko. Im Sommer können sich diese Menschen in Mitteleuropa ohne Lichtschutz maximal zehn Minuten in der prallen Sonne aufhalten, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Diese Zeitspanne wird auch Sonnenbrandschwelle genannt. Menschen mit Hauttyp I haben im Allgemeinen eine helle Haut, eventuell mit Sommersprossen, blaue Augen und blondes oder rotblondes Haar. Besonders hoch ist der Anteil von Menschen mit Hauttyp I in der irischen Bevölkerung. Etwa zwei Prozent aller Mitteleuropäer haben Hauttyp I.

  • Auch Menschen mit Hauttyp II besitzen eine hohe Neigung zum Sonnenbrand. Im Gegensatz zu Menschen mit Hauttyp I entwickeln sie nach UV-Exposition eine Pigmentierung, die allerdings relativ schwach ist; sie werden "immer rot, manchmal braun". Ohne Sonnenschutz können sich Menschen mit Hauttyp II maximal zehn bis 20 Minuten der prallen Sonne (im Sommer in Mitteleuropa) aussetzen, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Menschen mit Hauttyp II haben im allgemeinen eine helle Haut, eventuell mit Sommersprossen, blaue Augen und blondes oder rotblondes Haar. Auch dunkelbraunes Haar und braune oder grüne Augen kommen vor. Damit entspricht Hauttyp II dem Typ des hellhäutigen Nord- bzw. Mitteleuropäers. Etwa 14 Prozent der Bevölkerung in Mitteleuropa hat Hauttyp II.

  • Personen mit Hauttyp III haben im Vergleich zu Hauttyp I und II ein geringeres Sonnenbrandrisiko. Bei ihnen bewirkt die erste 30-minütige Sonnenexposition im Sommer ohne Anwendung eines Lichtschutzmittels stets eine deutliche Pigmentierung; ein Sonnenbrand tritt nur selten auf. Die Sonnenbrandschwelle im Sommer in Mitteleuropa liegt bei Menschen mit Hauttyp III bei etwa 20 bis 30 Minuten. Personen mit Hauttyp III werden an der Sonne "manchmal rot, immer braun". In der Regel haben sie eine mäßig helle Haut und dunkelblondes bis dunkles Haar. Hauttyp III entspricht dem Typ des eher dunkelhäutigen Mitteleuropäers. Etwa 78 Prozent der Bevölkerung in Mitteleuropa hat Hauttyp III.

  • Menschen mit Hauttyp IV reagieren auf die erste 30-minütige Sonnenbestrahlung im Sommer mit einer ausgeprägten Pigmentierung. Ein Sonnenbrand tritt bei ihnen sehr selten auf; sie werden "nie rot, immer braun". Ein Sonnenbrand tritt in Mitteleuropa, wenn überhaupt, erst nach einem 45-minütigen Aufenthalt in der prallen Sonne auf. Menschen mit Hauttyp IV haben in der Regel eine eher dunkle Haut und dunkelbraune oder schwarze Haare; damit entspricht Hauttyp IV im wesentlichen dem eher mediterranen Typ. Insgesamt haben acht Prozent aller Mitteleuropäer Hauttyp IV.

  • Hauttyp V ist für die Bewohner des Mittelmeerraumes, für Mexikaner und Indianer typisch. Diese Menschen entwickeln in der Regel keinen Sonnenbrand; eine zusätzliche Pigmentierung tritt nach UV-Exposition nicht auf.

  • Menschen mit Hauttyp VI sind Schwarze. Auch diese Personen sind durch ihr Hautpigment so gut vor der UV-Strahlung geschützt, dass bei ihnen nach Sonnenbestrahlung in der Regel weder ein Sonnenbrand noch eine zusätzliche Pigmentierung auftritt.

Quelle: Springer Medizin
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