Asthma bronchiale - Bronchialasthma - Ursachen
Ursachen
Das Auftreten eines Asthma bronchiale ist immer noch schicksalhaft und nicht vorhersehbar. Warum ein Mensch erkrankt und ein anderer nicht, ist nicht geklärt. Bei dem Auftreten von Asthma bronchiale handelt es sich nach den heutigen Kenntnissen um ein multifaktorielles Geschehen.
Die Mechanismen, die zur Erkrankung führen, sind unterschiedlich für die exogen- allergische und die intrinsische Form, beiden ist aber eine Disposition (Neigung) gemeinsam. Es gibt verschiedene beitragende Faktoren, die das Auftreten begünstigen, aber keiner der identifizierten Risikofaktoren alleine ist ausreichend, die Erkrankung zwangsläufig herbeizuführen. Dies gilt auch für die allergische Form des Asthma bronchiale, da bei einer Neigung zu Allergien zwar die Wahrscheinlichkeit der Erkrankung steigt, warum aber ein Teil der Patienten mit einer bestimmten Sensibilisierung mit Asthma, ein anderer Teil mit der gleichen Sensibilisierung nicht mit Asthma reagiert, ist nicht geklärt.
Gibt es Risikofaktoren für das Auftreten von Asthma bronchiale?
Sicher ist, dass die asthmatische Disposition mit einer Knochenmarkübertragung mit-übertragen werden kann, dass also die genetische Information in den übertragen Knochenmarkszellen für diese Reaktionsform entscheidend ist. Hierbei handelt es sich wahrscheinlich nicht um ein einzelnes Asthma-Gen, sondern um mehrere Gene, die nur gemeinsam, wenn auch in unterschiedlicher Weise, dazu beitragen müssen (so genannte polygenetische Erkrankung). Eine genetische Beratung aufgrund einer Gen-Analyse ist heute aber wegen der Vorläufigkeit dieser Ergebnisse nicht möglich, ebenso wenig wie die Vorhersage für einen einzelnen Menschen, ob eine Asthma-Erkrankung auftreten wird oder nicht.
Welche Krankheitsauslöser sind sicher bekannt?
Bei einer allergischen Asthmaerkrankung ist die Allergie der eindeutige Auslöser der Erkrankung. Dabei ist allerdings weder die Ursache der Allergie-Reaktion (warum reagiert ein Individuum auf ein bestimmtes Allergen allergisch?) noch die Verknüpfung zwischen der Allergie und der Atemwegserkrankung (warum reagiert das Individuum auf die Allergie mit Asthma und nicht mit Heuschnupfen oder umgekehrt?) geklärt. Mit diesen Einschränkungen sind als ursächliche und spezifische Auslöser mit hinreichender Sicherheit nur Allergene (bestimmte Pollen, Stäube, Latex und andere) identifizierbar. Allergenkontakt führt zu einer allergischen Reaktion (allergische Sensibilisierung), die zu einer allergischen Erkrankung führt (in diesem Fall Asthma und nicht Heuschnupfen). Ist einmal die asthmatische Reaktion gebahnt, kommt es nicht nur durch die spezifischen Auslöser (in dem Beispiel der Allergie also die bestimmten Pollen) zu Beschwerden, sondern häufig auch durch andere und unspezifische Triggerfaktoren. Als solche Triggerfaktoren oder unspezifische Auslöser der asthmatischen Beschwerden bei einem zuvor an einem Asthma erkrankten aber beschwerdefreien Patienten sind Medikamente (Betablocker, Aspirin und Ähnliche), Kälte, Anstrengung (auch über die Auskühlung der Bronchialschleimhaut), Staub, starke Gerüche, Reizstoffe, Erschütterung, Husten, Lachen et cetera beschrieben worden.
Passivrauchen führt bei Kindern zu einer erhöhten Häufigkeit von Erkrankungen der Atemwege, wozu neben der chronischen Bronchitis des Kindes auch das Asthma bronchiale zählt. Durch Vermeidung von Passivrauchen bei Kindern kann man sicher eine große Zahl von später auftretenden Asthmaerkrankungen verhindern.
Welche Krankheitsauslöser werden vermutet?
Die Entzündungsreaktion, die der bronchialen Hyperreagibilität zugrunde liegt, wird allgemein auch als eine mögliche Folge einer viralen Infektion angesehen. Hierzu passt die Beobachtung, dass auch Menschen, die sonst nicht zu asthmatischen Reaktionen neigen, im Anschluss an einen Virusinfekt besonders lange husten und bei ihnen auch die für Asthma typischen Geräusche über der Lunge zu hören sind. Insbesondere bei Kindern ist dies typisch. Mancher Patient mit einer langjährigen Asthmageschichte kann berichten, dass Alles mit einer hartnäckigen fiebrigen Erkältung begonnen hat. Warum aber der eine Patient nach einem Virusinfekt Asthma bekommt (vorübergehend oder dauerhaft), ein anderer aber nicht, ist unbekannt und führt dazu, dass die Bedeutung der Virusinfekte für die Entstehung des Asthma immer noch sehr umstritten ist. Insbesondere nach Infektionen mit RS-Viren (häufiger Erreger des Schnupfens und anderer Erkrankungen des Bronchialsystems) soll im Kindesalter die Asthmahäufigkeit gesteigert sein.
Gibt es eine vererbbare Disposition zu Asthma bronchiale?
Viele Untersuchungen belegen eine erbliche Disposition der Asthmaerkrankung. Die beteiligten Gene liegen offensichtlich auf verschiedenen Chromosomen, und es sind sehr viele verschiedene Gene involviert (mehr als zehn). Daher spricht man von einer polygenetischen Disposition. Da alle diese Erkenntnisse noch einen vorläufigen Charakter haben, die Gewichtung der einzelnen angeschuldigten Gene nicht klar ist (welches ist wichtiger oder unwichtiger), sind derzeit genetische Analysen in diesem Zusammenhang nicht klinisch hilfreich und wissenschaftlichen Fragestellungen vorbehalten.
Eine familiäre Häufung der Erkrankung ist immer wieder zu beobachten, eine Vorhersage der Erkrankungswahrscheinlichkeit ist selbst bei genauester Kenntnis der Familiengeschichte nicht möglich.
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