Prostatavergrößerung - Benigne Prostatahyperplasie - Ursachen

Die gutartige Prostatavergrößerung bemerkt der Patient durch Zeichen der Blasenfunktionsstörung. Hier finden Sie alles zum Thema.


Ursachen

Unterschiedliche Faktoren werden für die Vergrößerung und die Veränderungen der Prostata mit zunehmendem Alter verantwortlich gemacht. Wichtige verursachende Faktoren sind der Alterungsprozess, die Hormone, der Hormonstoffwechsel und die Wachstumsfaktoren.

Das Wachstum der Prostata beginnt etwa im 30. Lebensjahr in den Drüsenabschnitten, die direkt um die Harnröhre liegen, in der so genannten Übergangszone der Prostata.

Die genauen Ursachen, welche die Vergrößerung und die Veränderungen der Prostata bedingen und warum der eine Patient Probleme beim Wasserlassen bekommt und der andere nicht, sind nach wie vor nicht eindeutig geklärt.

Verschiedene Faktoren, die in wissenschaftlichen Untersuchungen belegt sind, werden für die gutartige Prostatavergrößerung verantwortlich gemacht:

  • Alterungsprozess
  • männliche Geschlechtshormone
  • ungestörter männlicher Hormonstoffwechsel
  • unterschiedliche Hormone
  • Wachstumsfaktoren
Alterungsprozess und männliche Geschlechtshormone

Neben dem Einfluss des Alterns stellen die männlichen Geschlechtshormone (Androgene = Testosteron, Dihydrotestosteron) einen entscheidenden Wachstumsreiz dar. Das Testosteron wird durch ein Enzym (so genannte 5-Alpha-Reduktase) im Körper zum aktiven Hormon Dihydrotestosteron umgewandelt. Enzyme sind körpereigene Eiweiße, die chemische Reaktionen im Körper vorantreiben und die Reaktionszeiten verkürzen.

Ungestörter männlicher Hormonstoffwechsel

Unter dem männlichen Hormonstoffwechsel versteht man in diesem Zusammenhang alle Aufbau-, Umbau- und Abbauvorgänge, die Einfluss auf die männlichen Hormone im Körper besitzen. Entscheidend für die Entwicklung der gutartigen Prostatavergrößerung ist ein ungestörter Hormonstoffwechsel in einem fein abgestimmten Regelkreis.

Ein Regelkreis beschreibt die Abhängigkeiten und die Steuerung, die verschiedene Körpersubstanzen untereinander besitzen - vereinfacht in einem bildlichen Kreis darstellbar.

Die Produktion der männlichen Geschlechtshormone und der Hormonstoffwechsel vollziehen sich in so einem Regelkreis. Dabei setzen übergeordnete Hormone (zum Beispiel das Gonadoliberin) weitere untergeordnete Hormone (zum Beispiel luteinisierendes Hormon, follikelstimulierendes Hormon) im Körper frei.

Die untergeordneten Hormone bewirken unter anderem an den männlichen Geschlechtsorganen (Hoden) die Freisetzung der männlichen Geschlechtshormone mit ihren typischen Wirkungen auf den Körper. Die Wirkungen der Hormone vollziehen sich über den Kontakt mit Rezeptoren, die sich meist auf den Körperzellen befinden. Der Regelkreis schließt sich dadurch, dass die Konzentration der Geschlechtshormone im Blut zurück auf die übergeordneten Hormone wirkt.

Altersabhängige Veränderungen der Blutkonzentrationen der beteiligten Hormone in diesem hormonalen Regelkreis (zum Beispiel Gonadoliberin, Luteinisierendes Hormon, Follikelstimulierendes Hormon, Testosteron, Dihydrotestosteron) können das Gleichgewicht im System verändern.

Unterschiedliche Hormone

Auch andere Hormone können den Regelkreis beeinflussen (zum Beispiel weibliche Geschlechtshormone, Prolaktin, Testosteronderivate). Alle diese Hormone werden in ihrem Einfluss auf den Hormonstoffwechsel und die Entwicklung der gutartigen Prostatavergrößerung derzeit noch untersucht.

Mögliche Angriffspunkte für die Steuerung des Hormonmilieus in der Vorsteherdrüse sind das Enzym, die 5-Alpha-Reduktase, mit Einfluss auf den männlichen Hormonstoffwechsel, die Hormonrezeptoranzahl in den verschiedenen Prostatagewebebestandteilen und der Einfluss der weiblichen Geschlechtshormone (zum Beispiel Östrogene).

Wachstumsfaktoren

Weiterhin beeinflussen zahlreiche Wachstumsfaktoren den Stoffwechsel in den verschiedenen Vorsteherdrüsenanteilen, wodurch der Zellstoffwechsel selbst gestört werden kann.

Quelle: bsmo Redaktion; Springer Professional Medicine
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