Multiple Sklerose - MS - Ursachen
Ursachen
Bis heute ist die genaue Ursache der Multiplen Sklerose, die zur Fehlsteuerung des Immunsystems führt, nicht bekannt. Zur Lüftung des Geheimnisses um die Entstehung der Multiplen Sklerose wird weltweit intensiv geforscht. Immer wieder geraten zum Beispiel verschiedene Infektionserreger in Verdacht.
Nach heutigem Kenntnisstand geht man davon aus, dass mehrere Bedingungen und Einflüsse zusammentreffen müssen, um eine MS auszulösen. Es wird angenommen, dass die Betroffenen bestimmte erbliche Voraussetzungen in sich tragen. Zum Ausbruch der Krankheit kommt es jedoch erst, wenn weitere Umweltfaktoren" auf den Menschen einwirken. Bei der Krankheitsentstehung handelt es sich also um ein Zusammenspiel zwischen genetischer Veranlagung, dem Kontakt mit bestimmten Krankheitserregern und wahrscheinlich noch weiteren Umwelteinflüssen.
Generell lässt sich sagen, dass die Krankheit eher in Ländern mit gemäßigtem Klima als in wärmeren Regionen verbreitet ist. Allerdings trifft das nicht für den ganzen Globus zu. Es ist eher so, dass es eine Häufung von MS-Kranken in den kühleren Klimazonen der nördlichen Hemisphäre gibt.
Betrachtet man die Erkrankungshäufigkeit auf der südlichen Halbkugel, so stellt man fest, dass sie immer seltener wird: Unter den schwarzen Afrikanern kommt die Krankheit praktisch gar nicht vor und unter den weißen Südafrikanern bekommen lediglich 10 von 100.000 Menschen MS. Die schwarze Bevölkerung der USA wiederum erkrankt nur halb so häufig wie die weiße Bevölkerung. Bantus, Eskimos, Lappen, ungarische Zigeuner oder Aborigines sind nie oder nur sehr selten von diesem Leiden betroffen. Die ethnische Verteilung hat wohl dazu geführt, dass MS auch als "Last des weißen Mannes" bezeichnet wird.
Aspekte wie Klima, Sonneneinwirkung, erbliche Faktoren, Infektionen, kulturelle Gewohnheiten sowie die Ernährung werden zur Erklärung herangezogen. Doch wirkliche Ergebnisse geben sie allesamt nicht her, denn auch innerhalb eines einzigen Landes schwanken die Zahlen.
Interessante Ergebnisse zeigten Untersuchungen von Auswanderer-Familien: "Frische" Auswanderer im Erwachsenenalter scheinen auch in der neuen Heimat noch das gleiche Erkrankungsrisiko wie in ihrem Herkunftsland zu haben. Die Kinder dieser Auswanderer jedoch passen sich offenbar den Bedingungen der neuen Heimat an, vorausgesetzt sie sind vor dem Erreichen des 15. Lebensjahrs immigriert. Diese Erkenntnisse sprechen dafür, dass bestimmte Umweltfaktoren oder Krankheitserreger schon im Kindes- oder Jugendalter auf den Menschen einwirken müssen, damit sich später eine MS manifestiert.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es sich bei der MS um eine so genannte multifaktorielle, also durch mehrere gleichzeitig vorliegende Bedingungen ausgelöste Erkrankung handelt. Die möglichen verantwortlichen Gene, Krankheitserreger und Umwelteinflüsse sind trotz intensiver Forschung noch unbekannt.
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