Bluthochdruck - Hypertonie - Ursachen
Ursachen
Gemäß der Definition liegt ein essenzieller Bluthochdruck immer dann vor, wenn KEINE auslösenden Ursachen für die Erkrankung gefunden werden konnten.
Die Höhe des Blutdrucks wird von zwei Größen bestimmt: Dem Volumen des vom Herzen in einer bestimmten Zeit ausgeworfenen Blutes und dem Widerstand der Gefäße, durch die das Blut zu seinen Zielorganen fließt. Ist eine dieser beiden Größen erhöht, steigt der Blutdruck. Welche Faktoren für diese Erhöhung verantwortlich sind, kann in den allermeisten Fällen nicht nachvollzogen werden. So beziehen sich die meisten Vermutungen auf statistische Zusammenhänge zwischen bestimmten möglichen Ursachen und dem Auftreten des Bluthochdrucks.
Das Ansteigen der Häufigkeit von Bluthochdruck hängt direkt mit dem Lebensalter zusammen. In den westlichen Industrieländern haben 60 Prozent aller Menschen über 65 Jahre einen Bluthochdruck. Trotzdem lässt sich daraus nicht ableiten, dass der Faktor zunehmendes Lebensalter allein bereits einen Bluthochdruck bedingt. Bereits innerhalb der europäischen Länder gibt es starke Schwankungen der Häufigkeit der Erkrankung. Bei anderen Volksgruppen zum Beispiel Naturvölkern in Asien oder Afrika bleibt ein Blutdruckanstieg im Alter völlig aus. Diese Tatsache lässt vermuten, dass möglicherweise unterschiedliche Lebens- und Ernährungsgewohnheiten mitbestimmend sind.
Als weitere mögliche Ursachen des Bluthochdrucks werden diskutiert:
- Genetische (erbliche) Faktoren: Untersuchungen an eineiigen Zwillingen haben gezeigt, dass die Blutdruckentwicklung bei beiden Geschwistern im Verlauf des Lebens ähnlich verläuft. Auch Kinder von Patienten mit Bluthochdruck haben eine Neigung zu ebenfalls erhöhten Blutdruckwerten.
- Zu hoher Natriumspiegel im Blut: Ursache hierfür kann eine übermäßige Zufuhr von Kochsalz (Natriumchlorid), aber auch eine Störung der Natriumausscheidung durch die Niere sein. Bei Völkern, die sehr wenig Salz essen, kommt es nachgewiesenermaßen auch zu keinem Anstieg des Blutdrucks im Alter.
- Gesteigerte Aktivität des Sympathikus. Der Sympathikus ist ein Teil des vegetativen Nervensystems, also derjenigen Nervenbahnen, die nicht der willkürlichen Steuerung unterliegen. Ein Überwiegen des Sympathikus gegenüber seinem Gegenspieler, dem Parasympathikus steigert die Herzfrequenz, die Auswurfleistung des Herzens und verengt die Arterien. Dies wiederum führt zu einer Steigerung des Blutdrucks.
- Ein regelmäßiger Alkoholkonsum von über 30 Gramm Alkohol pro Tag (das entspricht etwa einem Viertelliter Wein oder zwei Gläsern Bier) führt ebenfalls zu einer langfristigen Blutdruckerhöhung.
- Menschen mit Übergewicht haben oft erhöhten Blutdruck, die genauen Mechanismen die dieser Tatsache zugrunde liegen, sind bislang noch unklar. Zur Bestimmung des Verhältnisses von Körpergewicht zu Körpergröße dient der so genannte Body-Mass-Index. Er errechnet sich aus Dem Körpergewicht [kg] geteilt durch das Quadrat der Körperlänge [m²] Ab einem Wert von 25 spricht man von mäßigem Übergewicht, bei 30 besteht deutliches und bei einem BMI von 40 ein extremes Übergewicht.
- Das so genannte obstruktive Schlafapnoe-Syndrom. Hierbei handelt es sich um eine Strömungsbehinderung in den Atemwegen, die zu Phasen längeren Aussetzens der Atmung im Schlaf führt. Patienten mit dieser Schlafstörung haben ebenfalls oft einen erhöhten Blutdruck. Vermutlich führt hier der vorübergehende Sauerstoffmangel während der Atempausen zu einer Fehlsteuerung der Mechanismen, die den Blutdruck regulieren.
- Psychosoziale Einflüsse: Die Bedeutung seelischer Einflüsse auf das Blutdruckverhalten ist schwer einzuschätzen, vermutet wird jedoch, dass Faktoren wie Angst, unterdrückter Ärger und Stress ohne genügenden Ausgleich ebenfalls zu einer Blutdruckerhöhung führen.
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