Lymphödem - Ursachen
Ursachen
Die Ursachen eines Lymphödems können angeboren oder im Laufe des Lebens durch Krankheiten oder deren Folgen erworben worden sein.
Ein Lymphödem tritt dann auf, wenn die Menge an Lymphflüssigkeit im Gewebe größer ist, als über die Lymphbahnen zum Herzen hin abtransportiert werden kann. Die Ursachen hierfür können primär, also angeboren, oder sekundär, das heißt im Laufe des Lebens erworben sein.
Primäre Ursachen des Lymphödems sind:
- von Geburt an zu kleine (Hypoplasie) oder fehlende (Aplasie) Lymphgefäße
- eine Fehlbildung von Lymphknoten, die vermehrt Bindegewebe enthalten und daher nicht so gut durchlässig für die passierende Lymphflüssigkeit sind
- Entzündungen, bei denen im betroffenen Gewebe mehr Sekret entsteht, als durch die Lymphbahnen abtransportiert werden kann. Solche Entzündungen können durch Bakterien und Parasiten entstehen. Häufige Entzündungsformen, die ein Lymphödem begünstigen, sind das Erysipel, eine Hautinfektion mit Streptokokken und die Borreliose, bei der das Bakterium durch Zeckenbiss übertragen wird.
- Verletzungen der Lymphbahnen. Diese werden oftmals durch ärztliche Eingriffe herbeigeführt: sekundäre Lymphödeme im Bereich der Arme entstehen bei 40 Prozent aller Patientinnen, denen im Rahmen einer Brustkrebsoperation auch die Lymphknoten der Achselhöhle entfernt wurden. Eine zusätzliche Bestrahlungsbehandlung begünstigt das Auftreten des Lymphödems. Ebenso verhält es sich bei männlichen Patienten, denen bei Operation eines bösartigen Tumors der Vorsteherdrüse die Lymphknoten von Leiste und Becken mit entfernt wurden. Bis zu 70 Prozent der Betroffenen entwickeln ein Lymphödem am Bein.
- bösartige Tumoren (bösartige Geschwülste), die zu Absiedlungen von Krebszellen in den Lymphknoten führen
- Strahlenschäden, bei denen die Wände der Lymphbahnen verkleben
- Selbsteinwirkung: Lymphödeme, die durch wiederholtes starkes Beklopfen der Haut oder durch Abschnüren mittels Bändern entstehen, werden bevorzugt von Personen provoziert, die psychisch auffällig sind.
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