Beinvenenthrombose - Ursachen
Ursachen
Drei Umstände können allein oder gemeinsam die Bildung von Thrombosen verursachen: Eine Schädigung der Venenwand, eine verlangsamte Blutströmung sowie eine gesteigerte Neigung zur Blutgerinnung.
Im Vordergrund der Ursache tiefer Beinvenenthrombosen stehen operative Eingriffe oder Unfallverletzungen. Die nachfolgende Aufzählung nennt die möglichen Ursachen in der Reihenfolge ihrer Häufigkeit.
Das Risiko, eine tiefe Beinvenenthrombose zu erleiden, ist nach Gelenkoperationen und Knochenbrüchen der Beine mit einer Thrombosekomplikations-Häufigkeit von bis zu 75 Prozent am höchsten, gefolgt von Bandscheibenoperationen (40 Prozent), Bauchoperationen und gynäkologischen Operationen.
Mit fortschreitender Schwangerschaft steigt bei Frauen ebenfalls das Thromboserisiko und ist nach der Entbindung, in der Wochenbettzeit, am höchsten.
Störungen, die mit einer gesteigerten Blutgerinnungsneigung einhergehen sowie eine Erhöhung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) oder der Blutplättchen (Thrombozyten) können ebenfalls eine Thrombose begünstigen.
Ebenfalls besteht ein Zusammenhang zwischen Thrombosebildung und Tumorerkrankungen. Viele bösartige Krebserkrankungen sind ebenfalls von Störungen der Blutgerinnung begleitet (zum Beispiel alle Blutkrebsarten), so dass bei vorliegender tiefer Venenthrombose immer eine Tumorerkrankung ausgeschlossen werden sollte.
Im Verlauf eines Herzinfarktes ereignen sich mit einer Häufigkeit von bis zu 38 Prozent tiefe Venenthrombosen als Folge der Bettlägerigkeit.
Hauptursache der Ausbildung tiefer Beinvenenthrombosen bei Flugreisenden ist das länger andauernde Sitzen verbunden mit einer Zunahme der Konzentration der Blutflüssigkeit (Zunahme der Blutdicke) bedingt durch die niedrige Luftfeuchtigkeit im Flugzeugkabinenraum. Eine Untersuchung des medizinischen Dienstes des Flughafens Heathrow/London hat gezeigt, dass fast jeder fünfte Todesfall nach Langstreckenflug durch eine Lungenembolie verursacht wurde.
Weitere Faktoren, die die Entstehung einer Beinvenenthrombose begünstigen, können Fettleibigkeit, die Einnahme von Kortison aber auch ererbte Veranlagungen sein.
Auch die Einnahme der Antibabypille steigert das Thromboserisiko. Je nach Estrogenanteil des Präparates liegt das Risiko bei drei bis vier Prozent und steigt an, wenn zusätzlich zur Pilleneinnahme geraucht wird.
Im Bereich der oberen Gliedmaßen werden Thrombosen sehr häufig hervorgerufen durch Muskel- oder Knochenkompression oder Tumore. Diese verlangsamen den Blutfluss in den Venen des Arms. Auch mechanische Venenschädigungen (zum Beispiel durch Venenkatheter oder Infusionskanülen) können zu Thrombosen im Bereich der Armvenen führen, genauso wie lang dauernde Schädigungen der Venenwände durch unsachgemäßes Injizieren zum Beispiel bei Drogenabhängigkeit.
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