Lungenembolie - Ursachen

Eine Lungenembolie kann sowohl unbemerkt verlaufen als auch einen schweren Schock mit Todesfolge bewirken. Hier finden Sie alles zum Thema.


Ursachen

In den allermeisten Fällen wird eine Lungenembolie durch eine vorangegangene Venenthrombose verursacht. Hieraus folgt, dass bei akuter Lungenembolie und unauffälligem Beinbefund immer mit apparativen Maßnahmen wie Ultraschall oder Röntgen-Untersuchung die tiefen Venensysteme beider Beine untersucht werden sollten, um die Emboliequelle zu finden.

Bein- und Beckenvenenthrombosen verursachen zusammen etwa 95 Prozent aller Lungenembolien. Zur Verstopfung des Lungengefäßes kommt es dann, wenn sich vom Blutgerinnsel in der Vene, dem Thrombus, Teile ablösen und mit dem Blutstrom fortgespült werden. Diese Gerinnsel kommen zu 30 Prozent aus den Beckenvenen, und zu 63 Prozent aus den Oberschenkelvenen. Nur selten, jeweils zu 1 Prozent, wird eine Lungenembolie durch einen fortgespülten Thrombus aus einer Unterschenkelvene oder einer Oberarmvene verursacht.
Nur in unter 5 Prozent aller Fälle wird eine Lungenembolie durch andere Ursachen ausgelöst, nämlich durch:

  • verschleppte Fettpartikel, die im Rahmen von Knochenoperationen oder einer Fettabsaugung aus kosmetischen Gründen in die Venen gelangen
  • Fruchtwassermengen, die bei Kaiserschnitt-Operationen in die Venen gelangen können
  • Luft infolge der Verletzung größerer Venen, durch die Luft angesaugt werden kann oder durch Injektion von Luft mit Spritzen. Auch über zentrale Venenkatheter, die in der oberen Hohlvene liegen, kann Luft angesaugt werden, wenn die Katheter nicht sachgemäß verschlossen sind.
  • Ebenfalls können Luftembolien bei Tauchern auftreten, wenn sie aus größerer Wassertiefe zu schnell an die Oberfläche auftauchen. Der unter Überdruck vermehrt im Blut gelöste Sauerstoff bildet dann Bläschen, die ähnlich wie bei Öffnen einer Sprudelflasche aufsteigen und Blutgefäße verstopfen können.
Darüber hinaus besteht ein Zusammenhang zwischen vererbbaren Erkrankungen, die mit einer erhöhten Gerinnungsbereitschaft einhergehen und einem erhöhten Lungenembolierisiko. Solche Erkrankungen sind zum Beispiel der AT-III-, Protein-C-, Protein-S-Mangel, der Faktor-V-Leiden-Mangel. Diese Substanzen hemmen normalerweise die Gerinnung des fließenden Blutes in den Blutgefäßen. Sind sie vermindert, so kommt es zur Verklumpung von Blutkörperchen.

Quelle: Springer Medizin
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