Gicht - Arthritis urica - Ursachen

Die Gicht ist eine Erkrankung, bei der es durch einen erhöhten Harnsäuregehalt im Blut zu Ablagerungen von Harnsäurekristallen im Bindegewebe (insbesondere Haut, Gelenke) und eventuell in inneren Organen kommt. Hier finden Sie alles zum Thema.


Ursachen

Ursache der Gicht ist ein erhöhter Harnsäurespiegel, das heißt, eine erhöhte Harnsäurekonzentration im Blut (Hyperurikämie). Harnsäure entsteht auch beim gesunden Menschen als Abbauprodukt des Zellstoffwechsels und wird zu zwei Dritteln über die Nieren und zu einem Drittel über den Darm ausgeschieden. Steigt die Harnsäurekonzentration über die Norm, kann es zur Ablagerung von Harnsäurekristallen in Körpergeweben kommen.

Auslöser

Ein erhöhter Harnsäurespiegel (Hyperurikämie) allein muss nicht unbedingt zum Ausbruch der Gicht führen. Eine Hyperurikämie kann fünf bis zehn Jahre bestehen, ohne dass Krankheitszeichen auftreten. Als Auslöser für die Gicht spielen Ernährungs- und Trinkgewohnheiten eine wichtige Rolle.

Harnsäure entsteht, wenn der Körper purinhaltige Nahrung abbaut. Nahrungsmittel haben einen unterschiedlich hohen Puringehalt. Bei Fleisch und Fisch, Innereien und Hülsenfrüchten ist er hoch, bei Milch und Milchprodukten, Obst und Gemüse sowie Mischbrot ist er niedrig. Überschüssige Purine werden zu Harnsäure abgebaut und über den Urin ausgeschieden. Beim Gichtkranken übersteigt die produzierte Harnsäuremenge jedoch deutlich die Fähigkeit der Niere, Harnsäure auszuscheiden.

Erreicht der Harnsäurespiegel Werte über 6,5 mg/dl Blut, ist die Löslichkeitsgrenze für Harnsäure in manchen Geweben erreicht, das heißt, dass die Harnsäure nicht mehr im Blut transportiert wird, sondern als Harnsäurekristalle ausfällt und sich in verschiedenen Körpergeweben ablagert. Die Kristalle bilden sich bevorzugt im Grundgelenk der großen Zehe (Podagra), aber auch im Sprunggelenk, Handgelenk und Ellenbogen sowie an den Ohren, weil es dort etwas kühler ist als im Rumpf, und die Harnsäure bei niedrigeren Temperaturen eher auskristallisiert.

Weitere Auslöser der Gicht

Alkohol ist ein weiterer wichtiger Auslöser der Gicht. Daher tritt der klassische Gichtanfall nach einem fettreichen Essen auf, bei dem auch viel Alkohol getrunken wurde. Auch körperliche Anstrengungen und Stress können als Auslöser wirken. Einige Arzneimittel können schon in geringer Dosierung zur Erhöhung des Harnsäurespiegels führen. Dazu gehören Entwässerungstabletten und einige kortisonfreie Entzündungshemmer.

Harnsäureerhöhung

Ursache der Gicht ist ein erhöhter Harnsäurespiegel, das heißt, eine erhöhte Harnsäurekonzentration im Blut (Hyperurikämie). Harnsäure entsteht auch beim gesunden Menschen als Abbauprodukt des Zellstoffwechsels und wird zu zwei Dritteln über die Nieren und zu einem Drittel über den Darm ausgeschieden. Der normale Harnsäurewert liegt bei Männern zwischen 3,4 und 7 mg/dl; bei Frauen etwas niedriger, zwischen 2,4 und 5,7 mg/dl. Steigt die Harnsäurekonzentration über 6,5 mg/dl, kann es zur Ablagerung von Harnsäurekristallen in Körpergeweben kommen.

Die Ärzte unterscheiden zwei Formen von Hyperurikämie (erhöhter Blutharnsäurespiegel), die primäre und die sekundäre.

Bei der sekundären verursachen andere Grunderkrankungen wie beispielsweise eine Nierenerkrankung oder chronischer Alkoholismus die erhöhte Harnsäurekonzentration im Blut. Die Hyperurikämie tritt dabei erst an zweiter Stelle, sekundär, infolge einer anderen Erkrankung auf. Bei der primären Hyperurikämie besteht eine erblich bedingte Veranlagung zur gesteigerten Harnsäurekonzentration im Blut.

Quelle: Springer Medizin
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