Schizophrenie - Ursachen

Der Psychiater Eugen Bleuler prägte 1911 den Begriff Schizophrenie. Die Schizophrenie ist eine relativ häufige Erkrankung und scheint in allen Ländern und Kulturen gleich häufig aufzutreten.


Ursachen

Trotz intensiver Forschung ist die genaue Ursache der Schizophrenie nach wie vor unbekannt. Da mehrere Auslöser diskutiert werden, bezeichnen die Forscher das bunte Erscheinungsbild als multifaktoriell.

  • Studien haben ergeben, dass Erbanlagen bei der Entstehung der Schizophrenie beteiligt sind: Bei Verwandten Schizophrener nimmt mit wachsendem Verwandschaftsgrad das Erkrankungsrisiko zu - bei eineiigen Zwillingen auf über 50 Prozent. Allerdings war es bislang nicht möglich, den Genort für diesen Defekt zu bestimmen.
  • Auch Schädigungen im Mutterleib (Perinatale Schädigungen) können zur Erkrankung beitragen. Schuld sind oftmals Viren, die besonders während des ersten Schwangerschaftsdrittels die Hirnentwicklung stören können.
  • Auch so genannte psychosoziale Faktoren werden als Verursacher oder Mitauslöser beschrieben. Hierzu zählen: Broken-home, Störungen im Rollengefüge der Familie, krankhafte Kommunikationsmuster innerhalb der Familie, High-expressed-emotion-Familien.
  • Gleichzeitig scheint eine Störung des zur Übertragung von Signalen im Nervensystems notwendigen Botenstoffs Dopamin eine wichtige Rolle zu spielen: Versuche an Ratten bestätigen diese Annahmen. Wurden ihnen Substanzen verabreicht, die die Wirkung von Dopamin verstärken, entwickelten die Tiere gestörte Verhaltensweisen. Auf diesem Dopamin-Mechanismus beruht auch die Therapie der Schizophrenie mit Neuroleptika.

Der Beginn der Erkrankung kann durch Pubertät, Schwangerschaft oder besondere Belastungen - wie Stressereignisse, Drogenkonsum oder Familienprobleme - ausgelöst werden. Frauen erkranken im Vergleich zu Männern später.

Ob jemand an einer Schizophrenie erkranken wird, lässt sich jedoch heute noch nicht voraussagen.
Was bekannt ist:

  • Je akuter der Beginn, je deutlicher situative Auslöser erkennbar sind, desto günstiger ist die Prognose.
  • Je schleichender sich eine Schizophrenie entwickelt und je später sie entdeckt wird, desto ungünstiger ist die Prognose für eine vollständige Heilung.

Quelle: Springer Medizin
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