Hüftarthrose - Arthrose der Hüfte - Coxarthrose - Ursachen
Ursachen
Zu den Ursachen der Hüftgelenksarthrose zählen angeborene oder erworbene Gelenkfehlstellungen, Ernährungsstörungen des Gelenkknorpels, Fehlbelastungen, Gelenkverletzungen oder Knochenbrüche sowie ererbte Veranlagungen.
Die möglichen Ursachen für die Hüftgelenkarthrose können sein:
- Angeborene Gelenkfehlbildungen wie die Hüftdysplasie, bei der es zu einer Knochenausreifung bei einem falschen Winkel zwischen Hüftkopf und Hüftpfanne kommt
- Krankheiten im Kindesalter (Perthes-Krankheit, jugendliche Hüftkopflösung), hierbei wird der Hüftkopf nicht ausreichend durchblutet, stirbt ab und verformt sich
- Gelenkfehlstellungen (zum Beispiel rachitische O- oder X-Beine) oder langfristige starke Belastung, Fehlbelastung bei denen es zu einer ungleichmäßigen Druckverteilung innerhalb des Gelenkes kommt
- Gelenkverletzungen, Knochenbrüche, vor allem im Bereich des Oberschenkelhalses
- Störungen im Gelenkstoffwechsel (Gicht, Rheuma, bakterielle Entzündungen), bei diesen Erkrankungen zerstören Entzündungsprozesse oder Ablagerungen von Stoffwechselprodukten die Gelenkinnenhaut oder den Knorpel
- Übergewicht beschleunigt den Verlauf von Arthrosen der gewichttragenden Gelenke, da durch das erhöhte Körpergewicht auch der Druck auf den Knorpel steigt
- Erbanlagen mit Veränderungen der Hüftgelenkform oder der Knorpelqualität
Angeborene Hüftdysplasie
Meist aufgrund einer erblichen Anlage, teilweise aber auch aufgrund einer speziellen Lage des Embryos in der Gebärmutter, kann das sogenannte Pfannendach, das den Hüftkopf eng umschließt, unvollständig ausgebildet sein. Dadurch kann der Hüftkopf nach oben gleiten und sogar völlig aus der Gelenkpfanne heraustreten (Hüftluxation). Das Pfannendach wird übermäßig belastet und ist besonders empfindlich gegenüber einer Arthroseentwicklung. Eine nicht in der Kindheit bereits entdeckte und behandelte Hüftdysplasie wird deshalb als Präarthrose (Vorstufe zur Arthrose) bezeichnet.
Perthes-Krankheit
Störungen des Knorpel- und Knochenwachstums können im Kindes- und Jugendalter zu Erkrankungen wie der Perthes-Krankheit führen. Hier stirbt der Hüftkopf ab. Wird er belastet, verformt er sich. Der Organismus kann im bestimmten Umfang den Hüftkopf wieder aufbauen. Wird er unter diesem Neuaufbau jedoch zu stark belastet, gewinnt der Hüftkopf nicht mehr die für das reibungslose Gelenkspiel notwendige runde Form; denn nur ein rund laufendes Hüftgelenk ist ein gutes Gelenk.
Gelenkfehlstellungen
Für jedes Gelenk existieren Idealachsen. Steht das Gelenk in der Idealachse, sind die am Gelenk ansetzenden Kräfte optimal verteilt. Ist die Gelenkstellung gestört, so erhöht sich die Belastung an bestimmten Stellen, es kommt zum Knorpelabrieb. Dabei wirken sich auch Fehlbelastungen in ferneren Gelenken (zum Beispiel Großzehengrundgelenk, Knie) auf die Hüfte aus. Schmerzen im Fuß oder der Hüfte können zur Schonung eines Beines führen, die andere Hüfte wird daraufhin umso mehr belastet.
Gelenkverletzungen, Knochenbrüche
Jede Formveränderung mindert die Gelenkfunktion. Bei einem Schenkelhalsbruch, bei dem der Hüftkopf vom übrigen Oberschenkelknochen getrennt wird, ist die Gelenkbeweglichkeit während des Heilungsprozesses stark eingeschränkt und dadurch die Gefahr der Mangelernährung des Knorpels mit nachfolgender Arthrose hoch.
Nicht-bakterielle Gelenkentzündungen
Arthrose und Rheuma sind zwei unterschiedliche Krankheitsbilder, die aber häufig verwechselt werden. Arthrose bedeutet zunächst nur Gelenkverschleiß durch erhöhte oder falsche Beanspruchung. Die aktivierte Arthrose ist eine Entzündung - der Entzündungsreiz ist hier kein Krankheitserreger und keine Abwehrreaktion, sondern ein Fremdkörper (zum Beispiel abgeriebene Knorpelteilchen).
Rheuma (primär chronische Polyarthritis) ist eine Krankheit, bei der sich das Abwehrsystem gegen körpereigene Zellen richtet, weil es diese Zellen aufgrund einer Falschinformation für körperfremd hält. Diese Art der Immun-Fehlreaktion wird als Autoaggressionskrankheit bezeichnet (auto = selbst, Aggression = Angriff). Hier liegt die Ursache nicht im Gelenk selbst, sondern in einer fehlgeleiteten Abwehrreaktion. Bei Rheuma sind die Zellen der Gelenkinnenhaut das Ziel der falschen Abwehrreaktion. Aufgrund des Immunprozesses, der sich letzten Endes ebenfalls als Entzündung äußert, verdickt sich die Gelenkinnenhaut. Auch dadurch wird die Gelenkfunktion gestört, so dass aus dem Rheuma eine Arthrose entstehen kann. Hier treffen zwei gelenkzerstörende Prozesse zusammen, so dass die ursprüngliche Krankheit - das Rheuma - intensiv behandelt werden muss. Typisch für Rheuma ist, dass diese Krankheit mehrere Gelenke befällt. Eine ausschließlich auf das Kniegelenk begrenzte Veränderung ist meistens kein Rheuma.
Bakterielle Entzündungen
Über das Blut verschleppte Bakterien können sich in der Gelenkflüssigkeit (Synovia) ansiedeln und ausbreiten. Dort führen sie zur bakteriellen Gelenkentzündung. Der Stoffwechsel ist bei einer Entzündung stark gesteigert (kenntlich an der Rötung und Überwärmung). Es fallen vermehrt Stoffwechselsendprodukte an, die aus dem langsam am Allgemeinstoffwechsel teilnehmenden Gelenkspalt nur verzögert entfernt werden können. Die vor allem sauren Abfallprodukte können den Knorpel nachhaltig schädigen. Die bakterielle Absiedlung aus dem Blut ist heute seltener. Eine Gelenkentzündung kann aber nach einer Gelenkpunktion oder Gelenkoperation auftreten. Vor allem eine länger dauernde Kortisonbehandlung der Gelenke und die Zuckerkrankheit setzen die Abwehrkraft gegenüber Krankheitskeimen herab.
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