Leukämie, akut myeloisch - AML - Ursachen
Ursachen
Eindeutige Ursachen für das Auftreten einer akuten lymphatischen Leukämie können in den meisten Fällen nicht festgestellt werden, jedoch kann man eine Reihe von Faktoren nennen, die offensichtlich das Erkrankungsrisiko erhöhen.
Zu diesen Faktoren gehören:
- Das Vorliegen bestimmter Erkrankungen der Erbanlagen. Patienten mit einer Trisomie 21 (Down-Syndrom, Mongolismus) haben ein erhöhtes Risiko, an einer akuten myeloischen Leukämie zu erkranken. Ebenfalls ist dieses Risiko erhöht bei Menschen mit der Fanconi-Anämie, einer erblichen Blutzellarmut, die mit Skelettveränderungen einhergeht sowie beim Bloom-Syndrom, einer ebenfalls angeborenen Erkrankung mit verschiedenen Fehlbildungen an Skelett und Haut.
- Strahlung: Radioaktive Strahlung kann das Leukämierisiko erhöhen, in großem Umfang wurde dies bei den Überlebenden der Atomexplosionen von Nagasaki und Hiroshima festgestellt. Während es sich in diesen Situationen um eine extrem hohe Strahlenbelastung handelte, fällt die Abschätzung des Leukämierisikos durch niedrige Strahlenbelastung deutlich schwerer. So konnten bisher keine sicheren Zusammenhänge zwischen einer erhöhten Leukämierate bei Arbeitern in Atomkraftwerken oder Anwohnern in der näheren Umgebung solcher Reaktoren nachgewiesen werden. Ebenfalls konnten auch sorgfältige Untersuchungen einen solchen Zusammenhang für die Anwendung von Röntgenstrahlen zu Untersuchungszwecken nicht beweisen. Aber auch Patienten, die aufgrund bestimmter Erkrankungen (zum Beispiel der Bechterewschen Erkrankung, einer rheumatischen Erkrankung der Wirbelsäulengelenke) früher mit hohen Dosen bestrahlt wurden, erkrankten fünf bis sieben Jahre nach der Behandlung häufiger an einer akuten lymphatischen Leukämie. Diese Fälle sind nach der Einführung verbesserter Strahlenschutzmaßnahmen in den letzten Jahrzehnten jedoch deutlich zurückgegangen.
- Chemische Auslöser: Eine hohe Arbeitsplatz- oder Umweltbelastung mit bekannt Krebs auslösenden Substanzen wie Benzol kann das Leukämierisiko erhöhen. Leider gilt dasselbe auch für eine Behandlung einer Krebserkrankung mit bestimmten Chemotherapeutika aus der Gruppe der Alkylanzien. Der Preis für die Chance, eine Krebsart zu besiegen, ist hier möglicherweise das erhöhte Risiko, an einer anderen Krebsart, der Leukämie, zu erkranken.
- Das Zigarettenrauchen. Das "British Journal of Cancer" veröffentlichte im Dezember 1999 eine Untersuchung, in der eindeutig nachgewiesen werden konnte, dass Menschen, die irgendwann in ihrem Leben einmal eine längere Zeit (etwa zehn Jahre lang) regelmäßig geraucht hatten, ein erhöhtes Leukämierisiko aufweisen. Durch Rauchverzicht kann dieses Risiko auch wieder gemindert werden. Nach einer Nikotinabstinenz von ebenfalls zehn Jahren liegt das Risiko, an einer akuten Leukämie zu erkranken, gleich hoch wie bei Menschen, die niemals in ihrem Leben geraucht haben.
Quelle:
Springer Medizin
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