Schaufensterkrankheit - Arterielle Verschlusskrankheit - Ursachen

Der Begriff der arteriellen Verschlusskrankheit umfasst alle arteriellen Durchblutungsstörungen, die durch Gefäßverengungen oder -verschlüsse verursacht werden.


Ursachen

Chronische Gliedmaßenarterienverschlüsse sind zu 95 Prozent auf arteriosklerotische Gefäßveränderungen zurückzuführen, in fünf Prozent aller Fälle werden sie durch Gefäßentzündungen ausgelöst.

Die arteriosklerotische Arterienwandveränderung ist charakterisiert durch eine begrenzte Dickenzunahme der Arterienwandschicht infolge von Flüssigkeits- oder Fetteinlagerungen, Zunahme und Wachstum von Zellen in der Arterienwand. Diese Umbauprozesse der Arterienwand können durch genetische Information (Vererbung), Umwelteinflüsse oder individuelle Lebensgewohnheiten in Gang gesetzt werden. Durch die Zunahme der Gefäßwanddicke und fett- und kalkhaltige Ablagerungen wird der innere Durchmesser der Arterien eingeengt und der Blutfluss behindert. Der Körper kann die Folgen dieser Gefäßverengungen bis zu einem gewissen Maß dadurch abmildern, dass er neue Blutgefäße wachsen lässt, die einen Umgehungskreislauf um die Verengung bilden. Geschieht dies jedoch nicht in ausreichendem Maße, kommt es zu einer Sauerstoffmangelversorgung in dem betroffenen Gebiet.



Die Entwicklung der Arteriosklerose:
Bild 1: Bei einer mechanischen Überbeanspruchung, etwa durch zu hohen Blutdruck, kommt es zu einer Verletzung der dünnen Blutgefäßinnenhaut (Endothel). An der Verletzungsstelle laufen Reparaturvorgänge ab, Blutplättchen und Monozyten lagern sich an.
Bild 2: Oxidierte Fettmoleküle (LDL-Cholesterin) lagern sich bevorzugt ab und werden von Fresszellen (Makrophagen) vernichtet.
Bild 3: Die Reaktion führt zur Entzündung in der Gefäßwand, es folgen Narbenbildung und Ablagerungen, die man als fettige Degeneration bezeichnet. Der Gefäßquerschnitt wird weiter verengt, die mechanische Belastung steigt, so dass dieser Prozess, die zunehmende Arteriosklerose immer weiter fortschreitet.

Risikofaktoren, die die Ausbildung arteriosklerotischer Arterienwandveränderungen fördern, sind

  • das Tabakrauchen
  • die Blutzuckerkrankheit
  • erhöhte Blutfettwerte
  • arterieller Bluthochdruck
  • Gefäßentzündungen
Das inhalative Tabakrauchen ist der wichtigste Risikofaktor chronischer Gliedmassenarterienverschlüsse. 80 bis 90 Prozent der Patienten mit dieser Erkrankung sind Raucher. Zweithäufigste Ursache stellt die Blutzuckerkrankheit dar.

Innerhalb von fünf Jahren haben Personen mit einem einzigen der genannten Risikofaktoren gegenüber Gesunden ein um 1,7- bis zweifach erhöhtes Risiko, Personen mit zwei oder drei der genannten Risikofaktoren eine um das 3,3- beziehungsweise sechsfach erhöhte Gefahr, chronische Gliedmaßenarterienverschlüsse zu entwickeln.

Quelle: Springer Medizin
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