GIST / gastrointestinale Stromatumoren - Therapie

Gastrointestinale Stromatumoren (GIST) sind bösartige Weichteiltumoren im Magen-Darmtrakt. Erst seit geraumer Zeit werden sie als eigenständige Krebsart angesehen und behandelt.


Therapie

Frühes Krankheitsstadium

Standardbehandlung bei gastrointestinalen Stromatumoren (GIST), die sich noch nicht in andere Organe ausgebreitet haben, ist die vollständige Entfernung des Tumorgewebes durch die Operation. Bei kleinen Tumoren kann der Eingriff auch minimal-invasiv mithilfe der sogenannten „Knopfloch-Chirurgie“ erfolgen. Liegt kein Befall der Lymphknoten vor, müssen diese nicht entfernt werden.

Bei größeren Tumoren, die noch keine Ausbreitung in andere Organe zeigen, kann mithilfe einer der Operation vorausgehenden Therapie mit dem Tyrosinkinasehemmer Imatinib das Tumorgewebe verkleinert werden, sodass die Erfolgsaussichten der Operation steigen. Zudem wird bei Tumoren mit mittlerem und hohem Risiko für schnelles Wachstum und einen Krankheitsrückfall im Anschluss an die Operation eine unterstützende (adjuvante) Therapie mit dem Wirkstoff Imatinib empfohlen. Dadurch kann die Rückfallwahrscheinlichkeit gesenkt werden.

Imatinib hemmt die bei GIST anhaltend aktive Tyrosinkinase und unterbricht dadurch die Signalkette für ungehemmtes Zellwachstum. Eine Voraussetzung dafür, dass der Tyrosinkinasehemmer Imatinib überhaupt wirken und entsprechend eingesetzt werden kann, ist allerdings, dass der Tumor über ein besonderes Merkmal in seinen Genen verfügt: Er muss c-KIT-(CD117)-positiv sein. Ob der Tumor bei einem Patienten dieses Merkmal trägt oder nicht, lässt sich durch molekularbiologische Untersuchungen des Tumorgewebes feststellen.

Fortgeschrittene Tumoren

Bei lokal fortgeschrittenen Tumoren, die etwa aufgrund ihrer Größe nicht mehr operiert werden können, und bei Tumoren, die bereits Metastasen in anderen Organen gebildet haben, ist die Therapie mit Imatinib heute Standard. Spricht ein Tumor nicht ausreichend auf Imatinib an oder wird das Medikament nicht vertragen, kann ein Wechsel auf den Wirkstoff Sunitinib erfolgen, der ebenfalls zur Gruppe der Tyrosinkinasehemmer gehört.

Autor: Kathrin Sommer

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