Myopie / Kurzsichtigkeit - Therapie
Therapie
Einfach und zuverlässig kann Kurzsichtigkeit durch eine Brille oder durch Kontaktlinsen ausgeglichen werden. Verwendet werden Zerstreuungslinsen, deren Brechkraft für jedes Auge einzeln angepasst wird. Sie gleichen die zu starke Brechkraft des Auges aus, so dass auf der Netzhaut wieder ein scharfes Bild entsteht.
Vertragen Patienten weder Brille noch Kontaktlinsen, kann auch ein chirurgischer Eingriff die Brechkraft des Auges korrigieren. Die verschiedenen Verfahren werden unter dem Begriff „refraktive Chirurgie“ zusammengefasst.
Die photorefraktive Keratektomie (PRK) ist wissenschaftlich anerkannt für die Korrektur von Kurzsichtigkeit bis -6 dpt. Sie erfolgt mittels eines computergesteuerten Lasers, der eine etwa einen zehntel Millimeter dicken Teil der Hornhaut abschleift, nachdem zuvor die vordere Grenzschicht (Epithel) der Hornhaut entfernt worden ist. Das Epithel wächst nach dem Eingriff binnen weniger Tage nach. Weiterentwicklungen dieses Verfahrens sind die so genannte LASEK und EPILASIK.
Die LASIK (Laser in situ Keratomileusis) unterscheidet sich von den obigen Verfahren dadurch, dass das schmerzempfindliche Hornhautepithel nicht entfernt wird. Die Patienten können deshalb sofort nach der Operation scharf sehen und haben keine Schmerzen. Das Verfahren erfordert jedoch tiefere Einschnitte in die Hornhaut, die zu Heilungsstörungen führen können, etwa wenn sich die Schnitte nicht wieder schließen. Weiterhin ist eine Mindestdicke der Hornhaut von einem halben Millimeter erforderlich. Mit der LASIK können Kurzsichtigkeit bis -10 dpt und Weitsichtigkeit bis 4 dpt korrigiert werden.
Alle operativen Verfahren zur Korrektur von Kurzsichtigkeit sind mit Risiken behaftet und garantieren auch bei gutem Verlauf nicht, dass nach dem Eingriff keine Brille mehr benötigt wird. Obwohl die verschiedenen Eingriffe erst seit wenigen Jahren vorgenommen werden, lassen die bisherigen Ergebnisse vermuten, dass die erzielte Korrektur stabil, also nicht nur vorübergehend ist. Von wenigen, medizinisch begründeten Fällen abgesehen, müssen Patienten die Kosten der Operation (ca. 500 bis 2000 € pro Auge) selbst tragen.
Autor: Jan Groh
Grehn F, Leydhecker W. Augenheilkunde (26. Auflage). Berlin, Heidelberg, New York, Barcelona, Budapest, Hong Kong, London, Mailand, Paris, Tokyo 1995
Clin Exp Optom. 2003 Sep;86(5):289-94 http://www.optometrists.asn.au
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