Analfissur - Therapie

Stechende und brennende Schmerzen im Analbereich, besonders beim Stuhlgang sind die typischen Symptome einer Analfissur.


Therapie

In vielen Fällen lässt sich eine Analfissur ohne chirurgischen Eingriff behandeln. Wichtig ist eine gründliche Analhygiene. Empfohlen wird nicht das Abwischen des Afters, sondern das Abduschen mit warmem Wasser und das Trockenhalten der Fissur. Darüber hinaus können lokal betäubende und entzündungshemmende Salben oder Zäpfchen, die mehrmals täglich aufgetragen werden müssen, die Schmerzen beim Stuhlgang lindern. So kann der Teufelskreis Schmerzen, Aufhalten des Stuhlganges, harter Stuhl und wiederum Schmerzen beim Stuhlgang durchbrochen werden. Gegebenenfalls kann der Arzt auch schmerzlindernde Medikamente in den Bereich der Fissur injizieren.
Auf jeden Fall sollte für eine geeignete Stuhlgangregulation gesorgt werden. Der Stuhl soll weich sein, damit die Wunde beim Stuhlgang möglichst wenig gereizt und Pressen vermieden wird. Voraussetzung hierfür sind eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung, ausreichendes Trinken und körperlicher Bewegung. Als Ergänzung dazu können Medikamente zur Förderung und Erleichterung der Darmentleerung (Laxanzien) vom Arzt verordnet werden.
Bei erhöhtem Schließmuskeltonus gibt es die Möglichkeit, Medikamente zur Senkung der Muskelspannung zu verabreichen. Hierzu kommen heute in erster Linie Salben (Nifedepin 0,2% oder Diltiazem 2%) in Frage. Die Salbenform hat gegenüber Tabletten mit gleichen Wirkstoffen den Vorteil, dass Kopfschmerzen als häufig auftretende Nebenwirkung der Tabletten vermieden werden können. Als Alternative kann Gel (L-Arginin) eine ähnliche Wirkung erzielen.
In einigen Fällen bringt erst ein durch einen Proktologen (Spezialisten für Enddarmerkrankungen) gespritztes Medikament (Botulinumtoxin A) den gewünschten Erfolg der Muskelentspannung. Durch das Medikament wird die Muskelkontraktion der Muskulatur unterhalb der Fissur verhindert. Eine in Narkose durchgeführte Schließmuskeldehnung wird wegen der Verletzungsgefahr heutzutage nur in Ausnahmefällen gemacht.
Die Senkung des Muskeltonus des Schließmuskels trägt dafür Sorge, dass die Wunde nicht ständig erneut aufreißt, das Gewebe besser durchblutet und so die Wundheilung erleichtert wird.
Wenn alle beschriebenen Maßnahmen nicht helfen, kann die Fissur chirurgisch entfernt werden. Sie wird in Gänze mitsamt Wundgrund bis auf den Schließmuskel ausgeschnitten, so dass gesundes Gewebe reizfrei ausheilen kann. Die Operation ist in der Regel effektiv und führt zu einer dauerhaften Heilung. Es kann jedoch zu vorübergehender Inkontinenz (Unvermögen den Stuhl willkürlich bzw. reflektorisch zurückzuhalten) und zu Gefühlsstörungen im Analbereich kommen. Die Operation wird jedoch eher selten durchgeführt, da die Gefahr der möglichen Ausbildung einer sekundären Inkontinenz besteht. Diese tritt möglicherweise erst viele Jahre nach dem Eingriff auf.

Quelle: Matthias Lohr, Bernhard Keppler: Innere Medizin Urban und Fischer, 4. Auflage, 2005
Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, de Gruyter, 260. Auflage, 2004
htp.//de.wikipedia.org/wiki/Analfissur
htp:www.chirurgie-portal.de/allgemeinchirurgie/analfissur-analfissuren-afterriss.html
htp:www.biowellmed.de/patientenberichte-442.html
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