Herpes genitalis - Genitalherpes - Therapie

Genitalherpes gehört zu den sexuell übertragbaren Erkrankungen, Auslöser sind Herpes simplex-Viren (HSV), die lebenslang im Körper verbleiben. Rund 80% der erwachsenen Bevölkerung sind betroffen.


Therapie

Die Therapie des Genitalherpes zielt auf eine Symptomlinderung bei Erstinfektionen und Rezidiven ab. Zur Zeit verfügbare Medikamente sind jedoch nicht in der Lage, das Virus aus dem Körper zu vertreiben und damit erneute Krankheitsausbrüche zu verhindern.

Anwendung finden gegen Viren wirksame Arzneien, so genannte antivirale Substanzen (Virustatika). Vertreter dieser Medikamentengruppe sind Aciclovir, Famciclovir oder Valaciclovir. Sie bewirken bei rechtzeitigem ? innerhalb der ersten fünf Tage ? Therapiebeginn eine Verkürzung der Beschwerdendauer um etwa eine Woche. Je nach Dosierung der Medikamente erfolgt die Einnahme der Tabletten zwischen fünf bis zehn Tage. Die äußerliche Anwendung in Form von antiviral wirkenden Cremes oder Gelen wird für den Genitalherpes nicht empfohlen. Zur Schmerzbehandlung und zum Eindämmen des entzündlichen Geschehens eignen sich so genannte Analgetika bzw. Antiphlogistika. So lohnt sich der Einsatz von Acetylsalicylsäure (ASS). Sitzbäder oder Kompressen mit Lösungen, die Jod oder Gerbstoffe enthalten, tragen ebenfalls zur Linderung der Beschwerden bei.

Rezidive können ähnlich wie oben beschrieben therapiert werden, die medikamentöse Therapie sollte allerdings innerhalb der ersten 24 Stunden einsetzen, wodurch die Beschwerden bis zu zwei Tage eher verschwinden. Die Tabletten werden zwei bis fünf Tage eingenommen. Die äußerliche Behandlung in Form von Sitzbädern und Kompressen ist ebenfalls geeignet.

Treten mehr als sechs Rezidive jährlich auf, kann eine suppressive Therapie erfolgen. Dabei erhalten die Betroffenen Virustatika über einen längeren Zeitraum, von einem halben bis zu einem Jahr reichend. Dies senkt die Rate erneuter Ausbrüche um bis zu 80%. Für Vaciclovir ließ sich noch ein weiterer positiver Effekt nachweisen: Die sexuelle Ansteckungsgefahr für HSV 2 geht um bis zu 50% zurück.

Die Behandlung von Patienten mit einem geschwächten Abwehrsystem sollte Spezialisten vorbehalten bleiben, auch bei Schwangeren müssen besondere Aspekte berücksichtigt werden.

Quelle: Springer Medizin
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