Herzinsuffizienz - Therapie

Die Herzinsuffizienz bezeichnet die Unfähigkeit des Herzens, die einzelnen Organe mit ausreichend Blut und so mit Sauerstoff zu versorgen.


Therapie

Die Therapie der Herzinsuffizienz beruht auf verschiedenen Säulen. Ein wichtiger Punkt ist die Umstellung des Lebensstils mit besserer Ernährung und mehr Bewegung. Ein weiterer Aspekt ist die konsequente Behandlung der Ursachen wie Bluthochdruck oder Diabetes. Zudem stehen Medikamente zur Verfügung.

Die Umstellung der Lebensgewohnheiten kann schon viel bewirken. Eine Gewichtsreduktion entlastet das Herz und eine salzarme Ernährung senkt den Blutdruck. Herzinsuffiziente Patienten sollten nicht mehr als 2 l am Tag trinken. Rauchen sollte tabu sein, nur geringer Alkoholkonsum ist ebenfalls dringend geraten. Außer für Betroffene im NYHA-Stadium 4 (Beschwerden auch in Ruhe, ohne körperliche Aktivität) empfehlen Experten regelmäßige Bewegung. Vor Trainingsaufnahme sollte aber unbedingt der Rat des Arztes eingeholt werden!

Die konsequente Therapie der Ursachen schließt eine optimale medikamentöse Einstellung des Blutdrucks oder des Zuckerhaushaltes bei Patienten mit Bluthochdruck oder Diabetes ein. Weitere Auslöser wie Fettstoffwechselstörungen, Herzrhythmusstörungen oder KHK sind ebenfalls konsequent zu behandeln.

Abhängig vom Zustand des Patienten und Stadium der Herzinsuffizienz kommen Medikamente wie ACE-Hemmer, Betablocker, Diuretika, Angiotensin-Rezeptorblocker oder Glykoside zum Einsatz. ACE-Hemmer bewirken eine Weitstellung der Gefäße und haben eine stärkenden Einfluss auf den Herzmuskel. So kommt weniger Blut im Herzen an und der Herzmuskel kann besser arbeiten. Angiotensin-Rezeptorblocker haben einen vergleichbaren Effekt.

Betablocker führen zu einer niedrigeren Herzfrequenz und einer Weitstellung der Gefäße. Auch dadurch wird die Menge des zu transportierende Blutes gesenkt, so dass das Herz entlastet wird. Diuretika fördern die Flüssigkeitsausscheidung über die Niere. Die Blutmenge sinkt und das Herz muss weniger arbeiten. Man unterscheidet verschiedene Substanzklassen, die eine mehr oder weniger starke Ausscheidung bewirken. Bei der Herzinsuffizienz finden Thiazide, Schleifen- und kaliumsparende Diuretika Anwendung. Zu den Glykosiden zählen Digitalisvarianten wie Digitoxin. Sie führen zu einer Normalisierung der Herzfrequenz, es resultiert eine Stärkung des Herzens.

Auch operative Eingriffe können unter bestimmten Umständen erfolgen, dazu zählen u.a. Bypass-Operationen. Spezielle Herzklappenerkrankungen lassen sich ebenfalls operativ behandeln. Die Implantation (Einpflanzung) von Herzschrittmachern ist eventuell bei schwerwiegenden Herzrhythmusstörungen nötig. Im Endstadium der Herzinsuffizienz kann, unter gewissen Voraussetzungen, eine Herztransplantation erfolgen.

Weitere Informationen finden Sie im Special Herzdiagnose

Quelle: Springer Medizin
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