Morbus Parkinson - Therapie
Therapie
Abhängig vom Alter der Patienten werden unterschiedliche Therapiestrategien empfohlen. Zum einen steht die Gabe von Medikamenten, die eine ähnliche Wirkung wie Dopamin (Dopaminagonisten) hervorrufen, im Vordergrund. Zum anderen wird die Dopaminvorstufe L-DOPA verabreicht.
Eine medikamentöse Behandlung wird dann notwendig, wenn die Patienten wesentliche Einschnitte im Berufs- und/oder Alltagsleben erfahren oder die Lebensqualität bzw. soziale Kontakte eingeschränkt sind. Welche Therapie bevorzugt eingesetzt wird, hängt vom Alter und Zustand des Patienten ab.
Parkinson-Patienten, die unter 70 Jahre alt sind und keine oder wenige andere Krankheiten aufweisen, erhalten zunächst eine Einzeltherapie mit einem so genannten Dopaminagonisten - einer Substanz, die im Körper wie Dopamin wirkt. Bei ausreichender Wirkung kann diese über Jahre durchgeführt werden. Reicht die Gabe des Dopaminagonisten dagegen nicht aus, kann zusätzlich L-DOPA gegeben werden. L-DOPA ist eine Dopaminvorstufe und wird nach Einnahme im Körper in Dopamin umgewandelt. Die Wirkung von L-DOPA ist deutlich stärker als die der Dopamin-Agonisten. Soll eine Besserung der Symptome zu Therapiebeginn möglichst schnell eintreffen, kann in Ausnahmefällen L-DOPA gleich zu Beginn gegeben werden. Nach etwa vier bis sechs Wochen kommt dann die Gabe eines Dopaminagonisten hinzu, die L-DOPA-Dosis wird auf das minimal benötigte Quantum reduziert.
Über 70-jährige Patienten oder Betroffene mit weiteren Erkrankungen erhalten L-DOPA, eine Therapie, die im günstigsten Fall Jahre andauern kann.
Bei milden Beschwerden reicht für beide Patientengruppen eventuell die Gabe anderer Antiparkinsonmittel wie Amantadin oder Selegilin aus. Daneben stehen weitere Arzneimittel wie Anticholinergika oder COMT-Inhibitoren zur Verfügung.
Operative Methoden finden ebenfalls Anwendung. Vor allem die tiefe Hirnstimulation (THS) hat in den letzten Jahren bei Nichtwirken der medikamentösen Therapie an Bedeutung gewonnen. Den Patienten werden Elektroden ins Hirn implantiert, die die Domani-produzierenden Zellen stimulieren. Ein Schalter" liegt für den Betroffenen gut erreichbar unter dem Schlüsselbein. So kann der Patient bei Bedarf die elektrische Stimulation auslösen und entsprechend dosieren. Durch die Stimulation in den entsprechenden Hirnbereichen kommt es zu einem Abklingen der Beschwerden. In Studien konnte die Effektivität der THS gut belegt werden.
Weitere therapeutische Maßnahmen umfassen Krankengymnastik, Logopädie und Umstellung der Ernährungsgewohnheiten. Bei Einnahme von L-DOPA kann eine eiweißarme Nahrung nützlich sein. L-DOPA sollte eine halbe bis eine Stunde vor oder anderthalb bis zwei Stunden nach der Mahlzeit eingenommen werden.
Andere Symptome wie Verstopfungen, Depressionen oder Harnblasenstörungen müssen entsprechend behandelt werden.
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