Prostatakrebs - Prostatakarzinom - Therapie

Mit etwa 40.000 Neuerkrankten pro Jahr ist der Prostatakrebs die häufigste Krebsform bei Männern.


Therapie

Zur Behandlung des Prostatakarzinoms stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung: Operation, Strahlentherapie, Hormonbehandlung oder Chemotherapie. Ihr Einsatz ist vom Stadium der Krebserkrankung abhängig.

Unter bestimmten Bedingungen, z.B. bei über 75-jährigen Patienten sowie bei kleinen und wenig aggressiven (bösartigen) Tumoren, kann zunächst abgewartet und die Entwicklung beobachtet werden. Das schließt regelmäßige PSA-Untersuchungen und eventuell mehrere Biopsien ein. Diese Methode nennen Ärzte „Aktive Überwachung" (engl.: active surveillance). Sobald Anzeichen für eine Ausbreitung der Krebserkrankung auftreten, kommen andere Therapiestrategien zum Tragen.

Bei der so genannten radikalen Prostatektomie entfernen die Operateure neben der Vorsteherdrüse auch die Samenbläschen und die im Becken vorhandenen Lymphknoten. Letztere werden einer genauen histologischen Analyse unterzogen, um gegebenenfalls – bei Krebsbefall der Lymphknoten – die Behandlung umzustellen. Mit der Prostatektomie ist eine vollständige Heilung möglich.

Eine weitere Behandlungsoption stellt die Strahlentherapie dar. Sie wird allein, zusammen mit einer Hormontherapie oder zusätzlich nach der Operation (adjuvante Strahlentherapie) angewendet. Auch Metastasen können gezielt bestrahlt werden. Zudem lassen sich Schmerzen bei Tumoren in fortgeschrittenen Stadien durch Bestrahlung lindern. Bei kleinen, begrenzten Geschwülsten kann eine Strahlentherapie zu einer dauerhaften Heilung führen. In der Mehrzahl der Fälle erfolgt die Bestrahlung von außen, d.h. die Tumorregion wird durch die Haut bestrahlt. Es ist aber auch möglich, kleinere Strahlungsquellen direkt in den Tumor einzubringen.

Da das Hormon Testosteron bei der Entwicklung des Prostatakrebses eine wesentliche Rolle spielt, indem es das Tumorwachstum fördert, stellt seine Ausschaltung bzw. Unterdrückung einen weiteren Ansatzpunkt für eine mögliche Therapie dar. Diese Therapieform wird als Hormontherapie bezeichnet. Dabei gibt es verschiedene Strategien. Beispielsweise lässt sich die Testosteronbildung verhindern. Dies ist auf zwei Wegen möglich: chirurgisch durch die Entfernung der Hoden (Orchiektomie) oder medikamentös. Eine Orchiektomie wird heute nur noch in Ausnahmefällen angewendet. Bei der medikamentösen Methode setzt man so genannte LHRH-Analoga ein. Diese ähneln natürlich vorkommenden Hormonen, welche die Testosteronbildung in den Hoden unterdrücken. Neben der Verhinderung der Testosteronbildung kommt als weitere Strategie die Hemmung der Wirkung von Testosteron infrage. Dafür werden so genannte Antiandrogene eingesetzt. Die Medikamente blockieren den Zugang für Testosteron in die Zellen, sodass das männliche Geschlechtshormon seine Wirkung nicht entfalten kann.

Schließlich besteht auch die Möglichkeit, den Prostatakrebs mittels Chemotherapie zu behandeln. Dabei werden spezielle Medikamente – so genannte Zytostatika – verabreicht. Diese töten gezielt (aber nicht ausschließlich) sich schnell vermehrende Zellen ab, wozu auch die Krebszellen gehören.

Egal welche Therapieform eingesetzt wird, das „A und O" einer jeden Behandlung ist die regelmäßige Kontrolle des Patienten durch den Arzt genauso wie die regelmäßige Nachsorge nach abgeschlossener Behandlung. Denn ein Wiederauftreten der Krebserkrankung kann nie ganz ausgeschlossen werden. Tastuntersuchung, PSA-Test, Ultraschalluntersuchungen, Biopsien, Röntgen- und computertomografische Aufnahmen sowie Knochenszintigrafien können dabei notwendig werden. So lassen sich mögliche Rezidive erkennen und rechtzeitig behandeln.

Quelle: Springer Medizin
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