Thoraxschmerz - Brustschmerz - Therapie

Als Thoraxschmerz werden alle Schmerzen im Bereich des Brustkorbs bezeichnet, unabhängig von der Schmerzursache, der Art der Schmerzen und ihrem Entstehungsort.


Therapie

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Ist die Ursache bekannt, wird die Grunderkrankung durch gezielte Maßnahmen behandelt. Die Schmerzen können (eventuell zusätzlich) durch Gabe von Schmerzmitteln gelindert werden.

Wie können Erkrankungen behandelt werden, die Thoraxschmerz verursachen?

Bei Infekten durch Bakterien, also zum Beispiel bei der Lungenentzündung, werden Antibiotika eingesetzt. Ein Herzinfarkt oder eine Lungenembolie werden mit der Gabe von blutgerinnungshemmenden Medikamenten, wie zum Beispiel Heparin behandelt: Damit lässt sich verhindern, dass sich noch weitere Blutgerinnsel an dasjenige anlagern, welches die Lungenembolie oder den Herzinfarkt verursacht hat. Der Schmerz bei Verengungen der Herzkranzgefäße spricht gut auf gefäßerweiternde Substanzen an, wie beispielsweise Nitrate. Diese können als Spray oder Zerbeißkapseln sehr einfach verabreicht werden und führen in der Regel zu einer raschen Schmerzlinderung. Operation, Chemotherapie oder Strahlentherapie können bei bösartigen Erkrankungen angezeigt sein. Schmerzen in der Speiseröhre, die durch den Rückfluss von Magensaft bedingt sind, werden mit speziellen Medikamenten behandelt (Protonenpumpenhemmern, zum Beispiel Omeprazol). Die Protonenpumpenhemmer unterdrücken sehr wirkungsvoll die Säureproduktion im Magen, so dass kein saurer Magensaft mehr die Speiseröhre angreift und die Entzündung der Speiseröhre ausheilen kann. Ein größerer Pneumothorax (Luft im Rippenfellspalt durch Einriss im Lungenfell mit resultierendem Kollaps der Lunge) muss durch eine Drainage behandelt werden. Dabei wird von außen ein Schlauch in den lufthaltigen Rippenfellraum eingeführt, um die Luft wieder abzusaugen, was einige Tage dauern kann.

Wie werden die Schmerzen behandelt?

Mit der erfolgreichen Behandlung der ursächlichen Erkrankung wird in der Regel auch der Thoraxschmerz günstig beeinflusst. Lässt sich die Grunderkrankung nicht oder nicht schnell genug behandeln, werden Schmerzmittel (Analgetika) eingesetzt, die jedoch nur gegen das Symptom (Thorax-)Schmerz wirken. Man bezeichnet diese Art der Therapie daher auch als symptomatische Behandlung, da sie sich nicht auf den Verlauf der zugrunde liegenden Erkrankung auswirkt. Dabei kommen peripher (am Schmerzort) und zentral (im Gehirn) angreifende Substanzen zum Einsatz, die auch miteinander kombiniert werden. Die peripher wirksamen Substanzen werden auch kleine Analgetika oder Antirheumatika genannt; Antirheumatika deshalb, weil sie auch entzündungshemmend wirken und daher eine große Rolle in der Behandlung des Rheumas spielen. Sie wirken ähnlich wie Acetylsalicylsäure (ASS; Aspirin® und weitere Vertreter aus dieser Gruppe zum Beispiel Ibuprofen oder Diclofenac). Diese Medikamente werden vor allem bei Schmerzen, die von Knochen, Gelenken, Muskeln oder Sehnen ausgehen, also bei Thoraxwandschmerzen, eingesetzt. Da in diesen Fällen häufig auch ein nichtinfektiöser, entzündlicher Prozess vorliegt oder vermutet wird, ist die Gabe dieser Mittel besonders sinnvoll. Sie haben allerdings den Nachteil, dass sie bei längerer Einnahme die Magenschleimhaut und auch die Nieren schädigen können. Eine andere bekannte schmerzlindernde Substanz, die auch bei Kindern eingesetzt wird, ist Paracetamol. Das Paracetamol ist ebenfalls ein peripher wirksames Schmerzmittel, das im Prinzip bei allen leichteren bis mittelstarken Schmerzen gegeben werden kann. Im Gegensatz zur Acetylsalicylsäure ist es aber nicht entzündungshemmend. Der Vorteil von Paracetamol ist, dass es keine Schäden am Magen verursacht. Sind die Schmerzen zu stark für peripher wirkende Analgetika, kann die Wirkung von Acetylsalicylsäure oder Paracetamol durch kleine Mengen von zentral wirksamen Schmerzmitteln, den Morphinen oder Opiaten, verstärkt werden. Sie unterdrücken sehr wirksam die Schmerzweiterleitung im Rückenmark und zusätzlich die Schmerzwahrnehmung im Gehirn. Bei starken bis stärksten Schmerzen kann und sollte auf sie nicht verzichtet werden, etwa beim Herzinfarkt, der Aortendissektion, der akuten Lungenembolie oder bei Tumorschmerzen.

Quelle: Springer Medizin
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