Angina pectoris - Herzenge - Therapie

Stechende Schmerzen in der Herzgegend, Atemnot - Symptome einer Angina pectoris und Hinweis auf die Gefahr eines Herzinfarkts. Alles zum Thema hier.


Therapie

Während des Anfalls bringt die Anwendung eines Nitroglyzerin-Sprays in der Regel schnelle Hilfe. Das Nitroglyzerin (Nitro) wirkt gefäßerweiternd auf Venen und reduziert somit die Blutmenge, die dem Herzen von der Venenseite zur Weiterbeförderung zugeführt wird. Somit sinkt auch die Arbeitsbelastung des Herzmuskels mit der Folge eines niedrigeren Sauerstoffverbrauchs des Muskelgewebes.
Unterm Strich kommt es zu einer enormen Entlastung des Herzens. Schließlich stimmen Sauerstoffverbrauch auf Muskelseite und Sauerstoffangebot von der Blutseite wieder überein. Nitro gibt es auch als Zerbeißkapseln oder - zur Vorbeugung beziehungsweise Dauerentlastung des Herzens - als Pflaster.

Weitere Medikamente zur Therapie sind Kalzium-Antagonisten und Beta-Blocker: Diese sind in der Lage, die Pumpfunktion des Herzenmuskels auf ein weniger strapazierendes Maß einzuschränken und reduzieren somit ebenfalls den vorher krankhaft vermehrten Sauerstoffbedarf. Engstellen in den Herzkranzgefäßen, in der Regel durch Arteriosklerose entstanden, lassen sich auch operativ entfernen. Bei kleinen Stenosen (enge Stelle) gelingt dies durch einen Herzkatheter PTCA), der über die Leistenvene bis in die geschädigte Herzkranzarterie vorgeschoben wurde. Dieser Katheter trägt an seiner Spitze einen Ballon, der in der Mitte der Enge aufgebläht wird und diese so zum Weiten bringt. Bei größeren oder langstreckigen oder mehreren Stenosen ist eine Bypass-Operation notwendig, bei der ein Ersatzgefäß (körpereigene Vene, Arterie oder synthetisches Material) die kritische Stelle überbrückt. Dazu wird meist eine kleine Beinvene des Patienten, eine Unterarmarterie oder eine künstliche Gefäßprothese verwendet. Durch die künstliche Umgehung der Engstelle wird eine ausreichende Durchblutung der zuvor unterversorgten Herzmuskelregionen gewährleistet. Die Patienten müssen nach der Operation gerinnungshemmende Medikamente einnehmen, damit der Bypass sich nicht durch Blutgerinnsel verschließt. Bei beiden Methoden sind Rückfälle jedoch nicht ausgeschlossen.

Quelle: Springer Medizin
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