Rachenmandelwucherung - Adenoide - Therapie

Die Vergrößerung (Hyperplasie) der Rachenmandel ist eine Volumenzunahme des lymphatischen Gewebes, aus dem die Rachenmandel zum größten Teil besteht.


Therapie

Grundsätzlich hat allein die Vermehrung lymphatischen Gewebes im Nasenrachenraum im Kindesalter zunächst keinen Krankheitswert, da es praktisch bei allen Kindern im Rahmen der immunologischen Aktivität zu solch einer Vermehrung kommt. Deshalb wird eine vergrößerte Rachenmandel erst dann als Erkrankung betrachtet und behandelt, wenn Krankheitszeichen auftreten.

Eine dauerhaft vergrößerte Rachenmandel mit Krankheitszeichen wie

  • Schnarchen und/oder Schlafstörungen
  • ständiger Mundatmung
  • gehäufte Infekte der oberen Luftwege
  • Schwerhörigkeit aufgrund einer Mittelohrbelüftungsstörung
  • häufigen Mittelohrentzündungen
sollte operativ entfernt werden. Oft wird zusätzlich während der gleichen Operation ein kleiner Schnitt ins Trommelfell (Parazentese) zur Belüftungsverbesserung des Mittelohres durchgeführt, wenn zum Operationstermin eine Mittelohrschwerhörigkeit durch einen Erguss im Mittelohr vorliegt. In Fällen mit ausgeprägter Mittelohrschwerhörigkeit durch zähes Sekret im Mittelohr ist eine länger bestehende Belüftungsverbesserung durch Einsetzen eines kleinen Röhrchens ins Trommelfell (Paukendrainage) erforderlich.

Bei der Paukendrainage wird ein kleines, knopfähnliches Röhrchen in den Trommelfellschnitt eingesetzt, um das Sekret aus der Paukenhöhle abfließen zu lassen.

Die Entfernung der Rachenmandel wird in Deutschland immer in Vollnarkose durchgeführt, meist in Form eines ambulanten Eingriffs, nach dem die Kinder am selben Tag die Klinik wieder verlassen können, oder im Rahmen eines kurzen stationären Aufenthaltes von ein bis zwei Tagen.

Die Gabe von abschwellenden Nasentropfen als medikamentöse Maßnahme kann die Krankheitszeichen der akuten Infektion der Rachenmandel (die meist gleichzeitig mit einem Schnupfen einhergeht) vorübergehend abmildern, jedoch nicht dauerhaft zum Verschwinden bringen.

Quelle: Springer Medizin
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