Prostatavergrößerung - Benigne Prostatahyperplasie - Therapie

Die gutartige Prostatavergrößerung bemerkt der Patient durch Zeichen der Blasenfunktionsstörung. Hier finden Sie alles zum Thema.


Therapie

Die Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie) erfolgt stufenförmig in Abhängigkeit von den objektiv erhobenen Befunden, den Beschwerden des Patienten und dem individuellen Leidensdruck.

Nach umfassender Aufklärung des Patienten sollte die Wahl des Behandlungsverfahrens gemeinsam von Patient und Arzt getroffen werden.


Krankheitszeichen Behandlungsmethode
- geringe Beschwerden beim Wasserlassen
Kontrollierte Beobachtung
- mittlere Beschwerden beim Wasserlassen (häufiges Wasserlassen, schwacher Strahl)
- Restharnwerte von über 100 Milliliter
- Prostataoperation wegen individueller Krankheitssituation nicht durchführbar
Medikamentöse Behandlung
- dauerhafte Beschwerden und Restharnmengen von über 100 Milliliter trotz medikamentöser Therapie
- wiederkehrender Harnverhalt
- wiederkehrende Harnwegsinfekte
- wiederkehrende sichtbare Blutbeimengungen zum Urin
- Ausbildung von Blasensteinen
- Einschränkung der Nierenfunktion
Operative Behandlung
Charakteristisch für die Erkrankung der benignen Prostatahyperplasie ist die Komplexität und außerordentliche Spannweite der Symptome. Es besteht die Möglichkeit, kontrolliert zu beobachten, medikamentös zu therapieren oder operativ zu behandeln.

Charakteristisch für die Erkrankung der Benignen Prostatahyperplasie ist die Komplexität und außerordentliche Spannweite der Symptome. Es besteht die Möglichkeit, kontrolliert zu beobachten, medikamentös zu therapieren oder operativ zu behandeln.

Die Beobachtung (kontrollierte Untersuchung durch einen Facharzt) und das Abwarten ist bei Patienten möglich, welche nur geringe Beschwerden haben und keiner sofortigen Therapie bedürfen.

Eine medikamentöse Behandlung ist generell möglich, wenn zwingende Anzeigen zur Operation ausgeschlossen sind. Zum Einsatz kommen im Wesentlichen drei Gruppen von Präparaten:


  • Phytotherapeutika (Pflanzenextrakte): In Deutschland sind Extrakte aus der Sägezahn-Palmenfrucht, aus Brennesselsamen, Kürbiskernen, Roggenpollen sowie das beta-Sitosterin (Phytosterol) zur Behandlung des Benignen Prostata-Syndroms verfügbar. Diese wirken vor allem auf die Reizsymptome wie den häufigen Harndrang oder das schmerzhafte Wasserlassen. Nachgewiesen ist ein Effekt nur für beta-Sitosterin. Da die Prostatavergrößerung einen chronischen Charakter hat, sollten Medikamente mit Phytosterol oder einem anderen pflanzlichen Wirkstoff dauerhaft eingenommen werden. Zu beachten ist außerdem, dass sie - wie viele andere pflanzliche Mittel auch - ihre Wirksamkeit langsam (über mehrere Wochen) entfalten und die Einnahme täglich erfolgen muss. Ähnlich bewährt haben sich Extrakte aus Sägepalmenfrüchten, Brennnesselwurzeln, Kürbiskernen oder Roggenpollen.

  • Alpha-Rezeptorenblocker: Beispiele für solche Wirkstoffe sind Doxazosin oder Terazosin. Sie verbessern ebenfalls die Symptome. Ob sie auch die Harnabflussstörung günstig beeinflussen, ist noch nicht geklärt.

  • 5-Alpha-Reduktase-Hemmer: Der Wirkstoff Finasterid hemmt die 5-Alpha-Reduktase, die in der Prostata die Umsetzung des männlichen Hormons Testosteron in eine stärker wirksame Form, das DHT vermittelt. Unter der Behandlung mit Finasterid sinkt der DHT-Spiegel und die vergrößerte Prostata wird wieder kleiner.

Eine operative Behandlung ist dringend angezeigt bei wiederkehrenden Harnverhalten, häufigen Harnwegsinfekten, wiederkehrenden sichtbaren Blutbeimengungen zum Urin, Ausbildung von Blasensteinen und einer beginnenden bzw. bestehenden Einschränkung der Nierenfunktion als Folge einer prostatabedingten Blasenentleerungs- und -funktionsstörung. Die Nierenfunktion wird eingeschränkt, wenn sich in der Blase soviel Restharn aufstaut, dass die Harnleiter den Urin aus der Niere nicht mehr abtransportieren können, sich also eine Art Rückstau entwickelt.

Zur operativen Behandlung gibt es eine Reihe von Verfahren, von denen bislang die transurethrale Elektroresektion der Prostata (TUR-P) als Standardverfahren gilt. Dabei wird über ein in die Harnröhre eingeführtes Endoskop Prostatagewebe entfernt. Eine sehr große Prostata kann manchmal auch eine offene Operation notwendig machen.

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Bei der transurethralen Elektroresektion der Prostata wird ein sogenanntes Resektoskop in die Harnröhrenöffnung am Penis eingeführt. Um das Vorschieben des Resektoskopes komplikationsarm zu gewährleisten, wird Gleitmittel vorgespritzt und der Penis aufgerichtet. Das Resektoskop hat einen Durchmesser von etwa 8 mm Der behandelnde Arzt schiebt das Resektoskop "unter Sicht" langsam vor, bis das Gebiet der Prostata erreicht ist. Im Resektoskop integriert sind verschiedene Funktionen: eine Schlingenelektrode sowie ein Spül- und Saugvorrichtung. Nachdem das hyperplastische Prostatagewebe mit der Elektrodenspitze erreicht ist, kann der Arzt Gewebestücke der Prostata entfernen. Dies gelingt durch die Wirkung eines angelegten Hochfrequenzstromes, der örtlich das hyperplastische Prostatagewebe abtrennt. Über die Spül- und Saugvorrichtung werden die vielen kleinen abgetrennten Gewebestücke bis hinein in die Harnblase gespült und anschließend wieder herausgesaugt. Auftretende Blutungen können durch den Hochfrequenzstrom sofort gestillt werden.

Was Sie sonst noch tun können


  • Langes Sitzen ist zu vermeiden oder durch gelegentliches Aufstehen und Herumlaufen zu unterbrechen. Desweiteren sollte der Harndrang nicht unterdrückt werden, um ein Überfüllen und Überdehnen der Blase zu verhindern.

  • Empfehlenswert ist eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit reichlich Obst, Gemüse und Vollkornprodukten sowie wenig Fett: Bei der Fettauswahl sollten pflanzliche Öle (z. B. Olivenöl, Rapsöl) mit einem hohen Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren bevorzugt werden.


So ist es richtig!

Möglicherweise können pflanzliche Lebensmittel, die reichlich Phytoöstrogene enthalten, einer Prostatavergrößerung entgegenwirken. Dazu gehören Hülsenfrüchte (z. B. Linsen, Bohnen), Sojaprodukte (z. B. Tofu), Haferflocken, Weizenkleie, Sesamkörner sowie schwarzer Tee und Wein (in Maßen!). Anlass für diese Empfehlungen gibt die Tatsache, dass in süd-europäischen und asiatischen Ländern vergleichbar wenig Prostataerkrankungen auftreten und dort eine solche Ernährungsweise üblich ist.

Quelle: bsmo Redaktion; Springer Professional Medicine
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