Arzneimittelexanthem - Therapie
Therapie
Die wirkungsvollste Behandlung besteht im Absetzen des Medikaments, das wahrscheinlich zu dem Arzneimittelexanthem geführt hat. Die Beschwerden können außerdem durch die Gabe von Arzneimitteln gelindert werden, welche die allergische Reaktion unterdrücken.
Sinnvoll ist das Absetzen des verdächtigten Medikamentes. Zusätzlich richtet sich die Therapie gegen die vorhandenen Symptome. Durch Histamin vermittelte Symptome, typischerweise Juckreiz und Quaddeln, werden mit so genannten Antihistaminika behandelt. Das sind Medikamente, welche die Wirkung des Histamins blockieren. Zu den Antihistaminika gehören die verschiedensten Substanzen, zum Beispiel Cetirizin, Loratadin, Dimetinden, Clemastin und viele andere. Diese sollten als Tablette verordnet werden. Andere Hautveränderungen werden mit Kortisonpräparaten (auch Steroide genannt, weil das Kortison zu den Steroidhormonen gehört) behandelt, die außerordentlich wirkungsvoll gegen allergische und entzündliche Reaktionen sind. Wenn weniger als 20 Prozent der Körperoberfläche betroffen sind, kann die Behandlung mittels Cremes oder Salben erfolgen, bei großflächigerem Befall sollten Tabletten verschrieben werden.
Wenn das auslösende Medikament nicht abgesetzt werden kann, dann muss mit einem Fortbestehen der Symptomatik gerechnet werden. Hier muss der Arzt die Notwendigkeit der Gabe des Medikamentes gegen die Schwere der Nebenwirkung abwägen. Bei einem Diabetiker wird man zum Beispiel kaum auf die Gabe von Insulin verzichten können, selbst wenn sich eine Insulinallergie mit Hauterscheinungen entwickeln sollte. Da sich aber die allergische Reaktion häufig nicht gegen das Insulin selbst, sondern gegen Zusatzstoffe in dem Insulinpräparat richtet, kann man zum Beispiel das Insulinpräparat wechseln.
Nach Absetzen des auslösenden Medikamentes und entsprechender Therapie kommt es in der Regel binnen zwei bis drei Wochen zum Abklingen der Hautveränderungen.
Das Lyell-Syndrom bedarf einer besonderen Behandlung
Einen Sonderfall stellt die Therapie des Lyell-Syndroms dar, das aufgrund seiner Schwere intensivmedizinisch betreut werden muss. Es kommt dabei zur Bildung von großen Blasen und der Ablösung großer Hautareale mit Schmerzen und schweren Allgemeinreaktionen, wie zum Beispiel Fieber. Hier sind Strategien wie bei der Versorgung von Verbrennungsopfern zu befolgen: Es werden Medikamente zur Schmerzlinderung gegeben, Flüssigkeitsverluste über die offenen Wunden durch Infusionen ausgeglichen und man beugt möglichen zusätzlichen Druckschäden der Haut durch spezielle Matratzen (Wasserbett, Luftkissen) vor. Ganz wichtig ist der Schutz vor Infektionen der Wunden. Pflegepersonal und Besucher müssen daher Schutzkleidung (Mundschutz, Handschuhe) tragen, die Wunden werden mit speziellen Verbänden abgedeckt, die nicht ankleben und auftretende Infektionen werden mit Antibiotika behandelt. Neben diesen Maßnahmen wird Kortison in hoher Dosierung gegeben, um die der Erkrankung zugrunde liegenden allergischen und entzündlichen Mechanismen wirkungsvoll zu unterdrücken.
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