Bluthusten - Hämoptyse - Therapie

Unter Bluthusten versteht man das Abhusten von Blut oder blutig gefärbtem Auswurf.


Therapie

Die Behandlung hängt davon ab, wie ausgeprägt der Bluthusten ist. Bei massivem Bluthusten muss beispielsweise versucht werden, die Blutung zu stillen.

Bei der Behandlung muss zwischen leichtem Bluthusten und massivem Bluthusten unterschieden werden. Handelt es sich nur um geringe Blutmengen und erscheint der Betroffene hierdurch nicht gefährdet, so sind zunächst keine symptomatischen Maßnahmen notwendig, das heißt, es muss nichts gegen das Symptom Bluthusten unternommen werden. Es gilt, die Ursache zu suchen und diese, falls möglich, zu behandeln. Bettruhe ist sinnvoll - ist das Ausmaß des Bluthustens unsicher oder zunehmend, sollte der Betroffene stationär aufgenommen werden. Die Gabe von beruhigenden Medikamenten kann in Einzelfällen nützlich sein.

Da es durch andauernden Husten immer wieder zu Blutungen kommen kann, ist es manchmal sinnvoll, den Hustenreiz medikamentös zu unterdrücken. Man verabreicht dann so genannte Antitussiva (zum Beispiel Codein), die den Hustenreflex im Hustenzentrum des Gehirns unterdrücken. Die Inhalation von gefäßverengenden Substanzen vermag manchmal, eine Blutung zu stoppen oder zu vermindern.

Blutstillung mit Hilfe der Bronchoskopie

Ist die Blutung massiv oder der Patient in seiner Atmung stark beeinträchtigt (etwa bei einer vorbestehenden Lungenerkrankung), so gilt es in erster Linie, die Blutung zum Stillstand zu bringen und die nicht blutenden Lungengebiete dadurch zu schützen. Bei fortbestehender Blutung würde Blut in die nicht blutenden Lungengebiete hineinlaufen und so die Atmung noch weiter beeinträchtigen, weil der Gasaustausch in den feinen Lungenbläschen behindert wäre. Die Blutstillung kann durch eine Lungenspiegelung (Bronchoskopie) versucht werden. Bei sehr starken Blutungen ist es notwendig, während der Bronchoskopie eine Beatmung vorzunehmen, um die Atemwege freizuhalten und die Sauerstoffversorgung des Körpers sicherzustellen. Dafür kann man einen Beatmungstubus, ein dünnes, flexibles Plastikrohr, das über den Mund in die Luftröhre eingeführt wird, zusammen mit einem flexiblen Bronchoskop verwenden. Es kann auch ein starres Bronchoskop eingesetzt werden, bei dem ein starres Metallrohr durch den Mund in die Lunge eingeführt wird. Über das Bronchoskop können dann die zentralen Atemwege betrachtet werden können. Während der Bronchoskopie können blutstillende Medikamente direkt in das Bronchialsystem gegeben werden, und blutende Tumoren können mit Laserlicht oder Strom koaguliert (verkocht) werden.

Operation

Bei wiederholten Blutungen, eindeutig lokalisierbarer Blutung und bei bestimmten Erkrankungen (zúm Beispiel Lungenkrebs, Lungenabszess, Gefäßmissbildungen) kann eine Operation mit Entfernung der Blutungsquelle notwendig werden. Ein solcher Fall kann beispielsweise eintreten bei Lungenkrebs, Lungenabszess oder Gefäßmissbildungen. (Eine bekannte Gefäßmissbildung ist der Blutschwamm. Ähnliche Missbildungen können neben der Haut auch im Körper auftreten und werden dann nicht bei der Geburt bemerkt, sondern später zufällig oder wegen einer Blutung). Eine sofortige Operation wird nur in ausgesprochenen Notsituationen erfolgen. Vor einer Operation wird versucht, die Ursache und Lokalisation der Blutung genau zu klären und den Patienten in einen stabilen Zustand hinsichtlich der Funktion von Herz, Kreislauf und Atmung zu bringen.

Verödung von Gefäßen

Eine besondere Behandlungsform besteht in der Verödung von Blutgefäßen, die eine wiederkehrende und für den Patienten bedrohliche Blutungsquelle bilden. Solche Gefäße sind meist erweitert und können mittels einer Angiographie (Darstellung von Blutgefäßen im Röntgenbild nach Spritzen von Kontrastmittel) nachgewiesen werden. Hierzu kann unter Röntgenkontrolle ein Katheter gezielt in das betreffende Blutgefäß eingeführt werden, um ein Verödungsmittel spritzen zu können. Als Verödungsmittel verwendet man bevorzugt kleine Spiralen oder andere Fremdkörper, die sich an der Stelle, wo man sie einbringt, im Gefäß verkeilen und dort über ein Blutgerinnsel für einen dauerhaften Verschluss des Blutgefäßes sorgen und damit zum Versiegen der Blutung führen.

Behandlung der Grunderkrankung

Ist die Ursache bekannt, wird die Grunderkrankung durch gezielte Maßnahmen behandelt. Es werden Antibiotika bei Infekten eingesetzt,eine Operation, Chemotherapie oder Strahlentherapie bei bösartigen Erkrankungen durchgeführt. Die Gabe von Gerinnungsprodukten kommt bei Störungen der Blutgerinnung, eine medikamentöse Behandlung bei Herzschwäche infrage.

Quelle: Springer Medizin
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