Bluthochdruck - Hypertonie - Therapie

Von einem Bluthochdruck (Hypertonie) spricht man, wenn bei mehrmaligen Messungen an verschiedenen Tagen in Ruhe Werte von über 140 zu 90 gemessen wurden


Therapie

Der erhöhte Blutdruck kann sowohl durch Medikamente als auch durch nichtmedikamentöse Maßnahmen erfolgreich gesenkt werden.

Das Ziel bei der Behandlung des Bluthochdrucks liegt in einer dauerhaften Senkung des Blutdruckes auf Werte unter 140/90 mmHg. Noch niedrigere Werte werden angestrebt, wenn Begleiterkrankungen wie Diabetes (Zuckerkrankheit), eine Herzmuskelschwäche oder Nierenschäden bestehen. Grundsätzlich sollte bei allen Patienten versucht werden, den Blutdruck mit allgemeinen Maßnahmen zu senken. Diese Maßnahmen setzen jedoch ein gewisses Maß an Selbstdisziplin von Seiten des Patienten voraus und scheitern oft daran, dass der erhöhte Blutdruck allein nicht mit nennenswerten Beschwerden einhergeht und deshalb nicht als behandlungsbedürftiges Leiden angesehen wird.

Allgemeinmaßnahmen

Nachgewiesen blutdrucksenkend wirken:

  • Die Gewichtsabnahme bei Übergewicht. Pro Kilogramm Gewichtsabnahme sinkt der Blutdruck um etwa zwei mmHg. Gelingt es einem übergewichtigen Bluthochdruckpatienten also, zehn Kilogramm abzunehmen, so kann sein Blutdruck um 20 mmHg gesenkt werden und könnte allein durch diese Maßnahme in vielen Fällen bereits normalisiert werden.
  • Eine Beschränkung der Kochsalzzufuhr auf etwa sechs Gramm pro Tag. In erster Linie ist dies durch Vermeiden von Nachsalzen der Speisen zu erreichen, zum anderen durch Verzicht auf Lebensmittel mit hohem Kochsalzgehalt wie Salzgebäck, geräucherte Fleisch- und Wurstwaren und Käse. Eine Vielzahl von Rezeptbüchern zur salzreduzierten Ernährung ist im Buchhandel und in Apotheken erhältlich.
  • Regelmäßige körperliche Aktivität. Geeignet sind hier vor allem Ausdauersportarten wie Laufen, Schwimmen und Radfahren. Ungünstig auf den Bluthochdruck wirken sich hingegen Kraft- und Hochleistungssport aus.
  • Abbau von Stressfaktoren und Entspannungsübungen: Auch diese Maßnahmen können bei einigen Patienten den Blutdruck um fünf bis zehn mmHg senken. Hochdruckpatienten, die unter hoher beruflicher Beanspruchung stehen, sollten gelegentlich Nutzen und gesundheitliche Risiken einer großen beruflichen Verantwortung überdenken und nach Möglichkeiten suchen, sich im Berufsalltag Entlastung zu verschaffen. Entspannungstechniken kann man unter Anleitung in Gruppen zum Beispiel für autogenes Training erlernen, aber auch mit Hilfe von entsprechenden Tonbandcassetten oder CDs durchführen.
Medikamente zur Blutdrucksenkung

Eine Vielzahl von Medikamentengruppen steht zur Behandlung des Bluthochdrucks zur Verfügung. Wichtig ist vor allem die gewissenhafte Einnahme auch bei völliger Beschwerdefreiheit sowie regelmäßige Überprüfung des Behandlungserfolges durch den Arzt und den Patienten selbst

Ist das Behandlungsziel erreicht und der Blutdruck optimal eingestellt, so ist dies kein Grund, das Medikament abzusetzen, da in diesem Fall innerhalb kurzer Zeit die überhöhten Blutdruckwerte wieder erreicht werden.

Die Behandlung des Bluthochdrucks beginnt üblicherweise mit der Gabe eines Medikaments, tritt damit kein Behandlungserfolg ein, können andere Medikamente ausgewählt oder mehrere Arzneimittel kombiniert werden.

Entwässernde Medikamente (Diuretika)

Diese Substanzgruppe senkt den Blutdruck durch eine vermehrte Salz- und Wasserausscheidung über die Niere und damit durch eine Verminderung des im Kreislauf zirkulierenden Blutvolumens.

Betablocker

Betablocker blockieren beziehungsweise hemmen die Signalübertragung des "Aktivitätsnerven" Sympathikus an Herz und Gefäßen. Dadurch schlägt das Herz langsamer und weniger kraftvoll und wirft so weniger Blut in einer bestimmten Zeit in die Schlagadern aus. Unerwünschte Wirkungen treten in der Regel nur vorübergehend auf und lassen sich durch sorgfältige Wahl der Dosis beeinflussen.

ACE-Hemmer

Die körpereigene Regulierung des Blutdrucks erfolgt über die Einstellung des Durchmessers der Schlagadern des Körpers. Diese verfügen über eine Muskelschicht, deren Kontraktion die Gefäße verengt. Je enger ein Gefäß, umso höher ist der Druck, mit dem eine bestimmte Blutmenge pro Zeiteinheit den Gefäßabschnitt passiert. Die Signale zur Gefäßverengung werden der Wandmuskulatur durch ein Hormon (einen Botenstoff) namens Angiotensin II vermittelt. Dieser Botenstoff wird in der Niere aus einer unwirksamen Vorstufe, dem Angiotensin I, gebildet. Damit diese Umwandlung stattfindet, ist die Anwesenheit eines Enzyms, (einer Hilfssubstanz) erforderlich, des ACE (Angiotensin-Converting Enzyme). Ist die Umwandlung des Angiotensins I in die Stufe II unterbunden, erschlaffen die Gefäßwände. Der Gefäßwiderstand in den herzfernen Blutgefäßgebieten nimmt ab, damit auch der Blutdruck.

a1 (alpha 1) Antagonisten

Diese Präparate führen direkt an den Arterien zu einer Erweiterung und damit zu einem Absinken des Gefäßwiderstandes, der dem durchströmenden Blut entgegen wirkt. Die Folge ist ein Absinken des Blutdrucks. Zusätzliche Wirkungen dieser Stoffgruppe bestehen in günstigem Einfluss auf die Blutfette und den Blutzuckerspiegel.

Zentral wirkende Sympatholytika

Der Begriff zentral beschreibt den Wirkort des Medikaments, nämlich das Gehirn als übergeordnetes Stellwerk der Blutdruckregulation. Sympatholytisch meint eine Schwächung des "Aktivitätsnerven" Sympathikus. Durch diese Schwächung nimmt sowohl die Schlagkraft des Herzens und damit die von ihm ausgeworfene Blutmenge als auch der Widerstand in den Blutgefäßen ab. Die Arterien erweitern sich und der Blutdruck sinkt.

Setzen Sie blutdrucksenkende Medikamente nicht ab, sondern sprechen Sie mit Ihrem Arzt über von Ihnen beobachtete unerwünschte Wirkungen, um die optimale Dosis zu finden. Plötzliches Absetzen der Medikamente kann darüber hinaus zu eigenen Problemen führen, denn der Körper gewöhnt sich in gewissem Maß an die Wirkung des Präparats und reguliert dagegen. Fällt nun plötzlich die (erwartete) Wirkung des Medikamentsweg, überwiegt die kompensatorische Gegenregulation. Der Blutdruck steigt überproportional an.

Quelle: Springer Medizin
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