Blinddarmentzündung / akute Appendizitis - Therapie
Therapie
Die Sterblichkeit (Letalität) bei der Appendizitis beträgt zwischen null und 0,3 Prozent. Nach einem Blinddarmdurchbruch steigt sie auf bis zu ein Prozent. Diese Zunahme beruht in erster Linie auf einer verzögerten Erkennung und/oder Behandlung der Erkrankung, aus welchen Gründen auch immer. Die Behandlung der Wahl ist die Operation. Bei fortgeschritteneren Entzündungsstadien werden entweder nur zur Operation oder auch über einige Tage ergänzend sogenannte Breitbandantibiotika verabreicht. Antibiotika sind Medikamente, die Krankheitserreger vernichten oder in ihrer Zahl verringern. Breitbandantibiotika wirken gegen eine große Zahl von verschiedenen Erregern gleichzeitig.
Bei einer beginnenden Appendizitis kann es in einigen Fällen jedoch durchaus gerechtfertigt sein, zunächst einen nicht-operativen Therapieansatz zu wagen. Die Patienten werden über eine Infusion („Tropf“) ernährt und engmaschig kontrolliert. Gibt es Hinweise auf einen lokal begrenzten Durchbruch und/oder eine abgekapselte Abszessbildung, wird intravenös ein Antibiotikum verabreicht und eventuell eine Drainage gesetzt. Halten die Beschwerden an oder kommt es zu einer Verschlimmerung, muss operiert werden.
Offene Bauchoperation oder Schlüssellochoperation?
Grundsätzlich stehen zwei Verfahren zur Auswahl: die traditionelle chirurgische Operationsmethode mit einem offenen Bauchschnitt und die sogenannte Schlüssellochchirurgie (laparoskopische Appendektomie).
Der bevorzugte Einsatz (Indikation) der jeweiligen Operationsmethode kann in einer anschaulichen Tabelle dargestellt werden:
| OFFENE BAUCHOPERATION | SCHLÜSSELLOCHOPERATION |
| Blinddarmdurchbruch | Uncharakteristische Unterbauchbeschwerden |
| Eiteransammlungen in der Bauchhöhle | Gesichertes frühes Entzündungsstadium, ohne Vereiterung |
| Verwachsungen im Bauchraum, besonders nach größeren vorangegangenen Bauchoperationen | Chronische, immer wiederkehrende Blinddarmentzündung ohne Vereiterung |
| Patienten mit schweren Herz-Kreislauf- oder Lungenerkrankungen, die den erhöhten Druck bei der Befüllung der Leibeshöhle mit Kohlendioxidgas nicht vertragen können | Junge, gesunde Patienten ohne Vorerkrankungen |
Autor: Springer Medizin / Letzte Überarbeitung: Redaktion SpringerGesundheit, 05.11.2010
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