Non-Hodgkin-Lymphom - Therapie
Therapie
Zu den wichtigsten Behandlungsmethoden bei Non-Hodgkin-Lymphomen gehören die Chemotherapie, die Bestrahlung und die Immuntherapie.
Die Chemotherapie
Bei der Chemotherapie werden Medikamente eingesetzt, die die Zellteilung und damit die Vermehrung der bösartigen Zellen hemmen. Bösartig veränderte Zellen teilen sich generell schneller und häufiger als gesunde Zellen und sind deshalb auch empfindlicher gegen die Medikamente als letztere. Trotzdem hemmen die Chemotherapie-Medikamente auch immer zu einem gewissen Anteil das Wachstum und die Vermehrung der gesunden Körperzellen. Da ein chemotherapeutisches Medikament im gesamten Organismus zur Wirkung kommt, muss man also auch immer ein gewisses Maß an unerwünschten Wirkungen in Kauf nehmen.
Die unerwünschten Wirkungen bestehen beispielsweise in einer Unterdrückung der Vermehrung der gesunden Immunabwehrzellen mit einer erhöhten Infektionsanfälligkeit. Ebenfalls kann es zu einer Blutarmut durch Abnahme der roten Blutkörperchen kommen. Aber auch andere Körpergewebe, die auf eine häufige Zellerneuerung angewiesen sind, werden durch die Medikamente beeinträchtigt. In der Mundhöhle und im Magen-Darm-Trakt kann es zu Schleimhautschäden mit schmerzhafter Geschwürbildung kommen. Übelkeit und Bauchschmerzen können die Folge sein. Und nicht zuletzt ist auch das Haarwachstum durch die Medikamente gestört, teilweise fallen sämtliche Körper- und Kopfhaare unter der Behandlung aus, wachsen aber nach Absetzen wieder nach.
Oft werden die Medikamente in so genannten Zyklen verabreicht, festgelegten Intervallen mit dazwischenliegenden Pausen, in denen der Organismus sich wieder erholen kann. Je nach Art des Lymphoms können ein oder mehrere Chemotherapiezyklen über wenige Monate aber auch Jahre notwendig sein.
Die Bestrahlung
Gegenüber verschiedenen Strahlenarten sind bösartig veränderte, schnell teilende Zellen empfindlicher als gesunde Zellen. Die Bestrahlungstherapie ist besonders geeignet bei Lymphomen, die auf ein bestimmtes Areal begrenzt sind. Aber auch bei dieser Methode kann oft gesundes Gewebe nicht vollständig verschont werden. Nebenwirkungen der Strahlentherapie sind unter anderem entzündliche Veränderungen der Mund-und Darmschleimhaut mit Übelkeit und Durchfall oder Hautveränderungen im Bestrahlungsgebiet.
Die Immuntherapie (auch Zytokintherapie)
Zytokine sind körpereigene Substanzen, die als Botenstoffe zwischen verschiedenen Blutzellen fungieren. Ein bekannter Vertreter dieser Gruppe ist das Interferon. Zytokine erhöhen die Abwehrbereitschaft mancher Zellen und können Zellen dazu bringen, sich gegen bösartige Zellen zu wehren und diese zu zerstören. Aber auch diese Medikamente sind nicht frei von Nebenwirkungen, insbesondere allergische Reaktionen werden hier häufig beobachtet, aber auch Fieber und Übelkeit.
Die Zytokintherapie ist nicht zu verwechseln mit den vielfach angepriesenen alternativen immunstimulierenden Behandlungen zum Beispiel durch Mistelpräparate, Frischzellen oder Eigenblutbehandlungen. Ein wissenschaftlicher Wirkungsnachweis konnte bis heute für derartige Methoden nicht erbracht werden. Im Fall eines Lymphoms können solche durch unkontrollierbare Immunreaktion großen Schaden anrichten, unter anderem einen lebensbedrohlichen allergischen Schock auslösen.
Die hochdosierte Chemotherapie mit Stammzelltransplantation
Bei vielen Lymphomarten muss in einem fortgeschrittenen Stadium die Chemotherapie in einer Dosierung erfolgen, die sämtliche blutbildenden Stammzellen des Knochenmarks zerstören würde. In diesem Fall werden vor der Behandlung solche Stammzellen aus dem Blutkreislauf herausgefiltert, konserviert (zum Beispiel durch Einfrieren in flüssigem Stickstoff) und nach Abschluss der Chemotherapie wieder über die Blutbahn in das Knochenmark zurückgeleitet.
Die Antikörpertherapie
Mittlerweile ist es gelungen, Substanzen herzustellen, die spezifische Eigenschaften an der Oberfläche bestimmter Lymphomzellen erkennen und sich dort anlagern. Dabei können diese Substanzen entweder die bösartigen Zellen zerstören oder aber anderen Medikamenten als Angriffsstelle dienen. Man geht davon aus, dass das Ausmaßder Nebenwirkungen solcher Antikörperbehandlung erheblich unter dem der Chemotherapie oder Bestrahlung liegt.
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