Nierenbeckenentzündung - Pyelonephritis - Therapie
Therapie
Die antibiotische Therapie und konsequente Zufuhr von reichlich Flüssigkeit sind die Grundpfeiler der Therapie einer akuten Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis). Bei stark eingeschränktem Allgemeinbefinden des Patienten ist die medikamentöse Therapie als Infusion über eine Vene und unter stationären Bedingungen durchzuführen.
Antibiotika
Die Behandlung der Pyelonephritis erfolgt mit einem Antibiotikum (bakterienabtötendes Medikament), welches in der Anfangsphase in Abhängigkeit vom Befinden des Patienten oft über eine Infusion direkt in die Vene (intravenös) und später als Tablette geben wird. Die Behandlung erfolgt über mindestens zehn Tage und darf auch bei Beschwerdefreiheit nicht vorher abgebrochen werden. Ansonsten besteht die Gefahr des Wiederauftretens der Entzündung. Das vorzeitige Absetzen von antibiotischen Medikamenten führt zur Aktivierung von Ruheformennoch nicht abgetöteter Bakterien und zum Wiederaufflammen der Entzündung. Auf diese Weise können die Bakterien auch gegenüber bestimmten Antibiotika unempfindlich werden. Die betroffenen Medikamente sind beim Patienten unwirksam und können im Erkrankungsfall nicht mehr erfolgreich eingesetzt werden.
Sollte die nach Erfahrungswerten eingeleitete antibiotische Therapie den Krankheitsprozess nicht bessern (zum Beispiel weiter bestehende hohe Temperaturen, schlechtes Allgemeinbefinden), ist nach Eingang des mikrobiologischen Ergebnisses aus der Urinuntersuchung, die antibiotische medikamentöse Therapie zu ergänzen beziehungsweise zu ändern. Gegebenenfalls sind fiebersenkende Mittel zu verabreichen. Da diese jedoch das Krankheitsbild verschleiern können, sollte die Gabe unter ärztlicher Kontrolle und nicht eigenmächtig vor Einleitung einer antibiotischen Therapie erfolgen.
Trinken, Trinken, Trinken
Zusätzlich zur antibiotischen Therapie ist auf eine reichliche Flüssigkeitszufuhr (mindestens zwei Liter) zu achten. Bei Erbrechen können die Patienten auch mit Infusionen zusätzlich Flüssigkeit erhalten. Bei den Patienten wird vorher eine kleine Kanüle in eine Armvene gelegt. Über diese Kanüle und einen Kunststoffschlauch kann die Infusionsflüssigkeit in das Blutsystem des Patienten fließen. Die Infusionen werden meistens an einem Infusionsständer angehängt.
Bettruhe und Beseitigung von komplizierenden Faktoren
Bettruhe und lokale Wärmeanwendung bringen oft eine schnelle subjektive Besserung. Die Notwendigkeit einer stationären Behandlung ergibt sich bei stark eingeschränktem Allgemeinbefinden oder bei Vorliegen von komplizierenden Faktoren wie Steinen im Harnleiter oder Nierenbeckenabgang. In diesen Fällen muss für einen Urinabfluss gesorgt werden. Ansonsten kann die Entzündung nicht ausheilen und der Weg für Komplikationen, zum Beispiel Abszess oder Sepsis ist gebahnt.
Ärztliche Urinableitung
Prinzipiell kann bei einer akuten Pyelonephritis, die auf einen Stein im Harnleiter zurückzuführen ist, der Stein im Harnleiter mit einer Harnleiterschiene, einem dünnen Schlauch, der über die Harnröhre und -blase in den Harnleiter eingelegt wird, überbrückt werden und so für einen ungehinderten Urinabfluss gesorgt werden.
Sollte das Verfahren der Harnleiterschiene keinen ungehinderten Urinabfluss schaffen beziehungsweise bereits der Verdacht auf eine Eiteransammlung im Nierenbecken bestehen, ist die Anlage einer Nierenfistel erforderlich. Dabei wird das Nierenbecken unter Ultraschall-Kontrolle anpunktiert und ein Schlauch im Flankenbereich über die Haut direkt in die Niere eingelegt. Nach Ausheilen der akuten Entzündung erfolgt dann die Behandlung der Steine und Entfernung der eingelegten Ableitungen.
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