Generalisierte Angsterkrankung (GAE), Angst - Therapie

Das generalisierte Angstsyndrom, maskiert sich hinter einer Vielzahl von Symptome und tritt häufig im Zusammenhang mit einer Depression auf.


Therapie

In der Therapie der GAE wurden in den vergangenen Jahren deutliche Fortschritte erzielt. Entsprechend den biologischen und psychologischen Ursachenfaktoren stehen differenzierte medikamentöse und psychotherapeutische Behandlungsansätze zur Verfügung.

Welche Therapie die größten Aussichten auf Erfolg hat, wird unter Experten intensiv diskutiert. Eine Kombination aus Psycho- und Pharmakotherapie scheint ebenso erfolgreich zu sein wie eine alleinige Behandlung mit Medikamenten. Gerade in den ersten beiden Wochen der Therapie besteht häufig vorrangig die Notwendigkeit, Medikamente einzusetzen, um Sie und den behandelnden Arzt in die Lage zu versetzen, psychische, zwischenmenschliche und soziale Belastungen zu bearbeiten.

Andererseits ist wissenschaftlich belegt, dass vor allem ein ausgeprägter chronischer Verlauf in der Regel mit einer alleinigen Psychotherapie nicht ausreichend behandelt werden kann. Im Rahmen mehrdimensionaler Therapieansätze müssen meist sowohl die Persönlichkeit, die zugrunde liegende neurobiologische Störung, die seelischen Symptome als auch die sozialen Belastungen, die die Erkrankung auslösen und aufrechterhalten können, berücksichtigt werden. Eine besondere Bedeutung erhält dieser Aspekt durch das häufige Zusammentreffen mit einer Depression. Außerdem hat sich ergeben, dass innerhalb einzelner Krankheitsbilder bestimmte Symptome gezielt nur mit bestimmten Verfahren therapierbar sind. Als wichtige Kriterien zur Auswahl derartiger Therapien müssen gelten:

  • versprechen akut und schnell Hilfe
  • sind unmittelbar verfügbar
  • greifen in den kausalen Störungsprozess ein
  • sind durch ausreichende Therapiestudien in kurz- und langfristiger Wirksamkeit belegt
  • sind nebenwirkungsarm
  • die Risiken von Abhängigkeit und Gewöhnung sind für psychopharmakologische wie für psychotherapeutische Ansätze gering

Welche Möglichkeiten bei der GAE in Frage kommen können, vermittelt folgende Übersicht:

Medikamentöse Behandlung

Zu jeder GAE-Behandlung gehört der Einsatz von Angst lösenden Medikamenten. Nur mit ihrer Hilfe lässt sich das Ungleichgewicht der Neurotransmitter im Gehirn korrigieren.
Zu diesen Medikamenten gehören die so genannten Antidepressiva (wirken antriebsteigernd und stimmungsaufhellend) und die Gruppe der Tranquilizer (wirken angstlösend und entspannend).
Eine medikamentöse Therapie erfolgt durch den Arzt und sollte mindestens sechs bis zwölf Monate erfolgen, gegebenenfalls länger.

Psychotherapeutische Behandlung

Aufgrund ihrer wissenschaftlich nachgewiesenen Effekte können bestimmte Verfahren der Kognitiven Verhaltenstherapie als die wirksamste Form bei einer generalisierten Angststörung angesehen werden.


  • Hierbei soll der Teufelskreis aus Angst und Vermeidung soll durchbrochen werden.

  • Die Angst soll durch praktische und gedankliche Übungen und Strategien bewältigt werden.

Regeln zum Umgang mit der Angst

Es gibt Merksätze, die sich im Umgang mit Angstsituationen bewährt haben. Sie lassen sich unabhängig von Behandlungsverfahren jederzeit anwenden.

In allen Bereichen unseres Lebens heißt der erfolgreichste Weg zum Erlernen von Neuem: Wir müssen uns der Situation aussetzen. Das gilt auch für die Bewältigung der Angst. Diese Regeln sollen daran erinnern: Sie müssen wiederholt die Erfahrung machen, dass die Angst nicht zur Katastrophe wird.


  1. Angstgefühle und dabei auftretende körperliche Symptome sind verstärkte normale Stressreaktionen.

  2. Angstreaktionen sind nicht schädlich für die Gesundheit.

  3. Verstärken Sie Angstreaktionen nicht durch Furcht erregende Fantasievorstellungen.

  4. Bleiben Sie in der Realität, beobachten und beschreiben Sie innerlich, was um Sie herum wirklich geschieht.

  5. Bleiben Sie in der Situation, bis die Angst vorüber ist.

  6. Beobachten Sie, wie die Angst von allein wieder abnimmt.

  7. Vermeiden Sie keine Angstsituationen!

  8. Setzen Sie sich allen Situationen aus, die Ihnen Angst machen.

  9. Seien Sie stolz auf kleine Erfolge, auch die ganz kleinen!

  10. Nehmen Sie sich in Angstsituationen Zeit.


Sie werden die Erfahrung machen, dass Ihr Selbstwertgefühl steigt, wenn Sie in dieser Weise gegen die Angst anarbeiten.

Quelle: Springer Medizin
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