Lungenembolie - Therapie

Eine Lungenembolie kann sowohl unbemerkt verlaufen als auch einen schweren Schock mit Todesfolge bewirken. Hier finden Sie alles zum Thema.


Therapie

Die Sterblichkeit an einer Lungenembolie ist innerhalb der ersten Stunde nach dem Ereignis am höchsten. Demzufolge müssen alle notwendigen Untersuchungen rasch abgeschlossen sein, so dass umgehend mit den notwendigen Behandlungsmaßnahmen begonnen werden kann.

Bei der Behandlung der Lungenembolie unterscheidet man zwischen Basismaßnahmen, die grundsätzlich bei jedem Patienten durchgeführt werden und speziellen Maßnahmen, deren Einsatz vom individuellen Zustand des Patienten und vom Schweregrad der Embolie abhängig ist.

Basismaßnahmen

Die Basismaßnahmen zur Behandlung einer Lungenembolie bestehen in:

  • Bettruhe. Das Einhalten einer Bettruhe ist abhängig von dem Ausmaß der Lungenembolie sowie von der Ursache der Lungenembolie, die häufig in einer tiefen Beinvenenthrombose liegt.
  • Hochlagerung des Oberkörpers
  • Sauerstoffgabe über eine Maske oder eine Nasensonde
  • Schmerz- und Schockbekämpfung durch geeignete Medikamente und Infusionen, die beruhigend wirken, Schmerzen dämpfen und den Kreislauf stabilisieren
  • sofortiger intravenöser Gabe von 10.000 Einheiten Heparin durch den Arzt. Heparin ist ein Medikament, welches die Blutgerinnungsfähigkeit herabsetzt. Man gibt es, damit sich an dem Thrombus nicht noch weitere Blutkörperchen anlagern und diesen vergrößern.
Durch die sofortige Gabe von Heparin in der Akutphase durch den Arzt kann das tödliche Risiko der akuten Lungenembolie innerhalb der ersten Stunden von zirka 50 Prozent auf 20 Prozent gesenkt werden.

Spezielle Behandlungsmaßnahmen

Der Einsatz spezieller Behandlungsverfahren bei Lungenembolie ist abhängig vom Stadium der Lungenembolie, Grund- und Begleiterkrankungen des Patienten sowie natürlich den zur Verfügung stehenden Behandlungsmethoden. Zur speziellen Behandlung der akuten Lungenembolie stehen folgende Möglichkeiten zur Verfügung:

  • die alleinige Gabe von intravenös verabreichtem Heparin. Meist wird dieses Heparin über eine automatische Spritzenpumpe verabreicht, die eine gleichmäßige Wirkstoffmenge über eine Dauerkanüle in eine Vene pumpt.
  • Auflösen des Blutgerinnsels in der Lunge mittels Medikamenten (Lysetherapie). Solche Medikamente sind Urokinase und Streptokinase. Sie werden in eine Vene oder über einen Katheter direkt in die Lungengefäße gespritzt und können Blutgerinnsel auflösen. Solch eine Behandlung ist jedoch nur wirkungsvoll, wenn sie innerhalb weniger Stunden nach dem Embolieereignis durchgeführt wird.
  • Die chirurgische Entfernung des Blutgerinnsels (Embolektomie). Solch eine Maßnahme ist bei einer Lungenembolie vom Grad 3 bis 4 angezeigt, und zwar dann, wenn eine Lysetherapie erfolglos blieb und etwa 50 Prozent der Lungengefäße verschlossen sind. Eine Embolektomie ist ein großer Eingriff, bei dem der Brustkorb eröffnet und die natürliche Kreislauffunktion für die Dauer der Operation von einer Herz-Lungen-Maschine übernommen wird.
In den Stadien I und II der akuten Lungenembolie erfolgt gewöhnlich die alleinige Gabe intravenös verabreichten Heparins. In den Stadien III und IV muss die schnelle Wiedereröffnung der Lungenstrombahn mittels Medikamenten, Katheterfragmentation oder chirurgischen Maßnahmen erfolgen.

Nach intravenös verabreichtem Heparin oder einer medikamentösen Gerinnselauflösung (Lysebehandlung) ist die Fortsetzung der Gabe von gerinnungshemmenden Substanzen (Marcumar) für die Dauer von mindestens sechs Monaten erforderlich.

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Röntgenaufnahmen der Lunge vor und nach Auflösung von Blutgerinnseln in mehreren Arterienästen. Die Arterien der Lunge sind mit Kontrastmittel gefüllt und daher in der Röntgenaufnahme gut erkennbar.

Quelle: Springer Medizin
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