Nagelpilz - Onychomykose - Therapie
Therapie
Zur Behandlung der Nagelpilzerkrankung (Onychomykose) werden Substanzen eingesetzt, die die Vermehrung von Pilzzellen hemmen beziehungsweise diese abtöten. Die Therapie kann äußerlich am erkrankten Nagelorgan oder innerlich in Form von Tabletten oder Kapseln eingesetzt werden.
Behandlung je nach Befallstyp
Ob bei einer Nagelpilzerkrankung zunächst eine äußerliche Therapie versucht werden kann oder ob gleich innerlich behandelt werden sollte, hängt vom Befallstyp sowie von der Ausdehnung der Nagelveränderungen ab.
Unterschieden werden:
- Distale subunguale Onychomykose
Wenn bei diesem Befallstyp weniger als 30 Prozent der Nagelplatte befallen sind, ist eine äußerliche Therapie im Allgemeinen Erfolg versprechend; wenn mehr als 60 Prozent der Nagelplatte befallen sind, sollte von Anfang an innerlich behandelt werden. Falls zwischen 30 und 60 Prozent der Nagelplatte befallen sind, kommen primär beide Formen der Therapie in Betracht. Die Entscheidung des Arztes hängt dann unter anderem von der Zahl der betroffenen Nägel und vom Gesundheitszustand des Betroffenen ab. Der Befall aller Zehennägel spricht eher für, eine schwere Lebererkrankung eher gegen die innerliche Gabe eines Mittels, das die Vermehrung der Pilze hemmt. - Totale dystrophische Onychomykose
Bei diesem Typ der Onychomykose ist die Nagelmatrix, das heißt die Wachstumszone des Nagels betroffen. Daher ist hier im Allgemeinen nur eine innerliche Behandlung erfolgversprechend. - Weiße oberflächliche Onychomykose
Weil sich bei dieser Erscheinungsform der Onychomykose die Pilzzellen nur an der Oberfläche der Nagelplatte befinden, ist eine äußerliche Behandlung möglich. - Proximale subunguale Onychomykose
Weil ein von außen aufgebrachter Wirkstoff die Pilzzellen unterhalb der Nagelplatte nicht erreichen kann, wird bei diesem Befallstyp innerlich behandelt.
Zur örtlichen (äußerlichen) Anwendung stehen Arzneimittel in Form von Creme, Lösung oder Nagellack zur Verfügung. Diese Präparate müssen im Allgemeinen über mindestens sechs Monate regelmäßig aufgetragen werden.
Die Wahrscheinlichkeit, dass nicht alle Pilzelemente beseitigt werden, ist höher als bei der innerlichen Behandlung. Ein zunächst gesund nachgewachsener Nagel kann unter Umständen wieder infiziert werden.
Innerliche Behandlung
Wenn größere Anteile der Nagelplatte und/oder die Nagelmatrix befallen sind, ist eine innerliche Behandlung zu erwägen. Die eingenommenen Arzneistoffe reichern sich unter anderem im neugebildeten Hornmaterial der Nagelplatte an. Dadurch wird auch noch für einige Wochen nach Ende der Einnahme ein ausreichend hoher Wirkstoffspiegel in der Hornsubstanz erreicht.
Ablösung der erkrankten Nagelplatte
Die Aussichten auf Heilung können verbessert werden, wenn deutlich verdickte Nägel vor Beginn der äußerlichen und/oder innerlichen Therapie entfernt werden.
Die Nagelplatte sollte vorzugsweise nicht chirurgisch, sondern mit Hilfe einer 40-prozentigen Harnstoff-Salbe (Nagelaufweichsalbe) abgelöst werden. Allerdings wächst die Nagelplatte mit einer Geschwindigkeit von weniger als einem Millimeter pro Woche nach; bis sie ganz nachgewachsen ist, kann das Fehlen einer vollständigen Nagelplatte unter Umständen erhebliche Beschwerden verursachen. Daher wird die Ablösung der Nagelplatte nicht allgemein empfohlen.
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