Schilddrüsenunterfunktion - Hypothyreose - Therapie
Therapie
Die Behandlung der Hypothyreose besteht in der Gabe von Schilddrüsenhormontabletten (zum Beispiel Levothyroxin). Hierdurch werden die fehlenden Schilddrüsenhormone ersetzt. Ziel ist der Ausgleich des Mangels und die Wiederherstellung eines normalen Stoffwechsels. Die Behandlung ist einfach durchführbar, gut verträglich und höchst wirksam.
Medikamente
Levothyroxin
Mit Levothyroxin, der Vorstufe des wirksamen Hormons Trijodthyroxin, kann bei jeder Form der Hypothyreose das fehlende Schilddrüsenhormon ersetzt werden. Es kommt in den weitaus meisten Fällen zur Anwendung.
Bei der richtigen Dosis sind keine Nebenwirkungen zu erwarten. Wird jedoch eine zu hohe Dosis eingenommen, kann es zu Beschwerden kommen, die einer Überfunktion der Schilddrüse ähneln: Unruhe, Nervosität, Händezittern, Herzrhythmusstörungen, Schlaflosigkeit und Durchfall.
Wird die eingenommene Menge gesenkt, verschwinden die Beschwerden wieder.
Kaliumjodid
Mit der Gabe von Kaliumjodid wird einem Jodmangel und der Bildung eines Kropfes (Struma) vorgebeugt. Auch die Behandlung eines durch Jodmangel ausgebildeten Kropfes kann durch Kaliumjodid vorgenommen werden.
Sehr selten werden Überempfindlichkeitsreaktionen wie Fieber, Schnupfen (so genannter Jodschnupfen) oder Akne beobachtet.
Durch Einnahme extrem großer Mengen (ein bis zehn Milligramm pro Tag, die übliche Menge bewegt sich im Mikrogrammbereich) kann bei einer vorbestehenden Schilddrüsenerkrankung eine durch Jod verursachte Hypothyreose oder ein Kropf entstehen. Bei speziellen Schildrüsenerkrankungen (zum Beispiel Morbus Basedow) kann eine zu große Menge (über 300 Mikrogramm) eine Überfunktion der Schilddrüse auslösen. Begleiterscheinungen sind Unruhe, Nervosität, Händezittern, Herzrhythmusstörungen, Schlaflosigkeit und Durchfall.
Levothyroxin und Kaliumjodid können auch als Kombinationspräparat eingesetzt werden. Seine Nebenwirkungen entsprechen den Nebenwirkungen der einzelnen Medikamente.
Trijodthyronin oder Levothyroxin
Statt mit Levothyroxin die Vorstufe des wirksamen Hormons Trijodthyronin einzusetzen, kann auch das Hormon direkt genutzt werden. Levothyroxin ist allerdings leichter als Medikament einzusetzen, weil der Körper daraus die aktive Hormonform selbst nach Bedarf bilden kann. Aus diesem Grund wird Trijodthyronin gewöhnlich nur kurzzeitig verwendet.
Vorgehen bei alleiniger Schilddrüsenunterfunktion
Dosierung
Meist beginnt man die Behandlung mit 25 bis 50 Mikrogramm Levothyroxin. Alle ein bis vier Wochen wird die Dosis gesteigert - bei mehr als 90 Prozent der Patienten liegt die Enddosis zwischen 100 und 200 Mikrogramm Levothyroxin. Zu Beginn der Behandlung werden die TSH-Werte alle vier Wochen kontrolliert, später alle drei bis sechs Monate, nach einem Jahr nur noch einmal jährlich.
Einnahmeempfehlung
Die Tabletten werden morgens auf nüchternen Magen eingenommen, am besten etwa eine halbe Stunde vor dem Frühstück.
Besonderheiten
Während der Schwangerschaft steigt der Bedarf an Levothyroxin um ungefähr 50 Mikrogramm pro Tag an, im höheren Lebensalter sinkt er gewöhnlich um 20 bis 30 Prozent. Dies muss bei der Medikamentendosierung berücksichtigt werden.
Vorgehen bei Schilddrüsenunterfunktion mit Entzündung
Ein Hormonmangel, der im Rahmen einer Schilddrüsenentzündung, einer so genannten Thyreoiditis, auftritt, wird mit Levothyroxin ausgeglichen. Die Behandlung dauert je nach Unterform der Entzündung unterschiedlich lang.
Medikamentenanwendungsdauer
Levothyroxin wird entweder dauerhaft zugeführt, beispielsweise bei einer Autoimmunthyreoiditis und bei einer Hashimoto-Thyreoiditis. Bei anderen Entzündungsformen der Schilddrüse ist die Gabe von Levothyroxin unter Umständen nur für die Dauer der Entzündung nötig. Neben dem Hormonmangel muss in diesen Fällen die Entzündung selbst behandelt werden. Die Autoimmunthyreoiditis, worunter auch die Hashimoto-Thyreoiditis zählt, kann außer mit einem Ausgleich des Hormonmangels nicht weiter behandelt werden.
Vorgehen bei Schilddrüsenunterfunktion mit Struma
Liegt im Rahmen der Hypothyreose auch ein Kropf vor, eine so genannte Struma, wird üblicherweise Kaliumjodid eingesetzt. Auch bei der Vorbeugung eines Jodmangels kann es zum Einsatz kommen. Kaliumjodid kann allein oder in Kombination mit Levothyroxin eingesetzt werden. Ein Jodmangelkropf sollte jedoch nicht mit Levothyroxin allein behandelt werden.
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